Dinge, die keinen eigenen Thread verdienen - Olympia-Edition 2026 🇮🇹


LeZ

Bankspieler
Beiträge
32.736
Punkte
113
Ich glaube Frau Coventry persönlich, dass sie erschüttert ist, aber letztendlich internen Erpressungen und Co. nichts entgegensetzen konnte.

Des Rätsel's Lösung findet sich hier:

Neutralität, das geht nicht. Auch nicht für die russischen Sportlerinnen und Sportler, die nur vereinzelt dabei sind und deren Startrecht von Russland aber bereits als "Rückkehr auf die Bühne des Weltsports" gefeiert wird. Einige russische Athletinnen und Athleten, die als "neutrale" Teilnehmer an internationalen Wettkämpfen antreten, haben zudem Verbindungen zum Kreml oder ihre Unterstützung für den Krieg gegen die Ukraine zum Ausdruck gebracht.

Auch Coventry ließ in Italien durchblicken, dass Russland rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wieder in die olympische Familie zurückkehren könnte. Pragmatische Business-Entscheidungen
scheinen über die Jahre moralische Verpflichtungen zu verdrängen. Trotz des andauernden Krieges werden Beschränkungen für russische und belarussische Athletinnen und Athleten schrittweise gelockert, so wie Moskau sich das wünscht. Im Gegensatz zu den Athleten wurden die russischen und belarussischen Sportfunktionäre ohnehin nie vollständig suspendiert, sodass sie weiterhin Einfluss auf internationale Sportorganisationen nehmen konnten.
 

Tuco

Bankspieler
Beiträge
32.268
Punkte
113
Ich glaube Frau Coventry persönlich, dass sie erschüttert ist, aber letztendlich internen Erpressungen und Co. nichts entgegensetzen konnte.

Dann ist sie aber völlig ungeeignet als Präsidentin des IOC und sollte zurücktreten - so eine Aussage ist letztlich ein Armutszeugnis bzw. offen zugestandene Schwäche.
 

LeZ

Bankspieler
Beiträge
32.736
Punkte
113
Was willst du in der Position machen? Da sind nicht nur enorme Geldsummen im Spiel, sondern vermutlich auch die eine oder andere eher schlecht maskierte Drohung. Jemand mit Moral - die hat sie offenbar - kann zumindest noch ein bisschen retten, solange sie im Amt ist. Siehe die Rücknahme des Akkreditierungsentzugs von Wladyslaw Heraskewytsch auf ihre Initiative. Ein bisschen Moral retten ist mehr, als offene Korruption wie zu Zeiten von Samaranch oder dem der nicht genannt werden darf.

Wir leben derzeit in einem Gemälde von Hieronymus Bosch.
 

Tuco

Bankspieler
Beiträge
32.268
Punkte
113
Was willst du in der Position machen? Da sind nicht nur enorme Geldsummen im Spiel, sondern vermutlich auch die eine oder andere eher schlecht maskierte Drohung. Jemand mit Moral - die hat sie offenbar - kann zumindest noch ein bisschen retten, solange sie im Amt ist. Siehe die Rücknahme des Akkreditierungsentzugs von Wladyslaw Heraskewytsch auf ihre Initiative. Ein bisschen Moral retten ist mehr, als offene Korruption wie zu Zeiten von Samaranch oder dem der nicht genannt werden darf.

Wir leben derzeit in einem Gemälde von Hieronymus Bosch.

Ich meine einfach: Wer als IOC-Präsident so einen skandalösen Vorgang nicht verhindert, ist grundsätzlich ungeeignet, öffentliches Bedauern macht es nicht wirklich besser. Und nein, ich glaube nicht dass die Vorgänger es anders gemacht hätten oder ein eventueller Nachfolger, insofern sind Rücktrittsforderungen letztlich auch müßig - solche Sportorganisationen überbieten sich eben regelmäßig in Sachen peinlichem Verhalten.
 

LeZ

Bankspieler
Beiträge
32.736
Punkte
113
Wenn der Nachfolger definitiv weit, weit schlimmer wäre als man selbst, ist im Amt bleiben definitiv die richtige Lösung. Siehe USA. Was bringen die Rücktritte bzw. Kündigungen ehrlicher FBI-Agenten, Staatsanwälte und Mitarbeitern von Bankenaufsicht und Co.? Dass RICHTIG schlimme Leute nachkommen und es keine Whistleblower mehr gibt.
 

Masmiseim

Bankspieler
Beiträge
1.596
Punkte
113
Zumal sie ja keine Kaiserin ist, die einfach irgendwas entscheiden kann. Es wird genügend Verbände geben, die zB kein Problem mit der Rückkehr der Russen haben würden.
Wenn du idealistisch, hoch demokratisch und mit großem Gerechtigkeitssinn unterwegs bist, wirst du niemals IOC oder Fifa Chef(in). So läuft die Welt eben.
 

Big d

Bankspieler
Beiträge
31.504
Punkte
113
Ich kann das ioc schon verstehen das man hier so handelt, denn wenn man das erlaubt könnte es auch sein das irgendein athlet aus irgendeinem hitler land ebenfalls politisch wird und dann muss das ioc halt entscheiden was gute und schlechte politische Botschaft ist.

Ist natürlich kacke für den Athleten und der gesunde Menschenverstand sagt ja demo gegen Ukraine krieg ist gut und demo für iran regime ist kacke, aber es gibt ja auch viele Zwischen-fälle wo es unterschiedliche Meinungen gibt.

Da ist es am einfachsten zu sagen einfach gar keine Botschaften.
 

LeZ

Bankspieler
Beiträge
32.736
Punkte
113
Eben nicht. Er hatte ja keinen Slogan gegen den Ukrainekrieg auf dem Helm, sondern nur Bilder ermordeter SPORTLER (!) analog zu den Bildern von Opfern von Olympia 1972 in München.

Ich würde mir wünschen, dass die Namen der IOC-Mitglieder veröffentlicht werden, die für die Disqualifikation gestimmt haben. Damit Nachrichtenmedien diese dann direkt nach ihrer Motivation fragen können, gerne mathematisch dargestellt als Beträge.
 

Masmiseim

Bankspieler
Beiträge
1.596
Punkte
113
Also Vergleiche mit 1972 hinken in vielerlei Hinsicht - unabhängig davon, wie man zu der Thematik steht.
 

LeZ

Bankspieler
Beiträge
32.736
Punkte
113
@Masmiseim Stimmt, das waren 12 Tote bei Olympia durch den Anschlag und nach UN 11.743 bestätigte zivile Todesfälle bis August 2024 in der Ukraine. Dazu kommen ca. 80.000 Todesfälle bei den ukrainischen Streitkräften, manche der Toten auf dem Helm sind ja als Soldaten gefallen. Die 10-15jährigen eher nicht.
 

Big d

Bankspieler
Beiträge
31.504
Punkte
113
Eben nicht. Er hatte ja keinen Slogan gegen den Ukrainekrieg auf dem Helm, sondern nur Bilder ermordeter SPORTLER (!) analog zu den Bildern von Opfern von Olympia 1972 in München.

Ich würde mir wünschen, dass die Namen der IOC-Mitglieder veröffentlicht werden, die für die Disqualifikation gestimmt haben. Damit Nachrichtenmedien diese dann direkt nach ihrer Motivation fragen können, gerne mathematisch dargestellt als Beträge.

Klar aber was macht man wenn der russe getötete russen Soldaten auf den Helm machen will?

Der könnte auch sagen das ist keine Politik, ich gedenke nur den gefallenen
 

Paulie Walnuts

Consigliere
Beiträge
7.250
Punkte
113
Zumal sie ja keine Kaiserin ist, die einfach irgendwas entscheiden kann. Es wird genügend Verbände geben, die zB kein Problem mit der Rückkehr der Russen haben würden.
Wenn du idealistisch, hoch demokratisch und mit großem Gerechtigkeitssinn unterwegs bist, wirst du niemals IOC oder Fifa Chef(in). So läuft die Welt eben.
Richtig. Das IOC besteht aus 109 stimmberechtigten ordentlichen Mitgliedern, darunter so vertrauenswürdige und seriöse Personen wie Gianni Infantino oder der Emir von Katar. Thomas Bach ist zudem Ehrenpräsident.

Die Mehrheit (über 50 Prozent) der 206 anerkannten NOK's und der dazugehörigen Länder sind entweder (Teil-)Diktaturen, (Teil-)Autokratien oder Schurkenstaaten (mit Problemen bei der Pressefreiheit, im Bereich Korruption, bei Menschenrechten, Vetternwirtschaft, Wahlen usw.).

Das ist aber kein spezielles Problem des IOC, sondern das ist letztlich das Abbild unserer Erde und der dazugehörigen Staaten.

 

sefant77

Schweineliga
Beiträge
34.855
Punkte
113
Man denkt es geht nicht peinlicher als die FIFA, das IOC beweist das Gegenteil.

Bei beiden sind nur eine Art von Tränen erlaubt:


Di0E.gif
 

Finn-Lady

Bankspieler
Beiträge
41.263
Punkte
113
Klar aber was macht man wenn der russe getötete russen Soldaten auf den Helm machen will?
Der Russe startet hier allerdings nicht als Russe, sondern als neutraler Athlet mit eigener Flagge und eigener Hymne. Sie müssen für die Zulassung Regeln einhalten. Sie dürfen den Krieg nicht aktiv unterstützen, dürfen keinerlei Verbindung zum Militär und anderen Organen haben.
Das ist ein kleiner, aber bedeutender Unterschied.
Wir müssen da nicht drüber diskutieren, dass diese Regelung an sich wohl für die Tonne ist und die Erfüllung dieser Regeln bei einigen Athleten womöglich Lippenbekenntnisse sind. Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen.
Aber wenn ich mir die Situation in D betrachte, sind etliche Athleten bei der Bundeswehr, dem Zoll, der Polizei… angestellt. Das wird in vielen Ländern nicht anders sein, einfach nur, damit sie professionell ihren Sport ausüben können.

Auf diesem simplen, aber eindrucksvollen Helm waren Fotos auch von ehemaligen Medaillengewinnern bei olympischen Jugendspielen. Warum sollte man ihnen (auch von Seiten des IOC) nicht gedenken dürfen?
Ich selbst sehe die Teilnahme neutraler Athleten nach wie vor kritisch. Das hat weniger mit den einzelnen Athleten zu tun, sondern mit der Tatsache, dass man mit dem von einigen Verbänden ausgesprochenen Startverbot in einzelnen Sportarten ein Zeichen setzen wollte. Und an der Ausgangslage hat sich halt nichts geändert, im Gegenteil. Einzelne Verbände wurden quasi genötigt, ihre eigenen Regeln aufzuweichen und damit legitimiert man das Geschehen in der Ukraine.
Diese Diskussion würde aber ein anderes Fass öffnen.

Ich habe gerade dieses Interview gesehen, es hat mich erneut tief berührt.
Diese Athleten haben dafür gesorgt, dass ich hier sein kann. Sie haben sich dafür geopfert.... mein olympischer Moment wurde gestohlen.
Da musste ich ziemlich schlucken.

 

theGegen

Linksverteidiger
Beiträge
65.936
Punkte
113
Ort
Randbelgien

Man möchte halt nicht die Markenrechte an dieser ominösen Veranstaltung verlieren und muss dafür wohl ab und an was herausbringen.

Das IOC betonte, dass man "selbstverständlich die historische Problematik der "NS-Propaganda" im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin" anerkenne. "Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass in Berlin 4.483 Athleten aus 49 Ländern in 149 Wettbewerben um Medaillen kämpften."
Der historische Zusammenhang dieser Spiele werde weiter im olympischen Museum in Lausanne erklärt. Die Anzahl der vom IOC produzierten T-Shirts zur Ausgabe von 1936 sei limitiert, "weshalb sie derzeit ausverkauft sind".
Das IOC betonte, dass es damit auch sein geistiges Eigentum schütze. Dass diese Markenrechte weiterhin gültig seien, hänge davon ab, dass diese weiter genutzt werden. Ansonsten könnten diese von anderen genutzt werden.


Diese Argumentation kann ich sogar irgendwie nachvollziehen. Limitierte Auflage obendrauf, okay. Die Ästhetik hätte aber evtl. bewusst hässlicher gestaltet werden können. Vielleicht einfach nur: Berlin 1936: schwarzes billiges T-Shirt mit schlechtem weißem Flock. Ohne Bild.
Auflage: 500 Stück, Verkaufspreis 120,- €, aber immerhin mit offiziellem IOC - Logo auf dem Innen-Schildchen mit den Waschhinweisen.

Durch den Behalt der Markenrechte verhindert das IOC aber immerhin, dass Nazi-Organisationen auf diese Spiele freien Zugriff haben.

Neben Berlin gibt es eine Menge anderer fragwürdiger Sommer- und Winterspiele, mit schonmal minimum zusätzlich 2-mal Peking, Garmisch-Partenkirchen und Sotschi.

Die Fifa kann bei dieser bedenklichen markenrechtliche Merchandise für ihre Weltmeisterschaften jedoch locker mithalten.

Italien 1934, Argentinien 1978, Russland 2018, Katar 2022 und incoming meistenteils USA 2026.
 

Hakuba

J-Fan
Beiträge
19.639
Punkte
113
Ort
Berlin
@theGegen

Danke für die Hinweise auf Markenrechte. Das war mir so nicht bekannt. Da habe ich dann auch Verständnis für ein Berlin 36 - Shirt. Die Gestaltung allerdings ist tatsächlich kritikwürdig.

Das Berliner Olympiastadion und das Skistadion in Partenkirchen stehen wegen der Architektur, vor allem wegen der Statuen, immer wieder auf dem Prüfstand und es muss bei diesen Bauten immer wieder erklärt werden, warum sie noch stehen.
Den Hintergrund werden sie wie anderes eben nicht los.
 

theGegen

Linksverteidiger
Beiträge
65.936
Punkte
113
Ort
Randbelgien
Die Regel 50.2 der Olympischen Charta im Wortlaut

„Keine Art von Demonstration oder politischer, religiöser oder rassistischer
Propaganda ist an olympischen Stätten, Austragungsorten oder in anderen Bereichen erlaubt.“

Das IOC beruft sich auf diese Regel - der Sportler hat gerade im Interview zu Recht gesagt, dass er gegen diese Regel nicht verstoßen hat. Ihm ging und geht es darum, an die verstorbenen Athleten zu erinnern, die Teil der olympischen Familie waren.
Die Ukraine hatte den Helm bereits vor langer Zeit beim IOC angekündigt und wollte ihn genehmigen lassen - das IOC hatte also massig Zeit und mit etwas Fingerspitzengefühl hätten sie den Helm einfach durchgewunken - dann wäre nie so ein Fass aufgemacht worden.
Andere Sportler zeigen auch Bilder von verstorbenen Familienmitgliedern, halten Schilder mit "Stop war" etc.
Genau genommen dürfte dann auch Forfang bei Skispringen seinen "Papa"-Handschuh nicht zeigen.

Das sehe ich ähnlich. Wenn das IOC diesen Helm einfach durchgewunken hätte, wäre man gar nicht in diese ehrlose Debatte geraten.
Vielleicht hätte es sogar noch eine berührende Hintergrundgeschichte für die Medien und dem Merchandise obendrauf gegeben.

Stattdessen haben sich Sportler gefälligst dem Reglemant der (korrupten) Verbändsregimes zu unterwerfe, werden mundtot gemacht oder disqualifiziert.

Wer gegen diese Omerta vestößt, wird entweder sofort kalt gestellt oder im Nachhinein:

image
 
Oben