Formelsport - IndyCar, Formel E usw.


desl

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Es galt als offenes Geheimnis, jetzt steht es auch offiziell fest: Citroen steigt in die Formel E ein. Mit mit dem Beginn der Gen4-Ära könnte dann auch noch Opel folgen.
Na sowas ... dachte Citroen ist schon seit Ewigkeiten mit der Marke DS in der Formel E vertreten. Hab garnicht mitgekriegt, dass die mit dem Gen 3 Auto quasi ausgestiegen sind.
 

desl

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Nach langer Zeit auf der Aston Martin Ersatzbank läuft der Vertrag von Felipe Drugovich - dem F2-Meister von 2022 - aus. Weil es mit dem F1-Einstieg bei Cadillac auch nicht geklappt hat, wechselt Drugovich zur Formel E, wo er diese Saison bereits Nyck de Vries an einem Wochenende vertreten hat.


Drugovich ersetzt Nick Müller bei Andretti, bei welchem erwartet wird, dass er ins Werksteam von Porsche geholt wird, um den früheren Meister Antonio Felix da Costa zu ersetzen.

Ich hab etwas den Überblick verloren, aber scheinbar will sich Porsche wohl von da Costa trennen, welcher dennoch überzeugt ist, ein Team für die nächste Saison zu finden.

 

desl

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Nachdem Kimi Räikkönen und Valterri Bottas keine F1-Cockpits mehr hatten, hofften die finnischen F1-Fans eine gewisse Weile, dass vielleicht irgendwann ein finnischer Nachwuchsfahrer die Monoposto-Nachwuchsserien empor klettern könnte.

Gewiss, Bottas gibt nächste Saison bei Cadillac sein Comeback, aber nach ihm folgt so schnell wohl kein Finne, schien es.
Der Erfolg von Tuukka Taponen ist nach dem Wechsel von FREC zur F3 (in dieser Saison) noch überschaubar. Und ansonsten fällt mir kein finnischer Nachwuchsfahrer ein, der vielleicht einmal das "Erbe" von immerhin 5 siegreichen finnischen F1-Piloten antreten könnte.
Übrigens, diese Saison ist die erste seit 1990 ohne einen finnischen Piloten im F1-Starterfeld.


Umso überraschender kommt da die Nachricht von Kalle Rovanperä, welcher sein Karriereende in der WRC bekannt gegeben hat.
Rovanperä hat 2022 mit gerademal 22 Jahren den Rekord für den jüngsten Rallye-Weltmeister deutlich unterboten (vorher war es Colin McRea mit 27 Jahren). 2023 wurde er dann folglich auch jüngster Doppel-Weltmeister im Rallyesport.
Letztes Jahr fuhr er nicht die ganze Saison und wurde nur Meisterschafts-Siebter (fuhr ein paar GT-Rennen) ... holte aber dennoch die meisten Saisonsiege. Dieses Jahr ist er noch im Titelrennen.

Nun hat Rovanperä verkündet, dass er nächstes Jahr in der Super Formula starten wird. Ziel ist es, 2027 in der Formel 2 zu starten. Langfristig träumt er von einem Formel-1-Cockpit.

Quasi das Gegenteil von Räikkönen und Kubica, die sich zwischenzeitlich im Rallyesport ausprobierten (Bottas auch ... in kleinerem Rahmen).

Ein ungewöhnlicher Weg, der eher selten gegangen wird. Hannu Mikkola und Walter Röhrl sind z.B. mal Tourenwagenrennen gefahren. Gerard Larrousse feierte Rallye-Erfolge, aber auch Le-Mans-Siege.

Das einzige jüngere "Beispiel" das mir einfällt wäre Sebastien Loeb, der ja ohnehin als einer der vielseitigsten und talentiertesten Motorsportler gilt/galt. Jener holte sich ja abseits von 9 WM-Titeln in der WRC auch mehrere Siege bei den Tourenwagen, bei der FIA GT und wurde zweiter in Le Mans 2006.


Mal schauen, wie Rovanperä sich nächstes Jahr so schlägt...

Ein F1-Auto gefahren ist er übrigens schonmal...

 
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desl

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Vor ein paar Jahren stritten sich mehrere Ferrari-Junioren um die Titel in der F3 Euroserie und in der F2.
Marcus Armstrong, Callum Ilott, Robert Shwartzman, Mick Schumacher.

Armstrong lag in der F3 Euroserie lange vor seinem Teamkollegen Schumacher, verlor aber das Titelrennen. In der F2 erlebte er immer wieder Pleiten Pech und Pannen. Seit drei Jahren fährt er in der IndyCar Series, dieses Jahr liegt er in den Top10, "nur" 8 Punkte hinter seinem Teamkollegen Rosenqvist.

Ilott lag in seiner zweiten kompletten F2-Saison zeitweilig auf Titelkurs. Er holte die meisten Poles und sammelte nach Tsunoda die zweitmeisten Punkte in den Hauptrennen. Doch sein Ferrari-Kollege Schumacher holte mehr Punkte in den Sprintrennen und fing ihn noch ab.
Im Gegensatz zu Schumacher, Tsunoda und Mazepin fand er im Folgejahr kein F1-Cockpit und verließ die F2 und blieb Ferrari-Ersatzmann.
Nach einer Ersatzfahrer-Rolle fand er ein IndyCar-Cockpit 2022 und fährt dort überschaubar erfolgreich mit.

Robert Shwartzman hatte nach seinem Titelgewinn in der F3 einen starken Start in seine erste F2-Saison. Er verlor die Meisterschaftsführung jedoch an Ilott und fiel später auch hinter Schumacher und Tsunoda zurück. Er ging als klarer Favorit in die 2021-Saison. Anfangs bildete sich zwischen ihm, Zhou und Rookie Piastri ein Dreikampf, der jedoch deutlich entschieden wurde, nachdem Piastri 4 Hauptrennen in Folge gewann. Er verließ die Formel 2 und bekam - im Gegensatz zu Zhou - kein F1-Cockpit. Während Piastri nach einem Jahr Zuschauen in die F1 kam, fand sich Schwartzman nach einem Jahr zusehen nur bei den GT3-Kollegen wieder. Letztes Jahr fuhr er dann mit dem Hypercar von Ferrari. Mit dem Einstieg von Prema bei den IndyCars fand Schwartzman ein Cockpit bei seinem alten Nachwuchs-Formel-Team und holte überraschend die Pole beim Indy500. Dort fährt er an der Seite seines alten Ferrari-Junior-Kollegen Ilott.

Und nun? Lange gab es Vermutungen, warum Mick Schumacher - nachdem Jack Doohan den Vorzug um das Alpine-F1-Cockpit bekam (und nun weit entfernt von einer Rückkehr ist) - die angebotene Vertragsverlängerung mit Alpine in der WEC nicht annimmt. Nach einem (positiven) Test vor einem Monat auf dem Rundkurs in Indianapolis ist nun gewiss, dass Schumacher nächstes Jahr für RLL (Rahal Letterman Lanigan Racing) in der IndyCar Series an den Start geht.

Schumacher ist damit übrigens der erste Deutsche in der IndyCar Series seit Lucas Luhr 2013 (glaube ich).
Der letzte Deutsche, der ein Stammcockpit hatte, mit dem er in den USA Monoposto-Ovalrennen fuhr, war - wenn mich nicht alles täuscht - Timo Glock bei den Champ Cars 2005.
Schumacher ist damit wohl auch der erste Deutsche mit einem Stammcockpit in der IndyCar Series bzw. Indy Racing League (statt CART bzw. Champ Cars ... wie Timo Glock und Arnd Meier).


Das bedeutet, dass 2026 gleich 4 der 5 Ferrari-Junioren - welche 2020 in der Formel 2 unterwegs waren (von denen nur der Meister Schumacher ein F1-Cockpit erreichte) - in der IndyCar-Series gegeneinander antreten werden.
Fehlt eigentlich nurnoch Giuliano Alesi. Aber nachdem dieser aus dem Ferrari-Nachwuchs flog und sich Jean Alesi das F2-Cockpit seines Sohnes nicht mehr leisten konnte, wechselte Sohnemann nach Japan und ist dort mittlerweile in der SuperGT ab und an siegreich.
 

desl

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Die Rosin-Familie hat sich nach 40 Jahren bei Prema zurück gezogen. Angelo Rosin war einer der Gründer des Rennstalls, welcher in Europa in Monoposto-Rennserien zahlreiche Erfolge gefeiert hat.

Die Gründe sind nicht ganz klar, aber zuletzt mehrten sich die Gerüchte, dass der Rennstall finanzielle Probleme habe.

So kommt es auch, dass Prema (samt seiner Fahrer Ilott und Schwartzman) nicht in der Meldeliste für den kommenden IndyCar-Saisonstart steht. Es gilt als wahrscheinlich, dass Prema auch den Rest der Saison nicht über den großen Teich fahren wird.


 

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Ralf Schumacher äußert sich, dass der Formelsport in Deutschland quasi tot sei.


Outdoor-Kartbahnen gibt es durchaus noch - auch wenn Schumacher das etwas anders darstellt - wobei diejenige, auf der wir beim JGA meines Bruders waren wohl dicht gemacht hat.

Wie dem auch sei, Hintergrund ist halt auch, dass sich Tim Tramnitz in die Reihe der deutschen Fahrer einreiht, denen das Geld ausgegangen ist.
Tramnitz sollte eigentlich dieses Jahr bei MP Motorsport in der Formel 2 an den Start gehen, konnte jedoch den Platz nicht finanzieren und ist daraufhin auch aus dem Red-Bull-Junior-Kader rausgeflogen.

Tramnitz wechselt nun zu den GT3-Boliden ist als BMW-Werkspilot bekannt gegeben worden.


Gewissermaßen ist das ein ähnlicher Weg wie bei Marvin Kirchhöfer, der ja auch in der Formel 4 (damals Formel Masters) sehr erfolgreich war und nach der GP3 immerhin noch in die GP2 aufstieg. Nach einem Jahr ging Kirchhöfer das Geld aus und er wechselte zu den GT-Boliden.

Maximiliam Günther und David Beckmann wechselten in die Formel E. Lirim Zendeli fährt im Porsche Supercup.

Sie alle kamen nach F4- und/oder F3-Erfolgen in der F2 über die Finanzierung einer einzelnen Saison nicht hinaus.


Gab es vor gut 10 Jahren noch reichlich deutsche Nachwuchs-Piloten in der deutschen und italienischen F4, so sind es heute nurnoch eine Hand voll. In der italienischen wohlgemerkt, die deutsche gibt es nicht mehr.
 

desl

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Wie schätzt du Oliver Goethe ein?

Mäßig, es hat schon seinen Grund, warum er in 2 Jahren in der F3 nur drei Mal bei einem Hauptrennen auf dem Podium stand.
F3 und F2 sind halt auch nicht das gleiche wie Euroformula Open. Das hat Noel Leon z.B. auch merken müssen.

Letzte Saison waren seine Qualifyings oft nicht gut genug.
Dass er neben einem recht durchschnittlichen Fahrer wie Richard Verschoor als Teamkollege weit hinterherhing sah dann auch nicht so dolle aus. Klar, Verschoor ist auch recht erfahren ... aber viel mehr auch nicht.

Ich frage mich, ob etwas aus Oli Goethes vorhaben geworden ist, Deutsch zu lernen.
Das hatte er sich vor ein paar Jahren vorgenommen, als er sich entschied fortan mit deutscher Rennlizenz an den Start zu gehen.

Goethe ist Sohn einer Dänin und eines Deutschen. Er ist in London geboren und in Monaco aufgewachsen. Er hat drei Staatsbürgerschaften (britisch, deutsch, dänisch).
Womöglich sieht er sich selbst primär als Däne oder Monegasse ... so wie Romain Grosjean sich selbst primär als Schweizer sieht, aber immer unter französischer Flagge fährt, weil von der Seite seine Karriere mehr gefördert wurde (z.B. durch seinen Sponsor Total)

Is ein bisserl wie bei Nico Rosberg, der ja auch in Monaco aufwuchs und so manche Sprachen fließend spricht ... außer die vom Heimatland seines Vaters.


Gibt ja so manche Fahrer mit mehreren Nationalitäten. Bevor Hadjar letztes Jahr in die Formel 1 kam, war glaube ich nach britisch die am meisten verbreitete Nationalität im Fahrerfeld belgisch (Verstappen, Norris, Stroll).


Wie dem auch sei, im Gegensatz zu Tramnitz hat Goethe nunmal einen sehr wohlhabenden Vater. Da kann er es sich durchaus leisten noch ein weiteres Jahr in der F2 zu fahren, auch wenn er mit Gabriele Mini dieses Jahr einen Teamkollegen bekommt, der ihm möglicherweise überlegen sein wird.

Nur wenige Piloten im aktuellen Fahrerfeld kommen aus vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen, wie z.B. Ocon und Hamilton.

Wie das Geld wegflutschen kann sah man z.B. auch bei Jean Alesi, der seinen geliebten Ferrari F40 verkaufte, um die Karriere seines Sohnes Giuliano am laufen zu halten.

Naja, im Monoposto-Rennsport ist es nunmal irgendwo auch ein Problem, dass man für das Cockpit bezahlen muss. F2 und F3 bekommen nicht ansatzweise die gleiche Aufmerksamkeit, wie es bei der Motorrad-WM die Moto3- und Moto2-Rennen erfahren. In der Moto2 werden die Piloten von den Teams ja teilweise dafür bezahlt, dass sie ein Bike steuern.
In der Formel 2 bislang undenkbar.
 
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