Und weil ja hier immer erzählt wird Wladimir war noch unerfahren und ist an seinen Niederlagen gereift.
Das sind zwei paar Stiefel.
Ich habe gesagt, dass Klitschko an den Niederlagen gereift ist, und das sehe ich definitiv so.
Das hat mit Unerfahrenheit nichts zu tun. Auch ein erfahrener Boxer kann an einer Situation (oder einem Gegner) reifen, die er vorher noch nicht hatte.
Davon abgesehen waren Cooper und Mildenberger Europameister
Das ist Albert Sosnowski auch
Man muss die Klitschko-Niederlagen auch keineswegs schön reden, und das versuche ich auch nicht.
Aber man muss ihn auch nicht schlechter reden als er im Vergleich mit anderen das Schwergewichtsweltmeistern von früher ist.
Bei Ali schwingt auch immer die Legende mit.
das ist es was ich meine. viele leute sehen irgendwelche highlights von ali, ausschnitte und schneller wirkende kameraaufnahmen und schon ist alles toll.
schaut man sich die kämpfe ganz an und berücksichtigt diese faktoren sieht es schon ganz anders aus.
So shee ich das auch - Ali war genial, und das bestreitet niemand. Aber er hat auch nicht in jedem Kampf 15 Runden lang getänzelt und war für jeden Gegner unerreichbar und untreffbar.
Sicher hätte Klitschko mit Ali große Probleme gehabt und wie gesagt wohl auch knapp nach Punkten gewonnen, aber er hätte mit einem Gegner von Klitschkos Kaliber sicher nicht Katz und Maus gespielt, sondern alle Hände voll zu tun gehabt.
Nur wird hier wie von Tim B. schon mehrfach erwähnt gerne vergessen das die von dir genannten Boxer waren die agressiv geboxt haben und viel aus der mid-range und inside geboxt haben während Wladimir immer von outside boxt und den infight um jeden preis vermeidet in dem er entweder clinched und sich drauf legt oder aber was er vor allem gegen leute mit überdurchschnittlichen punch (wie Chagaev oder auch Rahman macht) zurück weicht. Hier ist das problem das er gegen Ali nicht zurückweichen kann weil Ali auf den füßen klar schneller ist.
Da ist sicher was dran.
Ich denke dass Klitschkos deutlich überlegene Physis trotzdem eine Komponente ist die man nicht außer Acht lassen darf. Sie ist sicher nicht die einzige Komponente - man muss ja stets das Gesamtbild betrachten - aber es ist nunmal einfach ein Unterschied, gegen einen deutlich größeren und schweren Gegner der zudem noch fit und austrainiert und für seinen Körperbau auch beweglich ist anzutreten!
Dass das ein Einflussfaktor ist kann man sicher nicht abstreiten.
Dass Ali 15 Runden lang so schnell ist dass er für Klitschko unerreichbar ist und dieser weder vor ihm zurückweichen noch ihn stellen kann halte ich für Legendenverherrlichung.
Auch wenn die Grundzüge dieses Arguments vollkommen richtig sind, kann Ali das unmöglich den gesamten Kampf durchziehen.
Und ob Klitschkos vorsichtiger Stil für Ali Gift oder willkommen gewesen wäre kann man nur spekulieren.
Wie man sieht war Foremans blindwütig zuschlagende Reaktion auf den rope-a-dope ja auch nicht gerade klug - da wäre ein wenig mehr von Klitschkos Vorsicht sicher nicht schlecht gewesen.
Wir wissen es nicht aber sein verhalten nach diversen streifschüssen von Chagaev und Brock lässt auf etwas anderes schliessen.
Die Frage ist für mich folgende:
wenn Klitschko nicht aufgrund von harten Wirkungstreffern wankt, sondern ganz einfach nach 7 oder 8 Runden hinten liegt, wäre es interessant, wie er darauf reagiert. Boxt er den Kampf in gewohnter Manier zu Ende - wohl wissend, dass er dann nach Punkten verliert, oder kann er seine Sicherheit aufgeben und offensiver und aggressiver zu Werke gehen, wenn er den KO nicht dazu braucht, um beim Publikum besser anzukommen, sondern um eine Niederlage nach Punkten auf Biegen und Brechen abzuwenden?