Calzaghe hat schon mit Hopkins seine Probleme gehabt. Kampfvermeider liegen niemandem. Das ist so wie Griechenland beim Fußball. Man stellt sich mit 11 Leuten hinten rein und dann sieht auch Spanien ********** aus. Nur ist Ward hier Spanien, das sich hinten reinstellt, 90 Minuten lang das Spiel zerstört und den unterlegenen Gegner zum 12:0 Sieg auskontert. Ganz großes Kino.
Kann man clever nennen, ich finde es aber zum Kotzen.
Ward hat gezeigt, daß er weiß, gegen wen man mehr und gegen wen man weniger clinchen muss. Calzaghe würde er den ganzen Kampf nicht von der Pelle rücken. Und die paar glühenden Ward-Fans würden's Klasse finden, nur, weil Ward prinzipiell mehr Talent als John Ruiz hat. Dabei macht es das eigentlich erst richtig traurig.
Man sollte den Boxsport splitten. Queensberry-Rules für Leute, denen es noch darum geht, den Gegner in einem Faustkampf blutig zu kloppen und Wardsberry-Rules (oder Hopsberry, Hattonberry, Ruizberry) für die Fans des Clinches. Die können sich dann auf ESPN2 die Kämpfe vor 1000 Fans anschauen und sich gegenseitig beglückwünschen, daß ihr Fast-MMA-Kämpfer die einfachen Boxer eigentlich auseinandernehmen würde.
Eigentlich müsste man Ward wenn er clincht jedesmal Fedorn (=Takendown+Armbar), aber nein, das wäre dann zuviel Regelbrechen.
Ernsthaft? Dann sind die Ansprüche, was Fairness anbelangt, aber schon deutlich gesunken bzw. Ward besitzt einen eignen Maßstab. Besonders in den ersten Runden hat Ward regelmäßig geklammert, ist mit dem Kopf in den Mann, hat die Schlaghand von Dawson abgeklemmt und selbst geschlagen.
Jepp. Ich hab nur die ersten beiden Stinker-Runden geschaut, aber Ward hat eigentlich konsequent den Amateurstil gekämpft: 30 Sekunden weglaufen, dann mit ner Kombination reinspringen und danach abklammern. Gegebenenfalls beim Klammern noch schlagen.