Das fängt mit den Gegnern an, die Djokovic 2008 auf dem Weg zum Titel hatte: im Viertelfinale einen Ferrer, der zwar die 5 war, aber faktisch wesentlich schwächer in Form war, als noch Ende 2007. Im Halbfinale einen Federer, der zwar durch seine Krankheit nicht so schwach war, wie allseits proklamiert, aber dadurch durchaus beeinträchtigt wurde. Und schließlich ein Tsonga im Finale, der zwar im Turnier groß aufspielte, insgesamt aber im Finale schon den spielerischen Höhepunkt überschritten hatte.
Dagegen steht Del Potros Erfolg mit Siegen gegen die 1 und 3 in Halbfinale und Finale. Dazu hatte er nur einen einzigen Nicht Top-50-Gegner im Turnierverlauf (bei Djokovic waren es 3).
Der zweite maßgebliche Punkt ist natürlich die generelle Wertigkeit der Australian Open, bei denen es nicht umsonst wesentlich häufiger zu Überraschungen kommt. Das hat maßgeblich mit dem frühen Termin und der kurzen Vorbereitung zu tun, wodurch ein Spieler, der eine sehr gute Frühform aufweist, wesentlich weiter kommen kann, als bei den US Open, bei denen eine lange Vorbereitung (mit unter anderem zwei Masters-Turnieren) ansteht und die Topspieler normalerweise in sehr guter Form antreten.