Wie schätzt du Oliver Goethe ein?
Mäßig, es hat schon seinen Grund, warum er in 2 Jahren in der F3 nur drei Mal bei einem Hauptrennen auf dem Podium stand.
F3 und F2 sind halt auch nicht das gleiche wie Euroformula Open. Das hat Noel Leon z.B. auch merken müssen.
Letzte Saison waren seine Qualifyings oft nicht gut genug.
Dass er neben einem recht durchschnittlichen Fahrer wie Richard Verschoor als Teamkollege weit hinterherhing sah dann auch nicht so dolle aus. Klar, Verschoor ist auch recht erfahren ... aber viel mehr auch nicht.
Ich frage mich, ob etwas aus Oli Goethes vorhaben geworden ist, Deutsch zu lernen.
Das hatte er sich vor ein paar Jahren vorgenommen, als er sich entschied fortan mit deutscher Rennlizenz an den Start zu gehen.
Goethe ist Sohn einer Dänin und eines Deutschen. Er ist in London geboren und in Monaco aufgewachsen. Er hat drei Staatsbürgerschaften (britisch, deutsch, dänisch).
Womöglich sieht er sich selbst primär als Däne oder Monegasse ... so wie Romain Grosjean sich selbst primär als Schweizer sieht, aber immer unter französischer Flagge fährt, weil von der Seite seine Karriere mehr gefördert wurde (z.B. durch seinen Sponsor Total)
Is ein bisserl wie bei Nico Rosberg, der ja auch in Monaco aufwuchs und so manche Sprachen fließend spricht ... außer die vom Heimatland seines Vaters.
Gibt ja so manche Fahrer mit mehreren Nationalitäten. Bevor Hadjar letztes Jahr in die Formel 1 kam, war glaube ich nach britisch die am meisten verbreitete Nationalität im Fahrerfeld belgisch (Verstappen, Norris, Stroll).
Wie dem auch sei, im Gegensatz zu Tramnitz hat Goethe nunmal einen sehr wohlhabenden Vater. Da kann er es sich durchaus leisten noch ein weiteres Jahr in der F2 zu fahren, auch wenn er mit Gabriele Mini dieses Jahr einen Teamkollegen bekommt, der ihm möglicherweise überlegen sein wird.
Nur wenige Piloten im aktuellen Fahrerfeld kommen aus vergleichsweise bescheidenen Verhältnissen, wie z.B. Ocon und Hamilton.
Wie das Geld wegflutschen kann sah man z.B. auch bei Jean Alesi, der seinen geliebten Ferrari F40 verkaufte, um die Karriere seines Sohnes Giuliano am laufen zu halten.
Naja, im Monoposto-Rennsport ist es nunmal irgendwo auch ein Problem, dass man für das Cockpit bezahlen muss. F2 und F3 bekommen nicht ansatzweise die gleiche Aufmerksamkeit, wie es bei der Motorrad-WM die Moto3- und Moto2-Rennen erfahren. In der Moto2 werden die Piloten von den Teams ja teilweise dafür bezahlt, dass sie ein Bike steuern.
In der Formel 2 bislang undenkbar.