Jürgen Klopp - Lichtgestalt* oder Finalversager?


Cudi

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Oh yes, jetzt kommen die Youtube Highlight Videos. Da kann man auch von Heiko Westermann ein Weltklasse Video zusammenschneiden.

Ich stimme @le Tissier beim Thema Geschwindigkeit komplett zu. Habe zu der Zeit auch sehr viele Barcelona Spiele gesehen. Puyol und Piqué waren durchschnittlich schnelle Spieler, Puyol aber noch eher schneller als Piqué, der erstmal ins Rollen kommen musste. Busquets ist schon immer ziemlich langsam gewesen, hatte aber schon immer ein extrem gutes Stellungsspiel. Abidal ist für einen Außenverteidiger auch keine Rakete gewesen, aber realtaktisch auch regelmäßig wie ein zusätzlicher Innenverteidiger gewesen.

Wenn Abidal eher defensiv gestanden ist und Villa von außen in die Mitte zog, war auf dem linken Flügel relativ viel Platz, welchen Iniesta dann aus der Halbposition besetzt hat und so mehr Raum in der Mitte frei war. Iniesta ist dadurch häufig als ZM/LA Hybrid aufgetreten. Ich meine im Jargon nennt man das neuerdings Mezzaia. Bei Abidal war die defensive Absicherung notwendig, weil Alves auf der anderen Seite manchmal Rechtsaußen gespielt hat und fast nur vorne rumturnte. Ich kann mich da an eine Saison mit über 20 Vorlagen in der Liga erinnern. Verteidiger war er da nur auf dem Papier, weil man die Gegner vorne sowieso Eingeschnürt hat.

So ungefähr sah der Spaß dann auf dem Feld aus:
 

le Tissier

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Bei Iniesta oder Xavi fühle ich mich mal persönlich angegriffen... Ja Xavi hat die besseren Stats, aber in welchen Situationen man Iniesta anspielen konnte und wie er sich daraus befreit hat war für mich viel mehr Wert... Solche Spieler ermöglichen ein Pep-System für mich überhaupt erst. Dazu die Passsicherheit und Kombinationen mit Messi die seinesgleichen suchen. Xavi hatte doch die wesentlich leichtere Rolle, weil er im Grunde defensiv keine Aufgabe hatte und sich vorne immer wieder einschalten konnte um Kombinationen zu vollenden.
Alles was du positiv zu Iniesta schreibst gilt für Xavi genauso. Der kann sich auch aus jeder Situation lösen und ist immer anspielbar. Er hat insgesamt auch mehr mit Messi kombiniert (schon allein aufgrund der Seite). Und Iniesta hat doch viel weniger Defensivaufgaben als Xavi...

Letztendlich waren beide genial und in vielen Bereichen Seelenverwandte. Beide waren kaum vom Ball zu trennen und technisch brilliant.
Iniesta zwar eindeutig spektakulärer (Xavi hatte nie den Antritt oder die Dribbling Skills) aber im Bezug auf den Output war Xavi besser.

Xavi hatte aus meiner Sicht einfach noch mehr Einfluss und mehr Zielstrebigkeit in seinen Aktionen. Iniesta hatte immer wieder Phasen (innerhalb einer Saison oder auch innerhalb einer Partie) in denen er abtauchte und kaum Verantwortung übernahm. Er war relativ oft "nur" ein Rollenspieler mit großer Ballsicherheit. Ich habe mir immer gewünscht, dass er häufiger ins Dribbling geht und mehr riskiert. Er hatte natürlich auch atemberaubende Auftritte (sehr häufig in wichtigen Spielen) mit irren Dribblings und Man of the Match Leistungen. Aber Xavi war in dieser Ära die Konstante: Immer der zuverlässige Taktgeber im Zentrum, zusammen mit Puyol der Leader und der Dreh und Angelpunkt im Spiel.

Er hatte auch insgesamt mehr Tore, mehr Assists, mehr Hockey Assists und mehr Pässe in den gegnerischen 16er obwohl seine Rolle im Vergleich zu Iniesta defensiver war (der hat teilweise klassisch Linksaußen gespielt und auch im Zentrum defensiv nie viel beigetragen). Bei Iniesta fehlte oft ein wenig die Zielstrebigkeit in Richtung Tor und in Anbetracht der unglaublichen Fähigkeiten und seiner offensiven Rolle ist auch die Ausbeute bei den Scorerpunkten nicht so beeindruckend. Man muss aber auch sagen, dass er im Vergleich zu Xavi (anhand meiner Erinnerungen) häufiger von Verletzungen geplagt war. Bei ihm hat man diese Pausen immer extrem gespürt. Es dauerte häufig einige Spiele bis die Leichtigkeit und die Selbstverständlichkeit zurück war.
Ich hatte immer das Gefühl, dass Barca ein Fehlen von Iniesta viel besser kompensieren kann als ein Fehlen von Xavi. (Bei Spanien eher umgekehrt)

Aber deswegen fand ich auch die ganze Argumentation von @LeZ rund um den "entscheidenden Superanspieler Iniesta" falsch.
 
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Kalle6861

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Lichtgestalten sind beide nicht btw.

Beides Fussballtrainer deren berufliche Werdegänge wenig gemeinsam haben.
 
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Beide sind Spitzentrainer, aber Klopp hat doch die Nase ein ganzes Stück vorne mittlerweile. Der hat 2011 mit einer Resterampe die Bayern in der Liga düpiert, ist 2013 mit einer linken Seite mit Schmelzer und Großkreuz ins CL-Finale spaziert und hat in Liverpool schließlich die CL gewonnen, wobei Spieler, die vorher in Hoffenheim und Wolfsburg spielten, entscheidende Tore gemacht haben. Irgendein Trainer aus Dresden hat mal gesagt, man könnte aus Schei$$e keine Bonbons machen. Jürgen Klopp hat ihn inzwischen mehrfach widerlegt...
 

Mahoney_jr

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Was heißt kritisiert? Mir geht eben der Personenkult um Guardiola auf die Nerven, und maßlos übertriebene Ausdrücke wie "Spiel revolutioniert". Was hat er denn bitte "revolutioniert"? Er hat mit extrem teuren Mannschaften eine extreme Variante des Ballbesitzspiels etabliert (... ein Stil, bei dem man bisher vermuten muss, dass er nur funktioniert, wenn man personell fast jedem Gegner haushoch überlegen ist - andere Beispiele gibt es ja nicht), mit dem man in nationalen Ligen in der Regel souverän Meisterschaften einfährt (... was andere mit weit überlegenen Kadern meistens genauso schaffen, relativ unabhängig vom Stil). Ist "Revolution" dafür wirklich ein angemessener Ausdruck, oder geht es vielleicht auch eine Nummer kleiner?
Sorry, irgendwie vergessen, dass ich hier geschrieben habe und dann nicht in time auf die Antwort reagiert. Also hier etwas verspätet (und auch @Francois ):

Natürlich hat Guardiola das Spiel revolutioniert. Spanien 2008 war der Anfang und vielleicht ein Heureka, wie man es machen kann und in welche Richtung sich vielleicht Ballbesitzfußball entwickeln kann, aber die haben immer noch mit zwei Stürmern gespielt (Torres und Villa). Was Spanien geschafft hat, war einen Haufen extrem talentierter Spieler zusammenzubringen und das beste draus zu machen (und das war an sich schon revolutionär genug, also Xavi, Iniesta zusammen ins ZM zu packen). Das nannte man dann Tiki-Taka und Aragones hat insofern wahrscheinlich den Anfang gegeben, für das, was sich dann im Clubfußball mit diesem Personal entwickelt hat. Solche reinen Talent-Maschinen sind oft genug vorher untergegangen.

Was aber hat Guardiola revolutioniert?

1. Die klare Philosophie, das Zentrum zu überladen. Und das bis ins Extrem. Wenn der Gegner 4-4-2 gespielt hat, dann hat Guardiola mit 4-5-1 gekontert. Ging der Gegner auf 4-5-1, dann hat Guardiola das mit einem 3-6-1 gekontert. Er war in der Hinsicht absolut radikal und deshalb auch ein Revolutionär. Ich will in keinster Weise den Impact von Aragones oder die Tatsache, des unfassbaren Talents kleinreden, aber Guardiola hat das in ein Modell gebracht, womit man den Daily Grind des Clubfußball zu einem Grind für den Gegner macht.
2. Dazu hat er die Linien viel höher geschoben als jeder anderer.
3. Er hat aktiv versucht, schlechte Fußballer, so viel es irgendwie geht, aus der Mannschaft zu verbannen. Jeder konnte kicken und man brauchte keine Zerstörer mehr
4. Er hat dadurch ein Killer-Pressing mit Spielern ermöglicht, die im Prinzip keine guten Zweikämpfer und keine Monsterathleten waren

Und als das alles noch nicht genug war, hat er dann das 4-6-0 erfunden, also den Stürmer getötet und die "falsche Neun" geschaffen.

Insofern glaube ich schon, dass Guardiola das Spiel revolutioniert hat. Es wird ihm nicht gerecht, das auf hohes Spieler-Talent und den Anschub durch die Nationalmannschaft zu verringern. Mal ganz davon abgesehen, dass Xavi Hernandez sein Spiel nach Guardioala dem Spieler ausgerichtet hat.

Es ist dabei unerheblich, ob er damit langfristig Erfolg hat oder ob sein Fußball heutzutage oder gerade in Top-Spielen nun ausgekontert werden kann. Ich sehe auch Klopp nun vor ihm, aber das heißt doch lange nicht, dass man Guardiola's Einfluss auf den Fußball kleinreden kann. Selbst Jürgen Klopp hat doch von Barcelona gelernt und die Erkenntnisse von Guardiola auf das runtergebrochen, was man mit kleinem Budget für guten Fußball benötigt.

PS/edit: Guardiola ist meiner Meinung nach auch deswegen nach Deutschland gekommen, weil in der Bundesliga moderner Konterfußball gespielt wurde. Das wollte er "lernen". D.h. er hat sehr wohl auch von Klopp abgeschaut. Also bitte nicht den letzten Absatz falsch verstehen. Die Calle Guardiola-Klopp ist keine Einbahnstraße, sondern wurde in beide Richtungen befahren.
 
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JL13

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Guardiola hat die Falsche 9 erfunden? :LOL: Alles klar. Wenn man das glaubt, verstehe ich auch wieso man der Meinung ist er habe den Fussball revolutioniert.

Einige hier verfolgen den Fussball vermutlich seit 2006 oder so. Anders kann ich mir hier einige Aussagen nicht erklären.

Und „schlechte Fussballer“ aus dem Team zu verbannen ist a) kein Gütesiegen, ein guter Trainer kann auch schwächere Fussballer einbauen, hat Klopp zig mal geschafft und b) hat Guardiola zahlreiche „schlechte“ Fussballer selbst zu Barca geholt und viel Geld verbraten
 

KOH76

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Beide sind Spitzentrainer, aber Klopp hat doch die Nase ein ganzes Stück vorne mittlerweile. Der hat 2011 mit einer Resterampe die Bayern in der Liga düpiert, ist 2013 mit einer linken Seite mit Schmelzer und Großkreuz ins CL-Finale spaziert und hat in Liverpool schließlich die CL gewonnen, wobei Spieler, die vorher in Hoffenheim und Wolfsburg spielten, entscheidende Tore gemacht haben. Irgendein Trainer aus Dresden hat mal gesagt, man könnte aus Schei$$e keine Bonbons machen. Jürgen Klopp hat ihn inzwischen mehrfach widerlegt...
Bei aller Liebe für Klopp, dessen Anteil am Aufbau des damaligen Teams erheblich war, der dieses extrem junges Team dann zu einer grandiosen Saison gecoached hat und dessen Leistung, innerhalb eines Jahrzehnts zwei Weltklassemannschaften von Grund auf aufgebaut zu haben ziemlich einzigartig ist, wie kommt man bitte darauf ein Team mit u.a. den jungen Hummels, Kagawa, Piszczek, Bender, Kuba, Subotic und Lewandowski sowie Prime-Weidenfeller, Sahin und Barrios als Resterampe zu bezeichnen? Das war zumindest in der ersten Elf eine absolute Top-Mannschaft mit enormer individueller Klasse. Zusätzlich hat man 2011 eher Leverkusen düpiert, Bayern hatte mit der Meisterschaft in der Saison überhaupt nix zu tun. Das passt eher 2012, wobei "Resterampe" da natürlich noch mehr an der Realität vorbei geht. Zusätzlich stand Großkreutz in den Playoffs bis zum Finale in genau einem Spiel in der Startelf, dem 0-0 in Malaga. Die linke Seite bildeten Schmelzer und Reus.
 
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JL13

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Bei aller Liebe für Klopp, dessen Anteil am Aufbau des damaligen Teams erheblich war, der dieses extrem junges Team dann zu einer grandiosen Saison gecoached hat und dessen Leistung, innerhalb eines Jahrzehnts zwei Weltklassemannschaften von Grund auf aufgebaut zu haben ziemlich einzigartig ist, wie kommt man bitte darauf ein Team mit u.a. den jungen Hummels, Kagawa, Piszczek, Bender, Kuba, Subotic und Lewandowski sowie Prime-Weidenfeller, Sahin und Barrios als Resterampe zu bezeichnen? Das war zumindest in der ersten Elf eine absolute Top-Mannschaft mit enormer individueller Klasse. Zusätzlich hat man 2011 eher Leverkusen düpiert, Bayern hatte mit der Meisterschaft in der Saison überhaupt nix zu tun. Das passt eher 2012, wobei "Resterampe" da natürlich noch mehr an der Realität vorbei geht.
Es war eine Top-Mannschaft weil Klopp sie zu einer gemacht hat. Zum Saisonstart damals war das ein Haufen Nobodys.
 

KOH76

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Es war eine Top-Mannschaft weil Klopp sie zu einer gemacht hat. Zum Saisonstart damals war das ein Haufen Nobodys.
Natürlich war, wie ich geschrieben habe, die Entwicklung der Spieler und das Coaching großartig. Man braucht jetzt aber nicht so zu tun, als wären das ein paar fußlahme untalentierte und sonst gescheiterte Pfeifen gewesen, was der Begriff "Resterampe" suggeriert. Die genannten Spieler waren alle hervorragende Talente als Klopp ihr Training übernommen hat. Den jungen Götze habe ich sogar noch vergessen.

Man muss Klopp und seine Zeit beim BVB jetzt nicht durch absurde Übertreibungen (gilt nicht für dich) überhöhen. V.a. ist das gar nicht notwendig. Seine tatsächliche Leistung damals war glorreich genug.
 
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KOH76

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Du meinst wohl Prime Götze ;)

Mit Resterampe könnte man evtl. das legendäre ZM aus Kirch und Jojic gegen Real betiteln.
Wobei seine kurze Prime eher 2012/13 stattgefunden haben dürfte.;) 2010/11 (also mit der Resterampe:D) war seine erste volle Saison als Profi (2009/10 ganze fünf Kurzeinsätze). "Jung" triffst da mMn dann doch ganz gut.

Und das Spiel trifft es dann tatsächlich eher, geiles Team, auf der einen Seite Weidenfeller, Hummels, Piszczek, Mkhitaryan, Reus und Lewandowski und dazu Jojic, Kirch, Durm und Friedrich. Kevin läuft außer Konkurrenz.:D
 

VvJ-Ente

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Natürlich war, wie ich geschrieben habe, die Entwicklung der Spieler und das Coaching großartig. Man braucht jetzt aber nicht so zu tun, als wären das ein paar fußlahme untalentierte und sonst gescheiterte Pfeifen gewesen, was der Begriff "Resterampe" suggeriert. Die genannten Spieler waren alle hervorragende Talente als Klopp ihr Training übernommen hat. Den jungen Götze habe ich sogar noch vergessen.

Man muss Klopp und seine Zeit beim BVB jetzt nicht durch absurde Übertreibungen (gilt nicht für dich) überhöhen. V.a. ist das gar nicht notwendig. Seine tatsächliche Leistung damals war glorreich genug.
Netter Versuch, Captain Hindsight. Weder Götze noch Lewandowski noch Kagawa hatten vor dem Saisonstart 2010 eine einzige Sekunde Bundesliga gespielt. Schmelzer und Großkreuz hätte Pep spätestens nach dem ersten Training empfohlen, sich um einen Platz in einer Oberligamannschaft zu bemühen. Und auch Hummels und Weidenfeller waren noch lange nicht die Leistungsträger, die sie im Laufe der Saison wurden. Und wenn ich Resterampe schreibe, meine ich auch Resterampe und nicht fußlahme Pfeifen. Vor Beginn der Saison 2010/11 kann ich mich noch gut an kritische Töne aus Dortmund erinnern, weil sich Klopp auf einen Haufen Nonames gestützt hat - Kagawa aus der 2.Liga in Japan, soweit ich weiß, Lewandowski aus Polen und mit Piszczek ein Spieler vom als 18. abgestiegenen Schlusslicht Hertha BSC, der zu allem Überfluss auch noch erst vor kurzem vom Stürmer auf Außenverteidiger umgeschult wurde.

Und natürlich waren auch 2010 die Bayern das Maß aller Dinge. Die hatten ihre Probleme, aber waren immer irgendwo im Verfolgerpulk und wenn man es einer Mannschaft zugetraut hat, die Lücke zu den enteilten Dortmundern noch zu schließen, dann den Bayern.
 

Hans Meyer

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Netter Versuch, Captain Hindsight. Weder Götze noch Lewandowski noch Kagawa hatten vor dem Saisonstart 2010 eine einzige Sekunde Bundesliga gespielt. Schmelzer und Großkreuz hätte Pep spätestens nach dem ersten Training empfohlen, sich um einen Platz in einer Oberligamannschaft zu bemühen. Und auch Hummels und Weidenfeller waren noch lange nicht die Leistungsträger, die sie im Laufe der Saison wurden. Und wenn ich Resterampe schreibe, meine ich auch Resterampe und nicht fußlahme Pfeifen. Vor Beginn der Saison 2010/11 kann ich mich noch gut an kritische Töne aus Dortmund erinnern, weil sich Klopp auf einen Haufen Nonames gestützt hat - Kagawa aus der 2.Liga in Japan, soweit ich weiß, Lewandowski aus Polen und mit Piszczek ein Spieler vom als 18. abgestiegenen Schlusslicht Hertha BSC, der zu allem Überfluss auch noch erst vor kurzem vom Stürmer auf Außenverteidiger umgeschult wurde.

Und natürlich waren auch 2010 die Bayern das Maß aller Dinge. Die hatten ihre Probleme, aber waren immer irgendwo im Verfolgerpulk und wenn man es einer Mannschaft zugetraut hat, die Lücke zu den enteilten Dortmundern noch zu schließen, dann den Bayern.
Würdest du Ajax 2019, Porto 2005 oder Leverkusen 2002 als Resterampe bezeichnen?
ich will nicht jedes Team genau miteinander vergleichen, aber manchmal sieht man erst hinterher wie gut der Kader war, auch wenn man zB Lewandowski vorher nicht gekannt hat
 

Kalle6861

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Was haben Butt, Lucio, Nowotny, Ballack, Bernd Schneider, Ze Roberto, Kirsten etc zu der Zeit mit Resterampe oder Wundertüte zu tun?
 

Hans Meyer

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Was haben Butt, Lucio, Nowotny, Ballack, Bernd Schneider, Ze Roberto, Kirsten etc zu der Zeit mit Resterampe oder Wundertüte zu tun?
Wo waren diese Spieler bevor sie nach Leverkusen kamen?
So Spieler wie Hummels oder Lewandowski als Resterampe zu bezeichnen ist doch Quatsch, auch wenn sie vorher wenig bekannt waren bzw sich noch nirgendwo bewiesen hatten
bei Überraschungsteams stellt sich doch in der Rückbetrachtung oft raus, dass die Spieler doch einiges an Potential hatten
Das soll Mourinhos Anteil 2004 oder Klopps 2013 gar nicht schmälern, aber im Vorhinein hätte doch kaum einer viel gegeben bei einer Truppe mit Deco, Carvalho, Ferreira und Co
 
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Mahoney_jr

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Guardiola hat die Falsche 9 erfunden? :LOL: Alles klar. Wenn man das glaubt, verstehe ich auch wieso man der Meinung ist er habe den Fussball revolutioniert.

Einige hier verfolgen den Fussball vermutlich seit 2006 oder so. Anders kann ich mir hier einige Aussagen nicht erklären.

Und „schlechte Fussballer“ aus dem Team zu verbannen ist a) kein Gütesiegen, ein guter Trainer kann auch schwächere Fussballer einbauen, hat Klopp zig mal geschafft und b) hat Guardiola zahlreiche „schlechte“ Fussballer selbst zu Barca geholt und viel Geld verbraten
Erfunden war falsch, okay, aber so wie Barcelona gespielt hat, war es mehr als nur eine Weiterentwicklung von Totalvoetball und vielleicht die Vervollkommnung dieser Position.

Ansonsten habe ich das Gefühl, dass du absichtlich Dinge falsch verstehen willst und in Bezug auf das Budget bei Barca hat Guardiola afaik mit Ibrahimovic eine sehr kostspielige Fehlinvestition geleistet (Real hat definitiv mehr ausgegeben mit weniger Erfolg), sie aber hervorragend korrigiert, mit Villa und Pedro.

Die beiden waren dann auch der Grund, weshalb ich die Falsche Neun durchaus als revolutionär sehe, denn sie haben mit viel Zug zum Tor gespielt und waren die Abnehmer für Messi, der eine ständige Triple Threat war. Auf außen dann sehr hohe AVs, wie z.B. Alves, der auch als Winger spielen durfte.

Alles in allem, waren das sensationelle Jahre, und waren meiner Meinung nach die Basis für die Philosophie, eine maximale Anzahl Mittelfeldspieler, die auch kicken können, auf den Platz zu bringen (defensives Beispiel: Mascherano, oder auch Busquets als eine Art Libero im Clasico), und dabei trotzdem Angriffsfußball zu spielen (anders als die Nationalmannschaft in 2010 und besonders 2012).

Entzaubert wurde er trotzdem hier und da sicherlich. Passiert den Besten.
 

VvJ-Ente

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Also vor der Saison 2010/11 wurde Platz 5 als gut und Platz 3 als optimal erwartet. Lewandowski wurde etwas positiver gesehen als nach meiner Erinnerung, dafür war man bei Kagawa sehr skeptisch.
 

Big d

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Erfunden war falsch, okay, aber so wie Barcelona gespielt hat, war es mehr als nur eine Weiterentwicklung von Totalvoetball und vielleicht die Vervollkommnung dieser Position.

Ansonsten habe ich das Gefühl, dass du absichtlich Dinge falsch verstehen willst und in Bezug auf das Budget bei Barca hat Guardiola afaik mit Ibrahimovic eine sehr kostspielige Fehlinvestition geleistet (Real hat definitiv mehr ausgegeben mit weniger Erfolg), sie aber hervorragend korrigiert, mit Villa und Pedro.

Die beiden waren dann auch der Grund, weshalb ich die Falsche Neun durchaus als revolutionär sehe, denn sie haben mit viel Zug zum Tor gespielt und waren die Abnehmer für Messi, der eine ständige Triple Threat war. Auf außen dann sehr hohe AVs, wie z.B. Alves, der auch als Winger spielen durfte.

Alles in allem, waren das sensationelle Jahre, und waren meiner Meinung nach die Basis für die Philosophie, eine maximale Anzahl Mittelfeldspieler, die auch kicken können, auf den Platz zu bringen (defensives Beispiel: Mascherano, oder auch Busquets als eine Art Libero im Clasico), und dabei trotzdem Angriffsfußball zu spielen (anders als die Nationalmannschaft in 2010 und besonders 2012).

Entzaubert wurde er trotzdem hier und da sicherlich. Passiert den Besten.
Ich denke Ansätze dieser Spielweise gab es schon vorher, aber die Perfektion mit der barca und auch die spanische NM das Anfang der 2010er Jahre gemacht haben war schon eine neue Kategorie.

Es braucht natürlich auch das entsprechende Personal um das so gut durchzuziehen (gerade wenn vorne die individuelle Klasse fehlt fehlen damit manchmal die klaren Chancen und man kickt um dem Strafraum ohne das was passiert was pep manchmal passiert ist wenn robbery bei Bayern fehlten), aber pep hat das ganze auch perfekt abgestimmt quasi als Dirigent von spitzenmusikern.
 

Mahoney_jr

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Ich denke Ansätze dieser Spielweise gab es schon vorher, aber die Perfektion mit der barca und auch die spanische NM das Anfang der 2010er Jahre gemacht haben war schon eine neue Kategorie.

Es braucht natürlich auch das entsprechende Personal um das so gut durchzuziehen (gerade wenn vorne die individuelle Klasse fehlt fehlen damit manchmal die klaren Chancen und man kickt um dem Strafraum ohne das was passiert was pep manchmal passiert ist wenn robbery bei Bayern fehlten), aber pep hat das ganze auch perfekt abgestimmt quasi als Dirigent von spitzenmusikern.
Nunja, Gegenpressing und Konter gab es auch schon vorher. Ist trotzdem so, dass Klopp eine ganze Nationalliga geprägt hat.

Klopp ist für mich auch nicht nur "Lichtgestalt", weil er einen Verein prägt, sondern weil er ebenfalls revolutionär gearbeitet und radikal gedacht hat.
 
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