Zverev ist am Ende der zweit- oder drittbeste deutsche Spieler der Tennisgeschichte und einer der besten Spieler der Welt, irgendwo in der Top-30 All-Time und Top-5 heute. Der Beste seiner Zeit war er nicht und konnte er auch nicht so werden, wie sich das entwickelt hat.
Er hat im Prinzip zwei Probleme: einerseits seine Diabetes, das war ja sehr offensichtlich im Verlauf des Spiels als er plötzlich eine Salzkruste auf dem Hemd entwickelt hat und mental irgendwo im Nirvana unterwegs war. Da kann er auch nichts dran ändern, das wird immer für ein Auf und Ab während langer Matches sorgen.
Der entscheidende Faktor ist dann aber Zweitens: er hatte durch seine Größe und Peak-Athletik Waffen, die es ihm erlaubt haben, Spiele zu gewinnen ohne technische und taktisch-strategische Meisterleistungen vollbringen zu müssen. Sich seinen Gegner zurecht legen, arythmisch und clever in Fallen locken und mit technischen Sonderschlägen den gesamten Platz ausnutzen, wie das Spieler machen müssen die keine großen Powerspieler sind. Gestern hat er zeitweise solche starken Aktionen ausgepackt, die Anlagen dazu wurden ihm aber nicht schon in der Jugend antrainiert. Er kann das inzwischen, aber spielt das nicht intuitiv immer so weil früh gelernt. Hätte er früher mit solchen Spielern bzw. deren Trainern trainiert, würde er heute wohl anders dastehen und Sinner und Alcaraz auf Augenhöhe begegnen. Kann das noch kommen? Vielleicht. Aber körperlich wird er Ü30 schneller abbauen als andere. Ich würde es auch nicht übertreiben.