Der Fall Bedene liegt ein wenig anders. In Slowenien aufgewachsen, wandert er 2008 als 18-Jähriger nach Grossbritannien aus, weil ihm in seiner Heimat die Unterstützung und geeignete Trainingspartner fehlen. Grossbritannien wird seine neue Heimat. Er bewirbt sich um den britischen Pass, der ihm 2015 übergeben wird. Fortan spielt Bedene für seine Wahlheimat und wird zum Kandidaten für das Davis-Cup-Team. Captain Leon Smith möchte Bedene aufbieten,
doch der Tennisweltverband ITF macht ihm einen Strich durch die Rechnung. Denn 2015 führte die ITF eine neue Regelung ein. Sie besagt, dass Spieler in ihrer Karriere bei Olympischen Spielen und im Davis Cup nur eine Nation repräsentieren dürfen.
Bedene stand im Davis Cup dreimal für Slowenien im Einsatz, das letzte Mal 2012. Er hatte es verpasst, vor der Einführung der neuen Regelung eine Ausnahmeregelung zu beantragen. Mit Hilfe des britischen Verbands versuchte Bedene während zwei Jahren auf juristischem Weg, die Starterlaubnis zu erwirken. Vergeblich.
Ende 2017 zieht Aljaz Bedene enttäuscht einen Schlussstrich und erklärt, dass er im neuen Jahr wieder für sein Geburtsland antritt. "Es sind zwei meiner wichtigsten Karriere-Ziele, bei den Olympischen Spielen dabei zu sein und im Davis Cup anzutreten. Es war mein Traum, für Grossbritannien zu spielen. In dieser Phase meiner Karriere will ich keine Chance verpassen, doch noch an Olympischen Spielen teilnehmen zu können und im Davis Cup zu spielen." Seine Zeit unter britischer Flagge bezeichnet er als "grossartige Reise mit einem schlechten Ende".
Quelle: Aargauer Zeitung