Jürgen Klopp - Lichtgestalt* oder Finalversager?


Max Power

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Sieh dir doch einfach an was da investiet wurde und wen er alles ins Fel schicken konnte.
Und ohne de Bruyne wäen es sicherlich 10-20 Punkte wenig gewesen insgesamt.
Und jtzt erzähl mir nicht das Märchen das Pep De Bruyne besser gemacht hat als es vorhe bereits zu sehen war.
ich hab nur versucht zu erklären, warum es dieses Jahr deutlich schlechter läuft als in den letzten Jahren. Nicht mehr und nicht weniger. Man kann da natürlich immer einfach mit "ja aber Geld" antworten, steht jedem frei.
 

Kalle6861

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ich hab nur versucht zu erklären, warum es dieses Jahr deutlich schlechter läuft als in den letzten Jahren. Nicht mehr und nicht weniger. Man kann da natürlich immer einfach mit "ja aber Geld" antworten, steht jedem frei.
Das ist bei Pep aber nunmal sehr auffällig
Sicher hat er auch ne Menge draus gemacht aber er hatte immer nur eine Idee wenn etwas nicht ganz so nach wunsch lief.
Nach Kohle für seine Wunschspieler zu fragen... Koste es was es wolle.
 

LeZ

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Welche Wunschspieler hat er sich bei Bayern kaufen lassen, um Meister zu werden und in der CL nicht zu gewinnen ? Wen hat er da nicht besser gemacht, und wer hat bei Bayern vor Guardiola schon Tiki-Taka implementiert wodurch es von Guardiola nur vertieft werden musste ? Wie genau hat Bayern 2013 im CL-Finale unter Heynckes schon erkennbar genauso gespielt wie ein Jahr später unter Guardiola ?

Damit es nicht völlig OT ist: Klopp > Guardiola.
 

Francois

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Man kann da natürlich immer einfach mit "ja aber Geld" antworten, steht jedem frei.
Das "kann" man bei normalen Diskrepanzen oder schon etwas extremer als damals Abramowitsch z.B. angefangen hat Chelsea hochzupushen.
Im Fall von Man City muss man es erwähnen und hat maßgeblichen Anteil. Das sprengt jede Dimension.

Finde es eher merkwürdig einen Trainer da so hoch zu bewerten der bei jedem Widerstand "TRANSFER" brüllt. Das ist wie ein Bundesligist in der Regionalliga.
 

Big d

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Was heißt kritisiert? Mir geht eben der Personenkult um Guardiola auf die Nerven, und maßlos übertriebene Ausdrücke wie "Spiel revolutioniert". Was hat er denn bitte "revolutioniert"? Er hat mit extrem teuren Mannschaften eine extreme Variante des Ballbesitzspiels etabliert (... ein Stil, bei dem man bisher vermuten muss, dass er nur funktioniert, wenn man personell fast jedem Gegner haushoch überlegen ist - andere Beispiele gibt es ja nicht), mit dem man in nationalen Ligen in der Regel souverän Meisterschaften einfährt (... was andere mit weit überlegenen Kadern meistens genauso schaffen, relativ unabhängig vom Stil). Ist "Revolution" dafür wirklich ein angemessener Ausdruck, oder geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?
Pep hat natürlich nur top Teams gehabt, aber er hat sich halt auch den Status erarbeitet, diese Teams haben ihm auch vertraut und ihm diese Jobs gegeben und er hat abgeliefert.

Klar kann man sagen es ist beeindruckender das friedhelm funkel mit Fortuna die klasse gehalten hat als das pep mit Bayern meiste geworden ist (was niko Kovac und Felix magath auch geschafft haben), aber friedhelm funkel (oder jüngere Äquivalente) haben solche Jobs halt auch nicht angeboten bekommen.

Natürlich hat pep riesen Glück gehabt als barca Spieler dort ins gemachte Nest (vielleicht das beste vereinsteam aller Zeiten damals) zu kommen und er musste sich nicht wie andere von unten hocharbeiten, aber von da an hat er immer abgeliefert.

Klar haben die Teams geholfen, aber es sind auch schon gute Trainer in top Teams gescheitert wo man natürlich bessere Voraussetzungen hat, aber auch Herausforderungen die man in der Provinz (nicht auf klopp bezogen, sondern auch kleinere trainer) nicht hat wie Egos von Superstars und deren Beratern und mehr Druck von der Presse.

Daher funktioniert die Rechnung er hat mit dem schlechtesten Kader die Klasse gehalten also würde er auch aus dem besten am meisten rausholen nicht immer weil die Voraussetzungen bezüglich Spielstil, Ego Management, Presse Management etc komplett anders ist.

Damit will ich nicht sagen das overperformance mit einem schwächeren Team keine Leistung ist und für einen Trainer des Jahres sollte es berücksichtigt werden, aber man kann das nicht immer 1 zu 1 übertragen.

Für mich ist immer wieder das Vertrauen der top Teams zu bekommen und auch so gut wie immer abzuliefern auch eine Leistung.

Klopp ist da allerdings jetzt auch angekommen wo er sich seinen Job aussuchen kann daher mal sehen wie es sich entwickelt, kann ja sein das er die nächsten drei Jahre einen extremen Run hat und dann klar der beste ist.
 

Solomo

Hundsbua
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Es ist ja eigentlich kein "Klopp vs Guardiola" Thread und ich kann auch bekanntermaßen mit solchen Vergleichen wenig anfangen, bzw. damit, dass es immer einen besten geben muss, was dann teilweise in fast schon Fanatismus und Grabenkämpfen mündet. Aber gut, dann mach ich mal mit.

Ich halte Klopp und Guardiola beide für herausragend. Aktuell ist Klopp der beste Trainer. Es gibt einfach keine Argumente dagegen. Und mMn wird Klopp beim Gedankenexperiment "gib beiden einen durchschnittlichen Kader und schau dann, wer mehr rausholt" immer vorne liegen. Er ist herausragend darin, einen Kader zu moderieren, Stärken zu nutzen und Schwächen zu kaschieren, so dass das Team bestens funktioniert. Und er nimmt durch seine Außenwirkung Druck vom Kader, weil er sehr charismatisch ist und Notfalls mal ein Problem weglacht. Er hatte bisher auch immer Vereine, die Potenzial haben, die aber zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung nicht grade ihre beste Zeit hatten. Somit hatte er immer Zeit, alles entsprechend aufzubauen. Wenn der Erfolg dann kommt und man gemeinsam wächst, hat man natürlich einen gewaltigen Rückhalt im Verein. Ich habe im Gegensatz zu früher keinen Zweifel mehr, dass Klopp auch Erfolg hätte, wenn er einen Verein übernimmt, der schon ganz oben steht, aber ich glaube, er selber liebt diese Aufbauarbeit und geht auch gezielt zu speziellen Vereinen. Ich glaube auch nicht, dass er nach Liverpool noch viele Vereine trainieren wird. Einfach, weil er keinen Bock auf gemachtes Nest hat. Ist aber nur meine Einschätzung aus der Ferne. Er ist ein Trainer, der etwas aufbauen und lange bei einem Verein arbeiten will, was in der "Hire&Fire"-Welt Profifußball ein Zeichen von viel Qualität und viel Selbstbewusstsein ist.

Ich kann ja nur für mich sprechen, aber für mich waren die drei Jahre bei Pep mit die besten, auf jeden Fall aber die interessantesten, seit ich Bayernfan bin. Mir gefällt es einfach, wie Guardiola Fußball denkt, wie er mit der Taktik arbeitet, wie er Spieler sieht. Da sehe ich ihn auch vor jedem anderen Trainer, den ich kenne. Paradoxerweise ist es aber genau das, was ihn nicht noch erfolgreicher werden lässt. Er lebt seine Fußballidee so, dass er null Kompromisse macht und das kommt manchmal als Boomerang zurück. Er ist halt auch längst nicht dieser Menschenfänger wie Klopp, zumindest nach außen hin, und vermutlich auch der schwierigere Typ. Ein pragmatischerer Pep wäre meiner Meinung nach der beste Trainer aller Zeiten. Andererseits gibt es pragmatisch und Pep einfach nicht.

Ich bin einfach froh, zwei solch große Trainer erleben zu dürfen. Von anderen großen Trainern (z.B. Weisweiler oder Lattek) kann ich nur lesen.
 

Benny

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Zumal es diese umgekehrten Fälle (Welttrainer bei kleinem Club) ja durchaus gibt.

Robert Di Matteo hat schließlich 2015 mit Schalke den Klassenerhalt geschafft.

:clowns:
 

Kalle6861

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@ solomo
Ich finde du kannst Heynckes da nicht so einfach raus lassen als Bayern Fan;)
 

LeZ

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Ich sehe in Guardiolas Spiel zwei Schwächen: er braucht hinten enorm schnelle, zweikampfstarke Abwehrspieler die mit diesem teils übertriebenen Hoch stehen umgehen können, und er braucht (einen) schnelle(n) Mittelfeldspieler die bei Kontern dann die Lücken füllen und nicht stehen bleiben.

Und vorne braucht er einen genialen Anspieler, der auch in einer massierten Deckung noch die Lücke sieht und exakt so in diese reinspielt dass Gefahr entsteht. Dazu intelligente Stürmer die zumindest mit 3-4 Leuten dann im Verband in solchen Situationen gemeinsam die Chance erspielen. Das ist nicht so häufig, dass man daraus ein zwingendes System konstruieren kann, wenn man diesen Anspieler (Iniesta) nicht hat. Özil wäre zum Beispiel wie gemalt für ein Pep-Spiel, kommt mit Run&Gun aber überhaupt nicht (mehr) zurecht.

Bei Bayern sah man, dass diese Mannschaft die nicht aus lauter Edeltechnikern bestand innerhalb kürzester Zeit durch intensives Training in der Lage war, surreal hohe Ballbesitzquoten zu erzielen, und z.B. Manchester wie eine Schülermannschaft aussehen zu lassen die bei den Männern der ersten Mannschaft hinter dem Ball herrennen. Es gab zwei Edeldribbler in Robbery, die sich aber gegen tief stehende mit Mann und Maus verteidigende Mannschaften schwer taten und fest rannten, weil es diesen Superanspieler Iniesta nicht gab. Man konnte auch keinen kaufen, weil es davon nur eine Hand voll gibt, oder weniger. Thiago konnte das zum Beispiel nie erfüllen, der hat nie den Ball am Strafraum gehalten und dann genial durchgesteckt, was Pep gehofft hatte. Deshalb ist man immer durch die Liga spaziert, und gegen konterstarke, stark verteidigende Mannschaften biss man sich die Zähne aus.

Klopps Spiel hat diese Schwäche nicht. Der kann mit seinem System das auf anderen Qualitäten aufbaut variabel agieren, und das Glück zwingen. Es ist schwer das genau zu beschreiben, aber im CL-Finale 2013 konnte man es durchaus erkennen. Der Bayern-Sieg war da durchaus glücklich, und das Resultat von Kampf und genialen Einzelkönnern. Aber zu konstruieren dass Pep sich einfach nur die 11 besten Spieler kaufen lässt ist Bullsh*t hoch Drei.
 

Big d

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Mal ne Frage zum taktischen, da ich Liverpool nicht verfolgt habe:

Beim BvB sah es am Ende ja ein wenig so aus als würde sein Spielstil ein wenig an seine Grenzen kommen, da das Pressing und umschalten gegen offensiven ballbesitzfußball gut funktionierte, aber gegen teams die den Bus parkten nicht immer so klappte. Das lag auch am Verlust von lewandowski, aber vielleicht auch ein wenig am Stil.

Kommt er damit inzwischen in Liverpool besser klar? Wie spielt Liverpool wenn der bus geparkt wird und hat kloppo sich da weiterentwickelt? Oder wird das mehr mit individueller Klasse gelöst?
 

NcsHawk

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Mal ne Frage zum taktischen, da ich Liverpool nicht verfolgt habe:

Beim BvB sah es am Ende ja ein wenig so aus als würde sein Spielstil ein wenig an seine Grenzen kommen, da das Pressing und umschalten gegen offensiven ballbesitzfußball gut funktionierte, aber gegen teams die den Bus parkten nicht immer so klappte. Das lag auch am Verlust von lewandowski, aber vielleicht auch ein wenig am Stil.

Kommt er damit inzwischen in Liverpool besser klar? Wie spielt Liverpool wenn der bus geparkt wird und hat kloppo sich da weiterentwickelt? Oder wird das mehr mit individueller Klasse gelöst?
Klopp fehlte gegen Ende seiner Zeit beim BVB Qualität.
Wenn der Gegner gut auf dich eingestellt ist und individuelle Fehler vermeidet wird es immer schwer Spiele zu gewinnen.
Für solche Spiele benötigt man Dosenöffner oder auch Spieler die den Unterschied machen können.
Lewandowski war 13/14 schon eine gewaltige One-Man Show die viele Baustellen im Kader verdeckt hat.

Die Einkäufe 13/14 mit Auba und Mikhi waren noch nicht zu 100% im System Klopp integriert.
Die Einkäufe 14/15 mit u.A. Immobilie, Ramos, Ginter, Kagawa konnten die Lewandowski Lücke nicht füllen.
Dazu kam ein Hummels der nach der WM völlig außer Form war.

Meiner Meinung nach ist Klopp nicht an seinem Stil gescheitert sondern an seinem Personal.
Der war ein wenig zu verliebt in die Jungs die mit ihm die großen Titel gefeiert haben und auf dem Transfermarkt wurde keine gute Arbeit geleistet.
Deswegen war ich auch sehr gespannt wie Klopp nach dem CL Titel weitermacht. Liverpool hat sich auch nicht weiter verstärkt im letzten Sommer.
Top Einkauf in dieser Saison Minamino. Bin gespannt ob man dieser Linie treu bleibt und weiterhin Erfolg haben kann.
 

le Tissier

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Ich sehe in Guardiolas Spiel zwei Schwächen: er braucht hinten enorm schnelle, zweikampfstarke Abwehrspieler die mit diesem teils übertriebenen Hoch stehen umgehen können, und er braucht (einen) schnelle(n) Mittelfeldspieler die bei Kontern dann die Lücken füllen und nicht stehen bleiben.
Klar, weil Puyol und Pique (oder deren Backups) unglaublich schnell waren und der rasend flinke Busquets dann mit seinem Tempo die Konter gestoppt hat.

Und vorne braucht er einen genialen Anspieler, der auch in einer massierten Deckung noch die Lücke sieht und exakt so in diese reinspielt dass Gefahr entsteht. Dazu intelligente Stürmer die zumindest mit 3-4 Leuten dann im Verband in solchen Situationen gemeinsam die Chance erspielen. Das ist nicht so häufig, dass man daraus ein zwingendes System konstruieren kann, wenn man diesen Anspieler (Iniesta) nicht hat. Özil wäre zum Beispiel wie gemalt für ein Pep-Spiel, kommt mit Run&Gun aber überhaupt nicht (mehr) zurecht.

Bei Bayern sah man, dass diese Mannschaft die nicht aus lauter Edeltechnikern bestand innerhalb kürzester Zeit durch intensives Training in der Lage war, surreal hohe Ballbesitzquoten zu erzielen, und z.B. Manchester wie eine Schülermannschaft aussehen zu lassen die bei den Männern der ersten Mannschaft hinter dem Ball herrennen. Es gab zwei Edeldribbler in Robbery, die sich aber gegen tief stehende mit Mann und Maus verteidigende Mannschaften schwer taten und fest rannten, weil es diesen Superanspieler Iniesta nicht gab. Man konnte auch keinen kaufen, weil es davon nur eine Hand voll gibt, oder weniger. Thiago konnte das zum Beispiel nie erfüllen, der hat nie den Ball am Strafraum gehalten und dann genial durchgesteckt, was Pep gehofft hatte. Deshalb ist man immer durch die Liga spaziert, und gegen konterstarke, stark verteidigende Mannschaften biss man sich die Zähne aus.

Klopps Spiel hat diese Schwäche nicht. Der kann mit seinem System das auf anderen Qualitäten aufbaut variabel agieren, und das Glück zwingen. Es ist schwer das genau zu beschreiben, aber im CL-Finale 2013 konnte man es durchaus erkennen. Der Bayern-Sieg war da durchaus glücklich, und das Resultat von Kampf und genialen Einzelkönnern. Aber zu konstruieren dass Pep sich einfach nur die 11 besten Spieler kaufen lässt ist Bullsh*t hoch Drei.
Der ganze Rest ist genauso falsch.

Auch in Barcelona hatte Pep nicht immer nur Edeltechniker im Team. Keita war der Spieler mit den meisten Einsätzen in dieser Zeit. Iniesta spielte häufig auf dem linken Flügel und war zu keinem Zeitpunkt der entscheidende "Superanspieler". Wie kommt man auf sowas?

Wenn man überhaupt jemanden für diese Rolle rauspicken will, waren das Xavi oder Messi. Iniestas Bedeutung und Rolle im Team wird sowieso ständig verklärt weil sich die Leute an einzelne Highlight Dribblings oder einzelne extrem wichtige Tore (WM Finale, Chelsea) erinnern. Iniesta ist ein Zauberer mit dem Ball am Fuß aber Xavi war der wichtigere, bessere, konstantere und offensiv gefährlichere Spieler.

---

Diskussionen über Trainer sind immer schwierig weil man als Außenstehender nicht viele Einblicke hat. Zudem muss man bei der Bewertung zwischen Leistung und Erfolgen trennen können. Dazu wird noch alles mit Transfer und Kaderentscheidungen vermischt.

Aber man sollte zumindest bei den grundsätzlichen Fragen einigermaßen informiert sein. Was hier teilweise im Thread steht oder was Kalle zu Peps Barca Jahren geschrieben hat ist wirklich nur wilde Fantasie.


Mal ne Frage zum taktischen, da ich Liverpool nicht verfolgt habe:

Beim BvB sah es am Ende ja ein wenig so aus als würde sein Spielstil ein wenig an seine Grenzen kommen, da das Pressing und umschalten gegen offensiven ballbesitzfußball gut funktionierte, aber gegen teams die den Bus parkten nicht immer so klappte. Das lag auch am Verlust von lewandowski, aber vielleicht auch ein wenig am Stil.

Kommt er damit inzwischen in Liverpool besser klar? Wie spielt Liverpool wenn der bus geparkt wird und hat kloppo sich da weiterentwickelt? Oder wird das mehr mit individueller Klasse gelöst?
Ich finde deine Analyse richtig. Wobei jeder Trainer (nicht nur Klopp) beim Bespielen von destruktiven und mauernden Teams auf die individuelle Qualität der Offensivspieler angewiesen ist. Ich denke aber, dass Guardiolas Mannschaften hier einen kleinen Vorteil gegenüber "pragmatischen" Teams haben:

Peps Mannschaften wollen immer (!) Ballkontrolle und den Gegner tief in der eigenen Hälfte einschnüren. Ballgewinne nach Pressing werden nicht immer zum vertikalen Umschalten genutzt sondern es folgt auch häufig der Rückpass zur Beruhigung des Spiels. Grundsätzlich ist der Gegner dabei egal. So spielt man gegen Burnley und man versucht das auch gegen Real Madrid oder gegen Liverpool. Die haben quasi nur einen Stil und praktizieren das rund um die Uhr bis zum Erbrechen.

Bei Klopp ist die Idealvorstellung, dass man nach dem Pressing/Ballgewinn sofort mit schnellem Umschaltspiel den Weg nach vorne sucht. Gegen andere Topteams mit ähnlicher individueller Qualität (City, Real Madrid etc) verzichtet man auch gerne auf größere Ballbesitzanteile und nutzt dafür pragmatisch die eigenen Stärken im Pressing und Konterspiel. Allerdings hast du natürlich in der Liga auch häufiger die Situation, dass schwächere Teams a la Burnley stur hinten drin stehen. Da ist man als Favorit einfach gezwungen tiefstehende Teams zu bespielen. Und da haben (hatten) Klopps Teams vielleicht einen Tick weniger "Routine" als Peps Mannschaften. Dafür sind Klopps Mannschaften pragmatischer in den Top Duellen.

Vereinfacht:
-Peps Stil sorgt für einen kleinen Bonus im Duell mit tiefstehenden und destruktiven Gegnern.
Das hilft vor allem beim Bespielen der schwächeren Teams in der Liga.
-Klopps Stil sorgt für einen kleinen Bonus im Duell mit "mitspielenden Teams".
Häufig sind das die anderen Topteams und das hilft somit eher bei den Aufeinandertreffen in den KO Runden

--

In Klopps Anfangsphase bei Liverpool war das Bespielen der schwächeren Teams definitiv ein großes Problem. Man hatte überragende Bilanzen gegen die Top Clubs aber große Probleme beim Bespielen der Kellerkinder. Aber man muss sich ja nur die überragende Ausbeute der letzten beiden Jahre ansehen um zu erkennen, dass sich da vieles getan hat. Einerseits ist die Mannschaft ganz einfach individuell besser geworden und andererseits hat man sich natürlich auch mehr und mehr daran gewöhnt in der Favoritenrolle auf mauernde Mannschaften zu treffen. In den Auswärtsspielen war das manchmal auch diese Saison spielerisch sehr zäh. Aber man hat vorne einige Individualisten (Salah, Mane) und andererseits sorgt die starke Defensivarbeit dafür, dass man viel Druck nach vorne aufbauen kann. Man hat häufig noch mit einer Schlussoffensive ein Tor erzwungen. Nicht indem man (a la Pep) mit Geduld auf Lücken wartet sondern eher nach dem "Klopp Vollgas" Prinzip. Da segeln dann im Minutentakt die Flanken von Trent Alexander Arnold (der bricht alle Rekorde) in den 16er und wenn die Abwehr klärt, erobert Liverpool sofort wieder die Bälle zurück. Zudem sind auch Standards eine absolute Waffe geworden.
 
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JL13

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Ach ja, das Märchen vom Revolutionär Pep, dass es einem neutralen Beobachter immer erschwert, ihn für seine wirklich guten Skills zu würdigen...

Pep ist extrem gut, aber nichtmal annähernd so gut, wie er von einigen hier gemacht wird.
 

le Tissier

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Ach ja, das Märchen vom Revolutionär Pep, dass es einem neutralen Beobachter immer erschwert, ihn für seine wirklich guten Skills zu würdigen...

Pep ist extrem gut, aber nichtmal annähernd so gut, wie er von einigen hier gemacht wird.
Hast du auch inhaltlich etwas zum Thema beizutragen?
 

Kalle6861

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Oh das Fussballexikon hat gesprochen
Mal abgesehendavon das Du hier Gehenargumente zu Thesen bringst die nie jemand aifgestellt hat, ist noch vieles sachlich falsch!

Puyol war sicher nicht langsam
Keita war sogar technisch ganz hervorragend und Dazu athletisch stark

Buskets war ein schlüsselspieler für pepes system, läuferisch und für den gegner lästig wie ne Schmeissfliege!

Nie hat jemand behauptet Peps teams hätte nur aus edeltechnkern und Feingeistern bestanden!
Fakt ist die Qualitativ hochwertigen Grundsäulen fand er immer schon vor und hat dann gemäss seiner laufintensiven philosophie kohle rausgehauen für seine Idealspieler! Und nachjustiert!
Recolutioniert oder gar ein neues Spiel entwickelt hat er nicht!
Und bei seinen Teams hat es eben auch zu 90% die Qualität der Spieler gerichtet!
Und die hat nicht er entwickelt diese Qualität
Guardiola ist ein top trainer aber er steht sicher nicht über allen weil ne Kosten nutzen rechnung gehört auch bei seinen Stationen dazu!
Und da haben eben andere mit weniger finanziellem aufwand ähnliches oder gar mehr erreicht!
 
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le Tissier

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Das ist doch verrückt... Keita hat in seiner ganzen Zeit bei Barcelona wahrscheinlich keine 10 Risikopässe oder Dribblings probiert. Der war ein enorm wichtiger Rollenspieler. Athletisch, bissig, dynamisch, sucht die Zweikämpfe, stark in der Luft. Hatte auch gutes Timing beim Starten in die Box und für einen Defensivspezialisten durchaus Torgefahr. Hier und da ein Weitschuss und viele Kopfballtore.
Aber wirklich niemand kann ernsthaft auf die Idee kommen Seydou Keita als guten Techniker zu bezeichnen. Oder sogar "ganz hervorragend".
Das war ganz klar die Schwäche in seinem Spiel.

--

Puyol hatte durchschnittliches Tempo. Er war nicht extrem langsam aber das war auch sicher keine Stärke. Pique kann Tempo aufnehmen aber ist auf den ersten Metern nicht gerade flink. Auch bei ihm ist das höchstens durchschnittlich. Busquets ist das Paradebeispiel für einen eher langsamen Spieler. Dieses Trio war aber der defensive Kern des erfolgreichen Barca Teams unter Guardiola. Aber @LeZ hat analysiert, dass Pep unbedingt schnelle Spieler auf diesen Positionen braucht... Das passt doch nicht zusammen.

--

Spielervergleiche oder hier in diesem Thread das Einordnen von Trainerkarrieren ist kompliziert. Da kann man auch unterschiedliche Vorlieben haben und zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Aber ich verstehe nicht, dass Leute wie du hier mit großem Selbstbewusstsein absurde Behauptungen aufstellen obwohl sie sich ganz offensichtlich nie mit den Themen beschäftigt haben und keine Ahnung haben wovon sie reden.

Und ich kann damit leben, dass das arrogant klingt. Aber ich schreibe was zu Keita weil ich damals fast alle Spiele über 90 Minuten gesehen habe und mir ein Urteil bilden kann. Bei Themen von denen ich keine Ahnung habe, halte ich mich raus. Ich poste doch auch nicht ständig zur Serie A, im Box Forum oder bei den Ski Springern wenn ich davon nix verstehe.
 
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LeZ

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Viele Spieler kamen aus der brutal guten Nachwuchsarbeit von Barcelona, und die hatten unheimlich was drauf am Ball. Auch als Abwehrspieler, die konnten Sachen die man nicht mal bei allen Mittelfeldcracks findet. Weder Puyol, noch Pique, noch Alves, noch Adriano, noch Abidal, noch Maxwell waren langsam, und hatten auch technisch richtig was auf dem Kasten.

Allerdings hat Pep dann doch ein Kurzpassspiel etabliert das es so in der Art vorher nicht gab. Nicht so extrem. Und wie man weiss hat Herr G. einer Mannschaft die das nicht immer schon so gespielt hat das in gerade mal nem halben Jahr beigebracht, die unter Heynckes noch eher mit Ordnung, individueller Stärke, Kampf und langen Bällen gespielt haben. Natürlich war das "revolutionär", es hat nur klare Nachteile und ist ein Nischensystem. Die kommen bei technisch guten Mannschaften aber erst zum Tragen, wenn es gegen abwehrstarke Topgegner mit ähnlich guten Spielern geht. Es ist ja kein Zufall dass er von 2009-2020 in 8 von 12 Fällen Meister und 7x Pokalsieger wurde, aber die Championsleague "nur" 2x mit Barcelona holte. Danach 9 Jahre nicht mehr, trotz Spitzenmannschaften.

Iniesta kein Anspieler ???

Der langsame Puyol:

Man ergänze "schnell" durch "oder enorm ballsicher, spielstark und positionierungssicher", dann kommt es hin. Hier der langsame Pique der immer falsch steht und nichts am Ball kann:

Zurück zu Jürgen Klopp, bitte Peter Nidetzki!
 
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bigcactus

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Bei Iniesta oder Xavi fühle ich mich mal persönlich angegriffen... Ja Xavi hat die besseren Stats, aber in welchen Situationen man Iniesta anspielen konnte und wie er sich daraus befreit hat war für mich viel mehr Wert... Solche Spieler ermöglichen ein Pep-System für mich überhaupt erst. Dazu die Passsicherheit und Kombinationen mit Messi die seinesgleichen suchen. Xavi hatte doch die wesentlich leichtere Rolle, weil er im Grunde defensiv keine Aufgabe hatte und sich vorne immer wieder einschalten konnte um Kombinationen zu vollenden.
 
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