Corona in Deutschland - Folgen für den Fußball


Wie findet ihr den Bundesliga-Start am 16. Mai?

  • der Zeitpunkt ist gut

  • man hätte noch ein paar Wochen warten sollen

  • man hätte die Saison abbrechen und die nächste Saison ohne Zuschauer starten sollen

  • man hätte die Saison abbrechen und erst wieder mit Zuschauer spielen sollen (evtl. erst 2021)


Die Ergebnisse sind erst nach der Abstimmung sichtbar.

Tony Jaa

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Das goldene Kind (Fußball) und die heilige Kuh (Automobilbranche) müssen um jeden Preis gerettet werden, während man andere Branchen weitestgehend sich selbst überlässt.
Und bevor mir jetzt wieder jemand kommt, dass die Vereine und die angeschlossene Wirtschaft auch zum Mittelstand gehören:

Unternehmen bzw. Vereine, die so defizitär arbeiten und im großen Ausmaß TV Gelder benötigen um überhaupt in die Nähe der Rentabilität zukommen, u.a. weil man dem eigenen Personal viel zu viel Gehalt zahlt und dieses Personal im Angesicht der Krise maximal bereit dazu war, für drei Monate auf großzügige 20% zu verzichten, hat diese breite Unterstützung imo nicht verdient. Vor allem wenn selbst diese Akteure innerhalb des System in Teilen ganz offensichtlich (Klagen gegen die 20%) primär darin bestrebt sind, nur das Maximum für sich rauszuholen, obwohl sie (zumindest in weiten Teilen der 1. Liga) nicht darauf angewiesen sind und mit diesem Verhalten Ihrer Branche selbst massiv schaden. Warum soll dann die Öffentlichkeit dazu bereit diese Branche über das üblich Maß zu unterstützen, wenn selbst die Interessen der Betroffenen so kurzsichtig und egoistisch sind.

Wird sich denn auch um andere Akteure des Eventbereiches, die vor allem deutlich nachhaltiger wirtschaften, so bemüht? Ein Freund von mir hat(te) eine gutlaufende Eventagentur hier in Berlin mit ca. 15 Angestellten. Davon ist heute nicht mehr viel übrig. In Berlin stirbt eine ganze Kulturlandschaft aus und betroffenen leben mittlerweile am Existenzminimum, während sich 19 Jährige Fußballer geölt über Instagram auf einer Yacht inszenieren.

Mir fehlt es hier an Fairness und Verhältnismäßigkeit. Die Hilfe und Aufwendung von unterstützenden Ressourcen, müsste stärker an die Bereitschaft der einzelnen Akteure gekoppelt werden, an ihrem eigenen Verhalten und Status zu rütteln
1. Arbeiten die Vereine nicht defizitär
2. Was soll das für ein Argument sein, dass man auf "TV-Gelder angewiesen ist". Unternehmen sind auf Erlöse angewiesen. Arbeitet die Lebensmittelindustrie defizitär, weil sie auf Esser angewiesen ist?
3. Ich verstehe einfach nicht, wie man immer noch auf diese Idee kommt, dass der Fußball eine Extrawurst bekommt. So ein umfangreiches Hygienekonzept gibt es wohl in keiner Branche. JEder normale Arbeitnehmer sieht sich deutlich größeren Risiken auf der Arbeit ausgesetzt.
4. Was heißt bitte großartig "unterstützen"? Ich will Fußball schauen. Punkt. Der Staat greift aktuell so ziemlich jeden Industriezweig massiv ein, und etliche Berufsgruppen bekommen seit Monaten volles Gehalt bei quasi Null Arbeitsleistung. Ich verstehe nicht, was das Problem mit dem Fußball ist.
DIe SPieler verdienen das, was der Markt ihnen zusichert. Das tut er nur, weil die Nachfrage da ist. Bei anderen Berufsgruppen ist sie es halt nicht.

Die Gehälter von Fußballern sind obszön, keine Frage. Aktuell existiert bei uns ein gesellschaftlicher Konsens in Bezug auf das Wirtschaftssystem. Innerhalb dieses Wirtschaftssystems gibt es deutlich schlimmere Fälle, denn egal wie überbezahlt die Fußballer sein mögen, sind sie für ihr Produkt die Wertschöpfungskette. Es gibt zig Brachen, in denen Leute viel Rente extrahieren, ohne irgendwie an der Wertschöpfung beteiligt zu sein.
 

Roneem10

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Sky kann ruhig vor die Hunde gehen. Trifft nicht die falschen. Ich denke da würden sich schnell neue Türen öffnen.
 

DaLillard

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Nach jeder Länderspielpause nur noch Chaos. Aber die UEFA veranstaltet das ganze ja nur, um die Verbände zu retten gell
 

R.w.jr.

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1. Arbeiten die Vereine nicht defizitär
2. Was soll das für ein Argument sein, dass man auf "TV-Gelder angewiesen ist". Unternehmen sind auf Erlöse angewiesen. Arbeitet die Lebensmittelindustrie defizitär, weil sie auf Esser angewiesen ist?
3. Ich verstehe einfach nicht, wie man immer noch auf diese Idee kommt, dass der Fußball eine Extrawurst bekommt. So ein umfangreiches Hygienekonzept gibt es wohl in keiner Branche. JEder normale Arbeitnehmer sieht sich deutlich größeren Risiken auf der Arbeit ausgesetzt.
4. Was heißt bitte großartig "unterstützen"? Ich will Fußball schauen. Punkt. Der Staat greift aktuell so ziemlich jeden Industriezweig massiv ein, und etliche Berufsgruppen bekommen seit Monaten volles Gehalt bei quasi Null Arbeitsleistung. Ich verstehe nicht, was das Problem mit dem Fußball ist.
DIe SPieler verdienen das, was der Markt ihnen zusichert. Das tut er nur, weil die Nachfrage da ist. Bei anderen Berufsgruppen ist sie es halt nicht.

Die Gehälter von Fußballern sind obszön, keine Frage. Aktuell existiert bei uns ein gesellschaftlicher Konsens in Bezug auf das Wirtschaftssystem. Innerhalb dieses Wirtschaftssystems gibt es deutlich schlimmere Fälle, denn egal wie überbezahlt die Fußballer sein mögen, sind sie für ihr Produkt die Wertschöpfungskette. Es gibt zig Brachen, in denen Leute viel Rente extrahieren, ohne irgendwie an der Wertschöpfung beteiligt zu sein.
1. Nicht alle das ist richtig, aber Einige tun das. Es gab Vereine die bereits kurz nach dem Lockdown das Lied vom Tod gesungen haben. Es gibt genügend Vereine die ohne entsprechende Transfererlöse Ihre Fixkosten nicht decken können, weil die Spielergehälter drücken. Andere wiederum kalkulieren so weit am Limit und bekommen Probleme wenn sie sich nicht für Zusatzeinnahmen wie beispielsweise dem internationalen Wettbewerb qualifizieren. Das hohe Lohnniveau ist einer der Faktoren, die im Profifußball zu teilweise riskanten Kalkulationsmodellen führt.

2. Bei 2/3 aller BL CLubs machen die TV Gelder mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Abhängigkeit würde ich schon in etwa so definieren.


3. Die politische Unterstützung und die Ressourcen die aktuell aufgewendet werden, erfährt in der Form keine andere Branche in Deutschland, mit Ausßnahme vielleicht der Automobilindustrie.

4. Ich finde obszöne Gehälter auch in anderen Wirtschaftzweigen und Unternehmen illegitim. Den "gesellschaftlichen Konsens" von dem du sprichst, teile ich nicht. Die Aufteilung und Verteilung von Gelder wird innerhalb unseres wirtschaftlichen Systems von einigen weingen zugusten einiger weniger entschieden. Das spiegelt häufig eben auch nicht den reellen Gegenwert innerhalb der Wertschöpfungskette wieder.

Mein grundsätzliches Problem ist einfach, dass ich bei Akteuren des Profifußballs wenig bis keine Motivation erkennen kann, sich außerhalb Ihrer Komfortzone zu bewegen. Als es losging und viele Vereine bereits mit dem hissen der weißen Fahne gedroht haben, gab es vielleicht eine Hand voll Profis die empathisch nachvollziehbar reagiert haben, indem sie beispielsweise mit Spenden Ihre alten Heimatvereine unterstützt haben. Die Meisten haben allerdings auf einen Großteil Ihres Gehalts bestanden, das im Übrigen auch weit über dem üblichen Mindestlohn lag. Einige habe sogar versucht Ihr volles Gehalt einzuklagen. In der echten Welt gabe es dagegen Menschen, die im Vergleich mit 66% von 2500€ auskommen mussten, während sich bspw. ein Reus 80% von 830.000€ jeden Monat auszahlen ließ und das obwohl er und seine Kollegen weder trainieren durften und der Spielbetrieb eingestellt wurde. 80% über drei MOnate zu verlangen in denen man sich lediglich mit Hometrainingeinheiten fithalten konnte, während der eigene Verein (wie z.B. bei Schalke) vielleicht ums Überleben kämpft, ist mehr als nur obszön. Wenn also selbst den betroffenden das Überleben der eigenen Branche als Ganzes mehr oder weniger egal ist, warum sollte es mich als Konsument dann kümmern? Ich will/ wollte auch Fußball schauen, aber nicht um jeden Preis.
 
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1. Nicht alle das ist richtig, aber Einige tun das. Es gab Vereine die bereits kurz nach dem Lockdown das Lied vom Tod gesungen haben. Es gibt genügend Vereine die ohne entsprechende Transfererlöse Ihre Fixkosten nicht decken können, weil die Spielergehälter drücken. Andere wiederum kalkulieren so weit am Limit und bekommen Probleme wenn sie sich nicht für Zusatzeinnahmen wie beispielsweise dem internationalen Wettbewerb qualifizieren. Das hohe Lohnniveau ist einer der Faktoren, die im Profifußball zu teilweise riskanten Kalkulationsmodellen führt.
Das Problem sind doch weniger riskante Kalkulationsmodelle als inkompetente und größenwahnsinnige Führungspersonen. Das ist im Profifußball tatsächlich ein gefühlt verhältnismäßig großes Problem, das aber (ebenso gefühlt) zunehmend kleiner wird.

2. Bei 2/3 aller BL CLubs machen die TV Gelder mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Abhängigkeit würde ich schon in etwa so definieren.

Und was ist daran schlecht oder problematisch? Um bei dem Beispiel Lebensmittelindustrie zu bleiben: diese ist zu 100 % von Menschen abhängig, die ihre Waren verzehren. Händler sind zu 100 % von den Kunden abhängig, etc. Unter normalen Umständen gab es doch überhaupt keinen Grund nicht mit den Fernsehgeldern zu kalkulieren. Warum auch, die sind schließlich über mehrere Jahre durch Verträge zugesichert. Niemand kalkuliert damit, dass ein hervorragend laufendes Geschäftsmodell einfach für Monate komplett untersagt und danach nur unter Auflagen genehmigt wird.

3. Die politische Unterstützung und die Ressourcen die aktuell aufgewendet werden, erfährt in der Form keine andere Branche in Deutschland, mit Ausßnahme vielleicht der Automobilindustrie.
Was für eine Unterstützung und für Ressourcen sollen das denn sein? Es wird doch eher öffentlichkeitswirksam rumgeheult, und das auch noch z.T. mit rechtsstaatlich äußerst bedenklichen Begründungen wie "ist ja ein gutes Konzept, aber das falsche Signal". Die Tests zahlen die Clubs. Es steht jedem anderen Arbeitgeber frei, seine Mitarbeiter ebenfalls zu testen. Machen sie aber nicht, was vielleicht auch daran liegt, dass sie unter deutlich geringeren Auflagen (zum Großteil ohne überhaupt von Auflagen betroffen zu sein) ihrem Geschäft nachgehen können.

4. Ich finde obszöne Gehälter auch in anderen Wirtschaftzweigen und Unternehmen illegitim. Den "gesellschaftlichen Konsens" von dem du sprichst, teile ich nicht. Die Aufteilung und Verteilung von Gelder wird innerhalb unseres wirtschaftlichen Systems von einigen weingen zugusten einiger weniger entschieden. Das spiegelt häufig eben auch nicht den reellen Gegenwert innerhalb der Wertschöpfungskette wieder.
Meinst du nicht, dass der Profifußball bei einer generellen Systemkritik der falsche Ansatzpunkt ist?

Mein grundsätzliches Problem ist einfach, dass ich bei Akteuren des Profifußballs wenig bis keine Motivation erkennen kann, sich außerhalb Ihrer Komfortzone zu bewegen. Als es losging und viele Vereine bereits mit dem hissen der weißen Fahne gedroht haben, gab es vielleicht eine Hand voll Profis die empathisch nachvollziehbar reagiert haben, indem sie beispielsweise mit Spenden Ihre alten Heimatvereine unterstützt haben. Die Meisten haben allerdings auf einen Großteil Ihres Gehalts bestanden, das im Übrigen auch weit über dem üblichen Mindestlohn lag. Einige habe sogar versucht Ihr volles Gehalt einzuklagen. In der echten Welt gabe es dagegen Menschen, die im Vergleich mit 66% von 2500€ auskommen mussten, während sich bspw. ein Reus 80% von 830.000€ jeden Monat auszahlen ließ und das obwohl er und seine Kollegen weder trainieren durften und der Spielbetrieb eingestellt wurde. 80% über drei MOnate zu verlangen in denen man sich lediglich mit Hometrainingeinheiten fithalten konnte, während der eigene Verein (wie z.B. bei Schalke) vielleicht ums Überleben kämpft, ist mehr als nur obszön. Wenn also selbst den betroffenden das Überleben der eigenen Branche als Ganzes mehr oder weniger egal ist, warum sollte es mich als Konsument dann kümmern? Ich will/ wollte auch Fußball schauen, aber nicht um jeden Preis.
Diese bösen Fußballer, bestehen einfach auf ihren Rechten. Auf Gehalt zu verzichten obwohl man einen Anspruch darauf hat ist ja wohl ein Zug, der sehr positiv zu bewerten ist. Wie schafft man es, das noch negativ auszulegen? Es wurden und werden übrigens eine ganze Menge Leute in der normalen Welt voll bezahlt, obwohl sie nicht vertragsgemäß oder gar nicht arbeiten. Ebenso haben einige Arbeitnehmer, deren Arbeitsverträge keine Möglichkeit zur einseitigen Einführung von Kurzarbeit vorsehen und auf deren Arbeitsverhältnis keine entsprechenden tariflichen oder betrieblichen Regelungen anwendbar sind, der Einführung von Kurzarbeit widersprochen, auf ihr volles Gehalt bestanden und dieses auch eingeklagt. Und die, die zugestimmt haben hatten eher Angst um ihren Arbeitsplatz. Die Frage ist, wie sie reagiert hätten, wenn sie in einer komfortableren Situation gewesen wären. Man kann es sich denken.
 

R.w.jr.

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Und was ist daran schlecht oder problematisch? Um bei dem Beispiel Lebensmittelindustrie zu bleiben: diese ist zu 100 % von Menschen abhängig, die ihre Waren verzehren. Händler sind zu 100 % von den Kunden abhängig, etc. Unter normalen Umständen gab es doch überhaupt keinen Grund nicht mit den Fernsehgeldern zu kalkulieren. Warum auch, die sind schließlich über mehrere Jahre durch Verträge zugesichert. Niemand kalkuliert damit, dass ein hervorragend laufendes Geschäftsmodell einfach für Monate komplett untersagt und danach nur unter Auflagen genehmigt wird.
Da habt ihr beide recht und Unrecht zugleich. Zumal euer Vergleich mit Essern und Lebensmittelindustrie und 100% Abhängigkeit dahingehend etwas hinkt ;). Auch ein Unternehmen in der Lebensmittelindustrie versucht in der Regel über verscheidene Strategien einen breiten Absatz zu sichern (z.B. über entsprechende Produkt- Marktsegmentierung) und ist demzufolge auch nicht nur von einer Art Esser abhängig. Das Fußballvereine das in Teilen auch machen habe ich verdrängt. Geschenkt.

Was für eine Unterstützung und für Ressourcen sollen das denn sein? Es wird doch eher öffentlichkeitswirksam rumgeheult, und das auch noch z.T. mit rechtsstaatlich äußerst bedenklichen Begründungen wie "ist ja ein gutes Konzept, aber das falsche Signal". Die Tests zahlen die Clubs. Es steht jedem anderen Arbeitgeber frei, seine Mitarbeiter ebenfalls zu testen. Machen sie aber nicht, was vielleicht auch daran liegt, dass sie unter deutlich geringeren Auflagen (zum Großteil ohne überhaupt von Auflagen betroffen zu sein) ihrem Geschäft nachgehen können.
Da brauche ich gar nicht so weit schauen, wenn ich rekapituliere wie der Berliner Senat in den letzten Monaten so agiert hat. Wenn der Druck vom Bund nicht gewesen wäre, hätten wir in der alten Försterei die ersten Zuschauer in den Stadien wieder erlebt, lange bevor sich der Intendant der deutschen Oper über sein Herbstprogramm Gedanken machen darf. Ich vergleiche die Bundesliga und DFL vornehmlich mit anderen Akteuren in der Unterhaltungsindustrie und stelle hier für mich häufig eine Ungleichbehandlung fest, die vielleicht rational sehr logisch mit den vorlkswirtschaftliche Nutzen der Branche erklärt werden kann aber moralisch mMn nur schwer zu argumentieren ist, vor allem wenn man berücksichtig wie das Geld innerhalb der Branche verteilt wird. Ethische Fragen sind mit solcher Art Agrumenten immer schwer zu verhandeln. Muss jeder für sich entscheiden, Ansichtssache.

Meinst du nicht, dass der Profifußball bei einer generellen Systemkritik der falsche Ansatzpunkt ist?
Was genau kritisiere ich denn konkret? Vielleicht hilft Dir ein kurzer Überblick: Mangelnde Achtsamkeit, mangelnde Solidarität, Egoismus, Selbstdarstellung, Gier. Ich finde das sind recht aktuelle Probleme unserer heutige Wertekultur. Meinst Du nicht, dass der Profifußball als Negativbeispiel und sozialer Stakeholder hier vielleicht sogar einige ganz brauchbarer Ansatzpunkte liefert?

Diese bösen Fußballer, bestehen einfach auf ihren Rechten. Auf Gehalt zu verzichten obwohl man einen Anspruch darauf hat ist ja wohl ein Zug, der sehr positiv zu bewerten ist. Wie schafft man es, das noch negativ auszulegen? Es wurden und werden übrigens eine ganze Menge Leute in der normalen Welt voll bezahlt, obwohl sie nicht vertragsgemäß oder gar nicht arbeiten. Ebenso haben einige Arbeitnehmer, deren Arbeitsverträge keine Möglichkeit zur einseitigen Einführung von Kurzarbeit vorsehen und auf deren Arbeitsverhältnis keine entsprechenden tariflichen oder betrieblichen Regelungen anwendbar sind, der Einführung von Kurzarbeit widersprochen, auf ihr volles Gehalt bestanden und dieses auch eingeklagt. Und die, die zugestimmt haben hatten eher Angst um ihren Arbeitsplatz. Die Frage ist, wie sie reagiert hätten, wenn sie in einer komfortableren Situation gewesen wären. Man kann es sich denken.
Genau auf sein Recht bestehen, egal zu Konsequenzen kann ja nie falsch sein, oder? Interessant. Klassicher Standpunkt eines Juristen, bis man selbst mal der Benachteiligte ist.
Der Unterschied zur normalen Welt ist, dass Fußballer nicht auf die 20%, 30%, 40% Ihre Gehaltes angewiesen sind, um zu überleben. Keiner kann mir erzählen, dass ein Profi oberhalb der dritten Liga sich extenzielle Sorgen machen müssten, wenn er 3-4 Monate auf ein Großteil seine Gehalts verzichten würde, um damit das Überleben seiner Brnache unabhängig von anderen Einflussfaktoren zu sichern.

Die Diskussion scheint hier wohl nicht mehr erwünscht zu sein. Ich will Euch deshalb auch nicht weiter nerven und euch den Spaß am Spiel verderben. In diesem Sinne....lasst es euch schmecken.
 
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Da brauche ich gar nicht so weit schauen, wenn ich rekapituliere wie der Berliner Senat in den letzten Monaten so agiert hat. Wenn der Druck vom Bund nicht gewesen wäre, hätten wir in der alten Försterei die ersten Zuschauer in den Stadien wieder erlebt, lange bevor sich der Intendant der deutschen Oper über sein Herbstprogramm Gedanken machen darf. Ich vergleiche die Bundesliga und DFL vornehmlich mit anderen Akteuren in der Unterhaltungsindustrie und stelle hier für mich häufig eine Ungleichbehandlung fest, die vielleicht rational sehr logisch mit den vorlkswirtschaftliche Nutzen der Branche erklärt werden kann aber moralisch mMn nur schwer zu argumentieren ist, vor allem wenn man berücksichtig wie das Geld innerhalb der Branche verteilt wird. Ethische Fragen sind mit solcher Art Agrumenten immer schwer zu verhandeln. Muss jeder für sich entscheiden, Ansichtssache.
Gibt's da bzgl Berlin eine Quelle oder zumindest einen brauchbaren Anhaltspunkt? Der Berliner Senat ist übrigens nicht geeignet eine Vorzugsbehandlung der Branche durch die Politik zu begründen. Berlin ist ein Bundesland von 16. Des Weiteren handelt es sich nicht um eine Ungleichbehandlung, das hatten wir hier aber auch schon oft genug. Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann ist folgendes: du sprichst die tatsächlich extrem leidende Unterhaltungsindustrie an. Wenn dort zu Unrecht manchen Branchen die Öffnung verweigert wird ist es doch extrem unethisch zu fordern, dass andere genauso ungerechtfertigt benachteiligt werden. Wo soll da die Moral sein?

Was genau kritisiere ich denn konkret? Vielleicht hilft Dir ein kurzer Überblick: Mangelnde Achtsamkeit, mangelnde Solidarität, Egoismus, Selbstdarstellung, Gier. Ich finde das sind recht aktuelle Probleme unserer heutige Wertekultur. Meinst Du nicht, dass der Profifußball als Negativbeispiel und sozialer Stakeholder hier vielleicht sogar einige ganz brauchbarer Ansatzpunkte liefert?
Eine besonders exponierte Branche plakativ anzuprangern, obwohl das System an anderen, deutlich bedeutenderen Stellen krankt macht nicht wirklich Sinn. Mal davon abgesehen, dass die von dir ausgemachten Werteprobleme nicht neu sind, sondern wie die Geschichte zeigt leider zur menschlichen Natur gehören, sind zu Prinzessinnen verzogene Fußballer-Ich-AGs wohl nicht das dringendste Problem der Gesellschaft. Sie dürften im Gegenteil eher zu den kleinsten gehören.

Genau auf sein Recht bestehen, egal zu Konsequenzen kann ja nie falsch sein, oder? Interessant. Klassicher Standpunkt eines Juristen, bis man selbst mal der Benachteiligte ist.
Dein Klischeebild ist falsch. Ungeachtet der Konsequenzen auf seinem Recht zu bestehen ist, insbesondere im Arbeitsrecht, nicht der Standpunkt eines Juristen. Höchstens eines sehr schlechten ohne Ahnung von seinem Beruf. Und wer ist denn der Benachteiligte, weil Reus nur auf 20 % und nicht auf 80 % verzichtet hat? Bevor du damit kommst: ich würde Geld darauf setzen, dass die Schalker Minijobber auch bei einem 100 %-Verzicht des Teams entlassen worden wären. Ich würde sogar darauf wetten, dass ohne Corona genau dasselbe passiert wäre.

Der Unterschied zur normalen Welt ist, dass Fußballer nicht auf die 20%, 30%, 40% Ihre Gehaltes angewiesen sind, um zu überleben. Keiner kann mir erzählen, dass ein Profi oberhalb der dritten Liga sich extenzielle Sorgen machen müssten, wenn er 3-4 Monate auf ein Großteil seine Gehalts verzichten würde, um damit das Überleben seiner Brnache unabhängig von anderen Einflussfaktoren zu sichern.
Und jetzt? Warum sollten die Spieler das tun? Glaubst du, dass die Vereine unter umgekehrten Voraussetzungen den Spielern aus Nettigkeit unter die Arme greifen würden? Auch nicht jeder normale Arbeitnehmer ist auf sein volles Gehalt angewiesen um zu überleben. Aber warum sollte er nicht sein volles Gehalt verlangen? Übrigens haben die Spieler ja zumindest zum Großteil auf einen erheblichen Teil ihres Gehalts, und das sind 20 - 30 %, verzichtet.

Die Diskussion scheint hier wohl nicht mehr erwünscht zu sein. Ich will Euch deshalb auch nicht weiter nerven und euch den Spaß am Spiel verderben. In diesem Sinne....lasst es euch schmecken.
Ich weiß jetzt nicht woraus du ziehst, dass keine Diskussion mehr erwünscht ist, wenn man kein Interesse daran hat sich wieder im Kreis zu drehen, aber danke, werd ich!
 

R.w.jr.

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Gibt's da bzgl Berlin eine Quelle oder zumindest einen brauchbaren Anhaltspunkt? Der Berliner Senat ist übrigens nicht geeignet eine Vorzugsbehandlung der Branche durch die Politik zu begründen. Berlin ist ein Bundesland von 16. Des Weiteren handelt es sich nicht um eine Ungleichbehandlung, das hatten wir hier aber auch schon oft genug. Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann ist folgendes: du sprichst die tatsächlich extrem leidende Unterhaltungsindustrie an. Wenn dort zu Unrecht manchen Branchen die Öffnung verweigert wird ist es doch extrem unethisch zu fordern, dass andere genauso ungerechtfertigt benachteiligt werden. Wo soll da die Moral sein?
Allein der atkuelle Beschluss wieder Spiele mit Zuschauern zu veranstalten halte ich für völlig wahnsinnig. Aufgrund der unterschiedliche behördlichen Auflagen sieht das je nach Bundesland zwar überall etwas anders aus, aber auf Schalke oder in Dortmund bedeutet es, dass immerhin knapp 12.000 Zuschauer kommen dürfen. 12.000. Wieviel Konzerte mit so viel Zuschauern durften dieses Jahr veranstaltet werden? Hygienekonzept hin oder her, aber man kann eben nur innerhalb des Stadions gewisse Bedingungen kontrollieren. Wie kommen diese Massen wieder nach Hause, wie verlassen sie das Stadion und wie verhalten sie sich davor. Ich finde es einfach unverantwortlich und es zeigt eben auch wie gerne man auf politischer Ebene der DFL entgegenkommt, so lange ein einigermaßen brauchbares Konzept vorgelegt wird. Ein entscheidenes Motiv dabei ist eben die volkswirtschaftliche Relevanz der Bundesliga.

https://media.dfl.de/sites/2/2018/11/McKinsey_2010.pdf

Fettgedrucktes zeigt mir außerdem deutlich, dass wir völlig unterschiedlich denken oder du mich vieliecht auch nicht verstehen möchtest. Ich rede in erster Linie von Gleichbehandlung. Verweigern möchte ich der DFL erst mal nichts, ich kann es moralisch nur nicht vertreten, dass man die Geschäftigkeit dieser Branche mit allen Mitteln unterstützt, während man es anderen Akteuren in der Unterhaltungsindustrie teilweise sehr schwer macht. Dass die Fußballbranche für Ihre teilweise finanzielle Schieflage aufgrund des pervertierten Lohnniveaus und Verteilungsystems eben auch selbst Schuld ist, kommt noch erschwerend hinzu.

Eine besonders exponierte Branche plakativ anzuprangern, obwohl das System an anderen, deutlich bedeutenderen Stellen krankt macht nicht wirklich Sinn. Mal davon abgesehen, dass die von dir ausgemachten Werteprobleme nicht neu sind, sondern wie die Geschichte zeigt leider zur menschlichen Natur gehören, sind zu Prinzessinnen verzogene Fußballer-Ich-AGs wohl nicht das dringendste Problem der Gesellschaft. Sie dürften im Gegenteil eher zu den kleinsten gehören.
Genau um diese Exponiertheit geht es. Ich glaube du unterschätzt die Reichweite und prägende Relevanz der Fußballprofis auf die heutige Jugend und andere Teile unserer Gesellschaft. Achtsamkeit/ Solidarität vs. Individualismus/ Egoismus sind imo ganz entscheide Wertekonflikte, die unsere heutiges Zusammenleben zum Teil stark negativ prägen. (simples Beispiel--> Ich trage alles was mich schick macht, aber ich möchte keine Maske tragen die andere Menschen vor mir schützt). Profis die in der Corona Primetime nichts anderes im Kopf haben, als Ihren Reichtum weiter abzusichern, ohne Rücksicht auf Verluste und sich über die Sozialen Medien entsprechend schamlos inszenieren, während im restlichen Teil des Landes Zusammenhalt und Rücksichtnahme gepredigt werden, sind nicht nur Symptom sondern in Teilen eben auch Ursache.


Dein Klischeebild ist falsch. Ungeachtet der Konsequenzen auf seinem Recht zu bestehen ist, insbesondere im Arbeitsrecht, nicht der Standpunkt eines Juristen. Höchstens eines sehr schlechten ohne Ahnung von seinem Beruf. Und wer ist denn der Benachteiligte, weil Reus nur auf 20 % und nicht auf 80 % verzichtet hat? Bevor du damit kommst: ich würde Geld darauf setzen, dass die Schalker Minijobber auch bei einem 100 %-Verzicht des Teams entlassen worden wären. Ich würde sogar darauf wetten, dass ohne Corona genau dasselbe passiert wäre.

Und jetzt? Warum sollten die Spieler das tun? Glaubst du, dass die Vereine unter umgekehrten Voraussetzungen den Spielern aus Nettigkeit unter die Arme greifen würden? Auch nicht jeder normale Arbeitnehmer ist auf sein volles Gehalt angewiesen um zu überleben. Aber warum sollte er nicht sein volles Gehalt verlangen? Übrigens haben die Spieler ja zumindest zum Großteil auf einen erheblichen Teil ihres Gehalts, und das sind 20 - 30 %, verzichtet.
Legal ist nicht legitim. Ich denke hier werden wir nicht übereinkommen. Natürlich ist es sein gutes Recht. Darum ging es mir auch nicht. Kleines Beispiel aus der Wirtschaft. Bei der Marke DIESEL hat das gesamte Top Management auf große Teile Ihrer Gehäter verzichtet um die Fortzahlung der vollen Gehälter für die Kollegen zu gewährleisten die sich Kurzarbeit nicht leisten können.

Ich weiß jetzt nicht woraus du ziehst, dass keine Diskussion mehr erwünscht ist, wenn man kein Interesse daran hat sich wieder im Kreis zu drehen, aber danke, werd ich!
(y)
 

Big d

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Ich finde staatliche Unterstützung braucht der Fußball nicht wirklich. Die major League baseball Spieler haben dieses Jahr nur etwa 35% ihres normalen Jahresgehaltes bekommen.

Der Fußball könnte so was auch leisten, wenn Spieler, Trainer, Funktionäre etc auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichten würden käme man gut über die Runden, keiner müsste hungern und wenn corona vorbei ist kann man wieder fett absahnen.

Ich finde dieses Gejammer von uberbezahlten Fußballern dämlich, solange der Markt diese Fantasiepreise bezahlt und die Branche die Umsätze macht haben die Spieler das auch verdient, aber momentan gibt der Markt das nunmal nicht her und ein gehaltsverzicht könnte das lösen ohne Steuergelder zu brauchen und Existenzen zu gefährden.

Das ist im übrigen woanders auch nicht anders, kurzarbeit wird auch nicht voll bezahlt, solche Hilfen sollen das Überleben sichern und die Miete bezahlen, aber keinen luxusstandard halten.

Also einfach dieses Jahr die Ausgaben an die Einnahmen anpassen und sobald die Wirtschaft wieder normal läuft können alle wieder verdienen.

Die Alternative zum gehaltsverzicht wären betriebsbedingte Kündigungen, das will sicher auch keiner.
 

Benny

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Ich finde staatliche Unterstützung braucht der Fußball nicht wirklich. Die major League baseball Spieler haben dieses Jahr nur etwa 35% ihres normalen Jahresgehaltes bekommen.

Der Fußball könnte so was auch leisten, wenn Spieler, Trainer, Funktionäre etc auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichten würden käme man gut über die Runden, keiner müsste hungern und wenn corona vorbei ist kann man wieder fett absahnen.

Ich finde dieses Gejammer von uberbezahlten Fußballern dämlich, solange der Markt diese Fantasiepreise bezahlt und die Branche die Umsätze macht haben die Spieler das auch verdient, aber momentan gibt der Markt das nunmal nicht her und ein gehaltsverzicht könnte das lösen ohne Steuergelder zu brauchen und Existenzen zu gefährden.

Das ist im übrigen woanders auch nicht anders, kurzarbeit wird auch nicht voll bezahlt, solche Hilfen sollen das Überleben sichern und die Miete bezahlen, aber keinen luxusstandard halten.

Also einfach dieses Jahr die Ausgaben an die Einnahmen anpassen und sobald die Wirtschaft wieder normal läuft können alle wieder verdienen.

Die Alternative zum gehaltsverzicht wären betriebsbedingte Kündigungen, das will sicher auch keiner.
So einfach ist das nicht.

In der MLB konnte man das machen, weil es keine Alternativliga gibt, wo die Profis hinwechseln konnten.
Sollte die gesamte Bundesliga sich auf eine einheitliche Gehaltskürzung einigen (was schon an sich utopisch ist), bestünde die Wahrscheinlichkeit, dass die Profis ihre Verträge auflösen und ins Ausland wechseln.

Außerdem gibt es in der MLB keinen Auf- und Abstieg, sondern nur die eine Liga.
Wenn also Bundesligisten aufgrunddessen mehr Spieler verlieren als andere und dadurch absteigen, wäre die gesamte Existenz des Vereins unmittelbar bedroht, da man aus dem Teufelskreis "weniger Einnahmen --> schwächere Spieler --> Abstieg --> weniger Einnahmen" ohne Perspektiven nur schwer wieder herauskommt.

Ich bin jedoch auch klar gegen staatliche Unterstützungsangebote und halte die Bürgschaft des Landes NRW für Schalke für eine Frechheit.
 

KOH76

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Allein der atkuelle Beschluss wieder Spiele mit Zuschauern zu veranstalten halte ich für völlig wahnsinnig. Aufgrund der unterschiedliche behördlichen Auflagen sieht das je nach Bundesland zwar überall etwas anders aus, aber auf Schalke oder in Dortmund bedeutet es, dass immerhin knapp 12.000 Zuschauer kommen dürfen. 12.000. Wieviel Konzerte mit so viel Zuschauern durften dieses Jahr veranstaltet werden? Hygienekonzept hin oder her, aber man kann eben nur innerhalb des Stadions gewisse Bedingungen kontrollieren. Wie kommen diese Massen wieder nach Hause, wie verlassen sie das Stadion und wie verhalten sie sich davor. Ich finde es einfach unverantwortlich und es zeigt eben auch wie gerne man auf politischer Ebene der DFL entgegenkommt, so lange ein einigermaßen brauchbares Konzept vorgelegt wird. Ein entscheidenes Motiv dabei ist eben die volkswirtschaftliche Relevanz der Bundesliga.

https://media.dfl.de/sites/2/2018/11/McKinsey_2010.pdf
12.000 in einem Stadion das für knapp 81.000 ausgelegt ist. In jeder nennenswerten Stadt bewegen sich im Berufsverkehr wesentlich mehr Menschen gleichzeitig im ÖPNV. Dass ein Konzept genehmigt wird, wenn es ausreichend ist sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Alles andere wäre höchst ungerecht und rechtlich wohl auch kaum zu halten. Der Verweis auf Konzerte ist übrigens gleich aus mehreren Gründen verfehlt. Erstens finden diese mangels entsprechender Zuschauerzahlen meist in geschlossenen Räumen statt, was alles deutlich komplizierter macht. Zweitens können Konzerte - je nach Bundesland mag sich das unterscheiden, das ist beim Fußball aber auch der Fall - sehr wohl auch mit mehreren tausend Zuschauern stattfinden, wenn ein entsprechendes Konzept vorgelegt wird. Und drittens wird genau daran häufig die Durchführung scheitern, weil es wirtschaftlich keinen Sinn macht, das Konzert stattfinden zu lassen. Die Vereine machen mit den aktuellen Zuschauerzahlen ja auch keinen Gewinn, z.T. ist es wohl sogar ein Minusgeschäft.

Wenn man eine These wie diese

"Die politische Unterstützung und die Ressourcen die aktuell aufgewendet werden, erfährt in der Form keine andere Branche in Deutschland, mit Ausßnahme vielleicht der Automobilindustrie."

aufstellt sollte übrigens dann doch etwas mehr kommen. Du hast im Endeffekt nicht einen Beleg und noch nicht einmal ein Argument das deine Behauptung stützt.

Fettgedrucktes zeigt mir außerdem deutlich, dass wir völlig unterschiedlich denken oder du mich vieliecht auch nicht verstehen möchtest. Ich rede in erster Linie von Gleichbehandlung. Verweigern möchte ich der DFL erst mal nichts, ich kann es moralisch nur nicht vertreten, dass man die Geschäftigkeit dieser Branche mit allen Mitteln unterstützt, während man es anderen Akteuren in der Unterhaltungsindustrie teilweise sehr schwer macht. Dass die Fußballbranche für Ihre teilweise finanzielle Schieflage aufgrund des pervertierten Lohnniveaus und Verteilungsystems eben auch selbst Schuld ist, kommt noch erschwerend hinzu.
Es gibt kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht. Wenn du es als ungerecht empfindest, dass andere Teile der Unterhaltungsbranche Dinge nicht dürfen die der Fußball darf (was ja schon nicht wirklich der Fall ist) sollte der Gedankengang nicht der sein den Fußball dann ebenfalls ungerecht zu behandeln, sondern die Ungerechtigkeit gegenüber dem Rest der Branche zu beenden. Solltest du der Meinung sein, dass alles verboten gehört, was mit Zuschauern veranstaltet wird vertraue ich dann doch eher der Beurteilung der Hygiene- und Schutzkonzepte durch die jeweiligen Gesundheitsämter.

Genau um diese Exponiertheit geht es. Ich glaube du unterschätzt die Reichweite und prägende Relevanz der Fußballprofis auf die heutige Jugend und andere Teile unserer Gesellschaft. Achtsamkeit/ Solidarität vs. Individualismus/ Egoismus sind imo ganz entscheide Wertekonflikte, die unsere heutiges Zusammenleben zum Teil stark negativ prägen. (simples Beispiel--> Ich trage alles was mich schick macht, aber ich möchte keine Maske tragen die andere Menschen vor mir schützt). Profis die in der Corona Primetime nichts anderes im Kopf haben, als Ihren Reichtum weiter abzusichern, ohne Rücksicht auf Verluste und sich über die Sozialen Medien entsprechend schamlos inszenieren, während im restlichen Teil des Landes Zusammenhalt und Rücksichtnahme gepredigt werden, sind nicht nur Symptom sondern in Teilen eben auch Ursache.
Das ist mir zu viel verklärten "früher war alles besser", aber agree to disagree.

Legal ist nicht legitim. Ich denke hier werden wir nicht übereinkommen. Natürlich ist es sein gutes Recht. Darum ging es mir auch nicht. Kleines Beispiel aus der Wirtschaft. Bei der Marke DIESEL hat das gesamte Top Management auf große Teile Ihrer Gehäter verzichtet um die Fortzahlung der vollen Gehälter für die Kollegen zu gewährleisten die sich Kurzarbeit nicht leisten können.
Du ignorierst immer noch, dass die Spieler auf Gehalt verzichtet haben. Der Vergleich von Arbeitnehmern mit der Managementebene oder Geschäftsführung ist auch nicht sonderlich treffend. Das zu erhalten was vertraglich mit der anderen Seite vereinbart ist ist auch selbstverständlich legitim. Was ist das bitte für eine Argumentation?

Es ist für mich nicht im Ansatz nachzuvollziehen, wie man behaupten kann, die Gegenseite wünsche keine Diskussion, nachdem dir mit @Tony Jaa und mir zwei User ausführlich geantwortet haben.

Der Fußball könnte so was auch leisten, wenn Spieler, Trainer, Funktionäre etc auf die Hälfte ihres Gehaltes verzichten würden käme man gut über die Runden, keiner müsste hungern und wenn corona vorbei ist kann man wieder fett absahnen.
Fraglich, ebenso ob nach Corona ähnliche Summen fließen werden. Ich würde mir insbesondere als junger Spieler, der nichts anderes gelernt und nur ein kurzes, jederzeit durch Verletzungen bedrohtes, Zeitfenster hat, um den Rest des Lebens abzusichern meine Gedanken machen.

Ich finde dieses Gejammer von uberbezahlten Fußballern dämlich, solange der Markt diese Fantasiepreise bezahlt und die Branche die Umsätze macht haben die Spieler das auch verdient, aber momentan gibt der Markt das nunmal nicht her und ein gehaltsverzicht könnte das lösen ohne Steuergelder zu brauchen und Existenzen zu gefährden.
Die Vereine bekommen kein Steuergeld.

Edit: ich korrigiere, der VfB Stuttgart und Werder Bremen haben einen KfW-Kredit beantragt. Für den die Trauben aber immer noch recht hoch hängen und woran auch nichts verwerflich ist.

Das ist im übrigen woanders auch nicht anders, kurzarbeit wird auch nicht voll bezahlt, solche Hilfen sollen das Überleben sichern und die Miete bezahlen, aber keinen luxusstandard halten.
Das vertraglich vereinbarte Gehalt ist keine Hilfe. Bundesligaspieler erhalten keine staatlichen Leistungen, weder um ihr Überleben zu sichern, noch um ihren Lebensstandard zu halten.

Also einfach dieses Jahr die Ausgaben an die Einnahmen anpassen und sobald die Wirtschaft wieder normal läuft können alle wieder verdienen.
Das geht nicht einfach so. Zu dem Thema habe ich hier bereits einige Beiträge verfasst, müssten über die Suchfunktion gut zu finden sein.

Die Alternative zum gehaltsverzicht wären betriebsbedingte Kündigungen, das will sicher auch keiner.
V.a. nicht die Vereine. Vgl. den vorherigen Absatz.
 
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R.w.jr.

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12.000 in einem Stadion das für knapp 81.000 ausgelegt ist. In jeder nennenswerten Stadt bewegen sich im Berufsverkehr wesentlich mehr Menschen gleichzeitig im ÖPNV. Dass ein Konzept genehmigt wird, wenn es ausreichend ist sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Alles andere wäre höchst ungerecht und rechtlich wohl auch kaum zu halten. Der Verweis auf Konzerte ist übrigens gleich aus mehreren Gründen verfehlt. Erstens finden diese mangels entsprechender Zuschauerzahlen meist in geschlossenen Räumen statt, was alles deutlich komplizierter macht. Zweitens können Konzerte - je nach Bundesland mag sich das unterscheiden, das ist beim Fußball aber auch der Fall - sehr wohl auch mit mehreren tausend Zuschauern stattfinden, wenn ein entsprechendes Konzept vorgelegt wird. Und drittens wird genau daran häufig die Durchführung scheitern, weil es wirtschaftlich keinen Sinn macht, das Konzert stattfinden zu lassen. Die Vereine machen mit den aktuellen Zuschauerzahlen ja auch keinen Gewinn, z.T. ist es wohl sogar ein Minusgeschäft.
Dass es realistisch ist, 12.000 Menschen Hygienekonform innerhalb einer 81.000 fassenden Stadions zu beherbergen habe ich überhaupt nicht in
Abrede gestellt. Dein Argumentation läuft hier ins Leere.
Allein der atkuelle Beschluss wieder Spiele mit Zuschauern zu veranstalten halte ich für völlig wahnsinnig. Aufgrund der unterschiedliche behördlichen Auflagen sieht das je nach Bundesland zwar überall etwas anders aus, aber auf Schalke oder in Dortmund bedeutet es, dass immerhin knapp 12.000 Zuschauer kommen dürfen. 12.000. Wieviel Konzerte mit so viel Zuschauern durften dieses Jahr veranstaltet werden? Hygienekonzept hin oder her, aber man kann eben nur innerhalb des Stadions gewisse Bedingungen kontrollieren.
Die grundsätzliche Wegeleitung innnerhalb des ÖPNV ist außerdem was völlig anderes, als wenn 12.000 Menschen auf einmal und zusätzlich zum normalen Menschenaufkommen aus einem Stadion strömen und sich dann im direkten Umfeld aufhalten oder sich auf dem Weg nach Hause begnenen. Das Hygienekonzept der DFL beinhaltet zwar auch eine Konzeption hinschtlich des Ein- und Auslassens (z.B. mit Zeitfenstern) der Zuschauer mit entsprechnder Wegeleitung, aber wie will man verhindern, dass es aus der Situation heraus vor dem Station nicht zu eventuellen euphorischen Siegesfeiern und Alkoholgenuss kommt. Für solche Szenarien muss das Hygienekonzept der DFL keine Lösungen anbieten. Das ist Sache der Stadt bzw. Polizei.

Am 04.09.2020 sollte im Düsseldorfer Stadion ein Konzert von verschiedenen Künstlern stattfinden.

https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/coronavirus-grosskonzert-in-duesseldorf-fuer-2020-abgesagt_aid-53901051

Dem Hygienekonzept wurde soweit zugestimmt, bis sich Gesunheitsminister Laumann eingeschaltet hat und den Planung aufgrund einer für NRW überdurchscnittlichen Inzidenz von 18,7 pro 100.000 Einwohner in Düsseldorf einen Riegel vorgeschoben hat. Das war Anfang September. Im gleichen Bundesland sollen nun, vor dem Hintergrund immer weiter steigender Fallzahlen, Fußballspiele stattfinden mit bis zu 12.000 Zuschauern . Aktuell gibt es in NRW 14 Risikogebiete nahe dem Schwellenwert von 50, für Gesamt-NRW liegt der kumulierte Wert aktuell bei 36. Wo sind Herr Laumanns Bedenken hier?


Wohlwissend, dass das natürlich noch lange nicht bedeuten muss, dass auch wirklich Steuergelder zu Rettung fließen, zeigt es aber wieder einmal, dass die Politik ein erhöhtes Interesse daran hat die DFL und Ihre Partner zu unterstützen. Die Möglichkeit einer Bürgschaft und eines solch günstigen Kredites suchen andere Unternehmen des Mittelstandes derzeit vergeblich. Einem Freund blieb da nur der Pakt mit dem Teufel, um seine Eventagentur vor dem Konkurs zuretten. Ging ja auch nur um 15 Existenzen. Bezüglich der Motivation in der Politik den Hygienekonzepten der DFL wohlwollend gegenüber zu stehen, habe ich Dir u.a. auch mit der Mckinsey Studie einen glaubhaften und sinvollen Nachweis geliefert. Ich verstehe nicht warum Ihr so vehemment versucht wird zu irgnorieren, dass die politischen Entscheidung bezüglich des Spielbetrieb der DFL in einigen Bundesländern und Gemeinden (Bremen mal augeklammert) sehr offensichtlich Lobbyunterbaut sind und es eine entsprechende Ungleichbehandlung gegenüber anderen Akteuren in der Unterhaltungsindustrie gibt, deren wirtschaftlicher Impact eben nicht so relevant ist wie der der Bundesliga. Mir dann aber gleichzeitig vorzuwerfen ich würde keine Belege liefern und meine Argumenation umzudrehen (Gleichbehandlungsgrundsatz) zeigt mir sehr deutlich, dass Dir weniger an einem Austausch, denn an einem Sieg in der Diskussion gelegen ist. Dafür ist mir meine Zeit, die ich aus verschiedenen Gründen auch nicht viel habe, leider wirklich zu schade.

Abschließend:

Es ist für mich nicht im Ansatz nachzuvollziehen, wie man behaupten kann, die Gegenseite wünsche keine Diskussion, nachdem dir mit @Tony Jaa und mir zwei User ausführlich geantwortet haben.
Und ich habe mich auch sehr ausführlich der Diskussion gestellt.

Folgendes aus Deiner Feder klingt übrigens wirklich sehr nach wilkommenen Meinungsaustausch.

Ich weiß jetzt nicht woraus du ziehst, dass keine Diskussion mehr erwünscht ist, wenn man kein Interesse daran hat sich wieder im Kreis zu drehen, aber danke, werd ich!

Warte nur noch, dass die Tennisbälle wieder tief fliegen...
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Jetzt geht diese nervige Diskussion wieder los :rolleyes:
 
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Dass es realistisch ist, 12.000 Menschen Hygienekonform innerhalb einer 81.000 fassenden Stadions zu beherbergen habe ich überhaupt nicht in
Abrede gestellt. Dein Argumentation läuft hier ins Leere.
Nein, denn dies ist schlicht die entscheidende Frage. "Passt mir nicht" ist kein Argument.

Die grundsätzliche Wegeleitung innnerhalb des ÖPNV ist außerdem was völlig anderes, als wenn 12.000 Menschen auf einmal und zusätzlich zum normalen Menschenaufkommen aus einem Stadion strömen und sich dann im direkten Umfeld aufhalten oder sich auf dem Weg nach Hause begnenen. Das Hygienekonzept der DFL beinhaltet zwar auch eine Konzeption hinschtlich des Ein- und Auslassens der Zuschauer mit entsprechnder Wegeleitung, aber wie will man verhindern, dass es aus der Situation heraus vor dem Station nicht zu eventuellen euphorischen Siegesfeiern und Alkoholgenuss kommt. Für solche Szenarien muss das Hygienekonzept der DFL keine Lösungen anbieten. Das ist Sache der Stadt bzw. Polizei.
Genau, das ist Sache der Stadt und der Polizei. Wo ist also das Problem? Euphorische Siegesfeiern kann man auflösen bzw bei Spielen bei denen solche zu erwarten wären durch entsprechende Polizeipräsenz verhindern (das ist deren Beruf) oder eben für diese Einzelspiele weniger/keine Zuschauer zulassen. Solche rein hypothetischen Szenarien als grundsätzliche Grundlage für Verbote heranzuziehen kann es auch nicht sein. Sonst könnte man etwas überspitzt ausgedrückt auch jede Stadionveranstaltung verbieten, weil vielleicht gleichzeitig ein Flugzeug vom Himmel fallen und die Zuschauer treffen könnte.

Dass es bzgl Ein- und Auslass ein Konzept gibt, das genau das Fettgedruckte (mit)verhindern soll hast du ja schon selbst geschrieben. Ansonsten bezweifle ich, dass 12.000 zusätzliche Fahrgäste zusätzlich zu dem Personenaufkommen freitagabends, samstagmittags und sonntagmittags - gerade aktuell - zu einer deutlich höheren Belastung des ÖPNV als im Berufsverkehr führt. Das ist zu schaffen, v.a. weil ein nicht unerheblicher Teil der Zuschauer mit dem Auto anreist. Hast du schonmal den ÖPNV einer Großstadt mit mehr als 200.000 Einwohnern in den entsprechenden Stoßzeiten genutzt?

Am 04.09.2020 sollte im Düsseldorfer Stadion ein Konzert von verschiedenen Künstlern stattfinden.

https://www.aachener-zeitung.de/nrw-region/coronavirus-grosskonzert-in-duesseldorf-fuer-2020-abgesagt_aid-53901051

Dem Hygienekonzept wurde soweit zugestimmt, bis sich Gesunheitsminister Laumann eingeschaltet hat und den Planung aufgrund einer für NRW überdurchscnittlichen Inzidenz von 18,7 pro 100.000 Einwohner in Düsseldorf einen Riegel vorgeschoben hat. Das war Anfang September. Im gleichen Bundesland sollen nun, vor dem Hintergrund immer weiter steigender Fallzahlen, Fußballspiele stattfinden mit bis zu 12.000 Zuschauern . Aktuell gibt es in NRW 14 Risikogebiete nahe dem Schwellenwert von 50. Wo sind Herr Laumanns Bedenken hier?
Das weiß ich nicht, ich finde das Vorgehen in diesem Fall jedenfalls nicht in Ordnung und hätte wohl an Stelle der Veranstalter rechtliche Schritte prüfen lassen. Auch hier gilt aber: es gibt kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht.

Wohlwissend, dass das natürlich noch lange nicht bedeuten muss, dass auch wirklich Steuergelder zu Rettung fließen, zeigt es aber wieder einmal, dass die Politik ein erhöhtes Interesse daran hat die DFL und Ihre Partner zu unterstützen.
Nein, es zeigt, dass Schalke offensichtlich die entsprechenden Vorraussetzungen für eine Landesbürgschaft erfüllt.

Die Möglichkeit einer Bürgschaft und eines solch günstigen Kredites suchen andere Unternehmen des Mittelstandes derzeit vergeblich. Einem Freund blieb da nur der Pakt mit dem Teufel, um seine Eventagentur vor dem Konkurs zuretten. Ging ja auch nur um 15 Existenzen. Bezüglich der Motivation in der Politik den Hygienekonzepten der DFL wohlwollend gegenüber zu stehen, habe ich Dir u.a. auch mit der Mckinsey Studie einen glaubhaften und sinvollen Nachweis geliefert. Ich verstehe nicht warum Ihr so vehemment versucht wird zu irgnorieren, dass die politischen Entscheidung bezüglich des Spielbetrieb der DFL in einigen Bundesländern und Gemeinden (Bremen mal augeklammert) sehr offensichtlich Lobbyunterbaut sind und es eine entsprechende Ungleichbehandlung gegenüber anderen Akteuren in der Unterhaltungsindustrie gibt, deren wirtschaftlicher Impact eben nicht so relevant ist wie der der Bundesliga.
Schalke hat keinen Kredit erhalten. Dass die Staatshilfen, insbesondere die KfW-Kredite, schlecht gemacht, noch schlechter umgesetzt und an zu hohe Voraussetzungen geknüpft sind weiß ich, ich habe im Job genug dazu mitbekommen. Ich sehe trotzdem keine lobbygesteuerte Bevorzugung. Erstens frage ich mich wo diese Lobby herkommen und auf welche Machtposition sich diese stützen soll. Zweitens ist es kein Ausdruck von Lobbyarbeit, wenn man eher große als kleine Unternehmen rettet und sich für diese eher ins Zeug legt. Dies hat verschiedene, jeweils naheliegende Gründe. Man rettet ja auch eher TUI als das inhabergeführte Reisebüro um die Ecke. Die volkswirtschaftliche Bedeutung hat niemand bestritten und natürlich hat die Fußball-Bundesliga eine höhere Priorität als Kleinunternehmen. Das ist nunmal der Lauf der Dinge. Ein Ausdruck einer starken Lobby ist es nicht. Ich bestreite die vermeintliche Ungleichbehandlung, und wenn man diese annimmt verweise ich nochmals auf: keine Gleichbehandlung im Unrecht.

Mir dann aber gleichzeitig vorzuwerfen ich würde keine Belege liefern und meine Argumenation umzudrehen (Gleichbehandlungsgrundsatz) zeigt mir sehr deutlich, dass Dir weniger an einem Austausch, denn an einem Sieg in der Diskussion gelegen ist. Dafür ist mir meine Zeit, die ich aus verschiedenen Gründen auch nicht viel habe, leider wirklich zu schade.
Du hast für die Behauptung

"Die politische Unterstützung und die Ressourcen die aktuell aufgewendet werden, erfährt in der Form keine andere Branche in Deutschland, mit Ausßnahme vielleicht der Automobilindustrie."

immer noch kein Argument und keinen Beleg vorgebracht. Nicht einen einzigen/ein einziges. Du hast zarte Argumente für deine Behauptung der Ungleichbehandlung von Teilen der Unterhaltungsindustrie geliefert, mehr nicht. Die obenstehende These geht aber deutlich darüber hinaus.

Ich habe deine Argumentation auch nicht umgedreht, sondern versucht dir vor Augen zu führen, dass sie nicht logisch ist und den Rechtsgrundsätzen dieses Landes widerspricht.

Im Übrigen finde ich die Reaktion jetzt echt schwach. Aber war nach dem ersten ad-hominem-Versuch bzgl meines Berufs wohl leider nicht anders zu erwarten.

Abschließend:



Und ich habe mich auch sehr ausführlich der Diskussion gestellt.

Folgendes aus Deiner Feder klingt übrigens wirklich sehr nach wilkommenen Meinungsaustausch.






Von Dir geliked
Und jetzt wird's richtig witzig. Du wirfst mir folgenden Absatz vor

"Ich weiß jetzt nicht woraus du ziehst, dass keine Diskussion mehr erwünscht ist, wenn man kein Interesse daran hat sich wieder im Kreis zu drehen, aber danke, werd ich!"

obwohl du genau weißt, dass dieser die direkte Antwort auf deinen folgenden Absatz war:

"Die Diskussion scheint hier wohl nicht mehr erwünscht zu sein. Ich will Euch deshalb auch nicht weiter nerven und euch den Spaß am Spiel verderben. In diesem Sinne....lasst es euch schmecken."

Ja, es nervt wenn immer wieder gebetsmühlenartig die gleichen Vorwürfe kommen, die hier bereits drölfzigmal bis ins kleinste Detail diskutiert wurden. Dass man von etwas genervt ist bedeutet aber nicht, dass man sich einer Diskussion verschließt. Allerdings hast du in direkter Reaktion auf meine ausführliche Antwort an dich (du hast mich sogar zitiert) geschrieben, dass wohl keine Diskussion erwünscht sei und dies damit auch mir vorgeworfen, nachdem sowohl @Tony Jaa als auch ich dir ausführlich inhaltlich geantwortet haben, ich übrigens nachdem ich die von dir als so schlimm dargestellten Postings von @Brigadier und @DaLillard geliked habe. Dass du mir vor diesem Hintergrund vorwirfst kein Interesse an einer Diskussion zu haben ist ein starkes Stück. Und ja, du hast ausführlich diskutiert, reagierst aber patzig und suchst jetzt beleidigt den Ausgang.
 

R.w.jr.

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Du verdrehst meine Argumentation nicht?

Deine ganze Argumentation bezüglich „kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht.“ fußt auf meiner angeblichen Forderungen Spiele mit Zuschauern zu verbieten, weil es anderen Akteuren nicht im gleichen Ausmaß gestattet wird. Wo fordere ich ein Verbot aus diesem Grund?
Ich habe ein grundsätzliches Problem, damit dass Veranstaltungen in dieser Größenordnung durchgeführt werden, vor allem in der aktuellen Situation. Darüberhinaus sind einige Vertreter der BL aus verschiedenen Gründen (einige Vereine wirtschaften einfach schlecht/ obszönes Lohnniveau etc.) an ihrer misslichen Lage teilweise auch selbst schuld und ich sehe aus diesem Grund keine Notwendigkeit Ihnen eine wie auch immer gelagerte Sonderbehandlung zukommen zulassen, damit diese Branche nicht abschmiert.

Jetzt kommen zum Problem der Gleichbehandlung.

Dennoch wird es aber der DFL erlaubt Veranstaltungen dieser Größenordnung durchzuführen, während es anderen versagt bleibt. Hier war ein von mir angeführter Grund, dass es eine politische Motivation gibt eine für die Volkswirtschaft wichtige Branche nicht abschmieren zulassen. Für mich ist dieser Zusammenhang mehr als offensichtlich und ich habe Dir auch entsprechende Belege geliefert.
Die Moralfrage stellt sich vor allem, weil ich ein ähnliches Entgegenkommen in der Bewertung der Hygienekonzepte bei anderen Akteuren aus der Unterhaltungsindustrie eben nicht sehen kann (Beispiel mit dem Konzert ).

Ich bin btw Berliner und ich habe noch Zweitligaspiele von Hertha besucht mit gerade einmal 5-10k Besuchern. Die U2 war danach deutlich voller als im normalen Berufsverkehr, das kann ich dir garantieren. Deine Annahme dass der Besucherstrom von einem Event in der Größenordnung 10-13k Zuschauern kaum merklich und bedenkenlos innerhalb des normalen ÖPNV abgewickelt werden kann, finde ich gelinde gesagt mutig.

Den Rest lasse ich mal unkommentiert.
 
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KOH76

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Du verdrehst meine Argumentation nicht?
Nein.

Deine ganze Argumentation bezüglich „kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht.“ fußt auf meiner angeblichen Forderungen Spiele mit Zuschauern zu verbieten, weil es anderen Akteuren nicht im gleichen Ausmaß gestattet wird. Wo fordere ich ein Verbot aus diesem Grund?
Ich habe ein grundsätzliches Problem, damit dass Veranstaltungen in dieser Größenordnung durchgeführt werden, vor allem in der aktuellen Situation.
Es gibt kein Recht auf Gleichbehandlung im Unrecht. Wenn du es als ungerecht empfindest, dass andere Teile der Unterhaltungsbranche Dinge nicht dürfen die der Fußball darf (was ja schon nicht wirklich der Fall ist) sollte der Gedankengang nicht der sein den Fußball dann ebenfalls ungerecht zu behandeln, sondern die Ungerechtigkeit gegenüber dem Rest der Branche zu beenden. Solltest du der Meinung sein, dass alles verboten gehört, was mit Zuschauern veranstaltet wird vertraue ich dann doch eher der Beurteilung der Hygiene- und Schutzkonzepte durch die jeweiligen Gesundheitsämter.
Erstens kommt deine Argumentation, auch im weiteren Verlauf deines Postings, für mich so rüber, zweitens bin ich wie du siehst bereits auf die alternative Möglichkeit eingegangen.

Darüberhinaus sind einige Vertreter der BL aus verschiedenen Gründen (einige Vereine wirtschaften einfach schlecht/ obszönes Lohnniveau etc.) an ihrer misslichen Lage teilweise auch selbst schuld und ich sehe aus diesem Grund keine Notwendigkeit Ihnen eine wie auch immer gelagerte Sonderbehandlung zukommen zulassen, damit diese Branche nicht abschmiert.
Was hat das damit zu tun, dass man bei dem Vorliegen entsprechender Konzepte den Spielbetrieb mit Zuschauern erlaubt? Willst du jetzt Galeria Karstadt Kaufhof verbieten ihre Geschäfte zu öffnen, weil sich das Geschäftsmodell überholt hat und man wohl auch nicht so toll gewirtschaftet hat?

Jetzt kommen zum Problem der Gleichbehandlung.

Dennoch wird es aber der DFL erlaubt Veranstaltungen dieser Größenordnung durchzuführen, während es anderen versagt bleibt.
Also doch "die einen dürfen nicht, also sollen die anderen auch nicht dürfen". Was uns wieder zu dem Grundsatz keine Gleichbehandlung im Unrecht führt.

Hier war ein von mir angeführter Grund, dass es eine politische Motivation gibt eine für die Volkswirtschaft wichtige Branche nicht abschmieren zulassen. Für mich ist dieser Zusammenhang mehr als offensichtlich und ich habe Dir auch entsprechende Belege geliefert.
Die Moralfrage stellt sich vor allem, weil ich ein ähnliches Entgegenkommen in der Bewertung der Hygienekonzepte bei anderen Akteuren aus der Unterhaltungsindustrie eben nicht sehen kann (Beispiel mit dem Konzert ).
Du kannst den Zusammenhang so offensichtlich finden wie du willst, Belege hast du trotzdem nicht geliefert. Nicht. Einen. Einzigen.

Letzteres ist wieder ein Fall für den Grundsatz keine Gleichbehandlung im...naja, du weißt schon.

Ich bin btw Berliner und ich habe noch Zweitligaspiele von Hertha besucht mit gerade einmal 5-10k Besuchern. Die U2 war danach deutlich voller als im normalen Berufsverkehr, das kann ich dir garantieren. Deine Annahme dass der Besucherstrom von einem Event in der Größenordnung 10-13k Zuschauern kaum merklich und bedenkenlos innerhalb des normalen ÖPNV abgewickelt werden kann, finde ich gelinde gesagt mutig.
Fände ich auch mutig, habe ich aber auch nicht geschrieben. Ich schrieb vielmehr dies:

"Ansonsten bezweifle ich, dass 12.000 zusätzliche Fahrgäste zusätzlich zu dem Personenaufkommen freitagabends, samstagmittags und sonntagmittags - gerade aktuell - zu einer deutlich höheren Belastung des ÖPNV als im Berufsverkehr führt."

Diese Aussage hat nichts damit zu tun, was du daraus gemacht hast.

Außerdem nutzen, gerade aktuell, sicher nicht alle der 12.000 Zuschauer den ÖPNV, sondern das Auto.

Wird sich aber in der nächsten Woche wahrscheinlich ohnehin erledigt haben. Vielleicht werden im weiteren Verlauf des Jahres ja auch endlich die gefühlten Wunschträume des ein oder anderen wahr und jeder Bürger wird bis zum Impfstoff in Einzelhaft genommen. Sicher ist sicher!

Den Rest lasse ich mal unkommentiert.
Ist wohl auch besser so.
 
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