Neutralität, das geht nicht. Auch nicht für die russischen Sportlerinnen und Sportler, die nur vereinzelt dabei sind und deren Startrecht von Russland aber bereits als "Rückkehr auf die Bühne des Weltsports" gefeiert wird. Einige russische Athletinnen und Athleten, die als "neutrale" Teilnehmer an internationalen Wettkämpfen antreten, haben zudem Verbindungen zum Kreml oder ihre Unterstützung für den Krieg gegen die Ukraine zum Ausdruck gebracht.
Auch Coventry ließ in Italien durchblicken, dass Russland rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wieder in die olympische Familie zurückkehren könnte. Pragmatische Business-Entscheidungen scheinen über die Jahre moralische Verpflichtungen zu verdrängen. Trotz des andauernden Krieges werden Beschränkungen für russische und belarussische Athletinnen und Athleten schrittweise gelockert, so wie Moskau sich das wünscht. Im Gegensatz zu den Athleten wurden die russischen und belarussischen Sportfunktionäre ohnehin nie vollständig suspendiert, sodass sie weiterhin Einfluss auf internationale Sportorganisationen nehmen konnten.