Kritischer Gesundheitszustand im Boxsport (inkl. dem Genesungsprozess)


Easy

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Deontay

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Ja, es war davon auszugehen, dass dort wohl eine schwerwiegende Ursache zugrunde gelegen haben musste. Eine Desorientierung über eine Gehirnerschütterung las ich dazu, aber er wirkte im Gesicht auch völlig fertig. Die Meldungen von der Gehirnblutung kamen dann nicht so überraschend mehr.
Häufig überleben Boxer solche Eingriffe, obschon teilweise irreversible Schäden davon getragen werden, hier war selbst das wohl nicht mehr möglich.
Man kann im Rückblick sich fragen, ob solche Boxer im 5. Kampf schon an die 10 Runden gehen sollten oder teilweise sogar noch mehr. Auf der anderen Seite geht es zumeist auch gut. Vermutlich ist das eben so ein Fall der Fälle.
RIP
 

Pride

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Einer der Gründe warum Kampfsport für mich keine Liebe, sondern Hassliebe ist.

Ganz tragischer Vorfall, 24 Jahre alt. Zu solchen Zeiten keimen immer wieder Gedanken auf.

Den Angehörigen wünsch ich viel Kraft das auszuhalten. RIP
 

timeout4u

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Man kann im Rückblick sich fragen, ob solche Boxer im 5. Kampf schon an die 10 Runden gehen sollten oder teilweise sogar noch mehr. Auf der anderen Seite geht es zumeist auch gut. Vermutlich ist das eben so ein Fall der Fälle

Ich finde eher, es ist ein Wunder, dass nicht noch viel mehr passiert in den Boxringen der Welt, wenn man sieht, welche Boxer da oft antreten. Schlecht ausgebildet, wenig Amateurerfahrung, falsches Training usw.
Möchte nicht wissen, wie solche Leute oft trainieren müssen bzw. wer sich da leider Trainer, Manager, Promotor etc. nennt.
Wie in vielen Sportarten gibt es leider auch im Boxen zu viele schwarze Schafe, die mit Träumen spielen, keine wirkliche Ahnung haben, übertriebene Erwartungen hegen bzw. Erfolg, Meistergürtel, Profit usw. über alles stellen. :saint:
 

Deontay

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Den Verhältnissen entsprechend, doch positive Meldungen aus Glasgow:

Alejandra Ayala ist aus dem Koma erwacht:


Ich werde bei Gelegenheit das Thema separieren und auch ein paar Beiträge verschieben. Imho kommen Verletzungen leider zu häufig vor und sind zu wichtig, um sie im "Dinge, die keinen eigenen Thread verdienen" untergehen zu lassen. Das Thema hat einen (traurigen) eigenständigen Thread verdient.
 

Young Kaelin

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Ich werde bei Gelegenheit das Thema separieren und auch ein paar Beiträge verschieben. Imho kommen Verletzungen leider zu häufig vor und sind zu wichtig, um sie im "Dinge, die keinen eigenen Thread verdienen" untergehen zu lassen. Das Thema hat einen (traurigen) eigenständigen Thread verdient.

Wow @Deontay . Du hast mir eine echte Freude bereitet. Habe oft nach Neuigkeiten zu Alejandra Ayala gesucht und nix gefunden und dann seh ich dieses Bild von Alejandra....Bin gerührt. Hoffe, das kommt langsam langsam wieder gut.

P.S. eigener Thread ist eine gute Idee. Danke.(y)
 

Deontay

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Meint ihr sie hat irreparable schäden?

Das wollen wir nicht hoffen. Fakt ist, dass sie eine Vollkatastrophe vermieden hat, also mehr Glück hatte als ihr südafrikanischer Kollege. Das ist durchweg positiv. Sie macht auch einen besseren Eindruck als z.B Gutknecht, der eben mit schwersten Folgeschäden überlebt hat.
Aber die Erfahrung hat eben gezeigt, dass Folgeschäden (in welcher Stärke auch immer) schon ein Thema sind. Von daher würde ich das in diesem Fall auch nicht ausschließen, das muss die Zeit dann zeigen.
Ich nehme stark an, dass wir noch einiges zum Genesungsverlauf erfahren werden.
 

Young Kaelin

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"Fenix" Ayala kann nach dem künstlichen Koma essen, laufen und sprechen

Es gibt kein genaues Datum für die Rückkehr der mexikanischen Boxerin in ihr Land. Sie wird noch ein bis zwei Monate unter ärztlicher Aufsicht in Schottland bleiben.

von Heriberto Munoz 3. Juni 2022

Tijuana BC. Alejandra Ayala kann jetzt essen, laufen und sprechen, aber sie kann sich immer noch nicht an ihren Kampf in Schottland gegen die Weltmeisterin Hannah Rankin erinnern.

Die mexikanische Boxerin setzt ihre Genesung im Queen Elizabeth Spital von Glagow fort. Sie wurde aus einem von Aerzten eingeleiteten Koma aufgeweckt, nachdem sie infolge der am 13. Mai erlittenen Schläge, welche ein subdurales Hämatom verursachten, operiert wurde,

"Ihre Mutter sagte mir, dass Alejandra essen, aufstehen und sprechen kann. Sie ist ausser Lebensgefahr, sagen die Aerzte".
Die teilte der Box- und Wresting-Kommissar Alejandro "Terra" Garcia, der die direkte Kommunikation mit der Familie aufrecht erhält, mit.

"Sie erinnert sich an nichts. Sie weiss nicht, warum sie hier ist. Sie wollten Alejandra in dieser Hinsicht nicht zu sehr unter Druck setzen, nehme ich an", kommentierte Garcia Ayalas erste Reaktionen in Bezug auf diesen Abend.

Sie hat noch keinen Termin für die Rückkehr nach Mexico. Die "Fenix" wird noch mindestens einen oder zwei Monate unter ärztlicher Aufsicht und mit Unterstützung der Firma Fight Academy, welche für die Organisation des Kampfes zuständig war, bei dem es um einen WM-Titel im Superweltergewicht ging, in Schottland bleiben.

"Danach erfolgt eine Rehabilitation, welche ein längerer Prozess sein kann", sagte Alejandro Garcia.

Quelle: https://www.elimparcial.com/tijuana...ar-luego-del-coma-inducido-20220603-0037.html

Den Artikel hatte ich wohl bei Timboxeo übersehen, aber jetzt neu entdeckt. Er wurde am 3.6.2022 veröffentlicht. Die Uebersetzung stammt von mir. Allfällige Fehler gehen auf meine Kappe. Mein Dank geht an Timboxeo.
 
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thebody

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Das sind gute Nachrichten , wir bräuchten mehr von diesen Positiven Ereignisse.
Mögen die Boxer/in in frieden ruhen die nicht so viel glück hatten und es nicht geschafft haben
 

timeout4u

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Na ja, ausser vielleicht Erik Skoglund kenne ich auf Anhieb eigentlich keine Boxer, die sich nach einem längeren Koma wegen Hirnblutungen, wieder einigermaßen "schadlos" ins Leben zurückkämpfen konnten. Meines Wissens nach wurde die Mehrheit zu schweren Pflegefällen, wo ich persönlich nicht mehr von Glück sprechen würde angesichts der daraus entstandenen Folgen wie Pflegebedürftigkeit, finanzielle Probleme, Belastung der Angehörigen usw., auch wenns hart klingen mag. :(
 

HamburgBuam

Adalaide Byrd
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Fride Wallberg und Nick Blackwell würden mir spontan als Beispiele einfallen, denen es heute gut geht. Die glimpflichen Fälle sind in der Unterzahl, aber man muss nun auch nicht alles Schwarz malen. Jede Kopfverletzung ist anders.
 

timeout4u

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Wobei gut gehen selbst bei diesen Beispielen relativ ist. Geht mir auch weniger um Schwarzmalerei, sondern, dass zu kurz gedacht wird. Und wenn mal was passiert, folgt kurz eine kollektive (scheinheilige) Betroffenheit, aber die langfristigen Folgen werden wenig bedacht bzw. schnell vergessen.
Trotz vieler warnender Beispiele sieht die Wahrheit doch so aus, dass im Boxen die unsportliche Seite mehr belohnt wird als die faire Seite: angefangen von Gewichtmachen über Outmatching, Boxeraufbau bis hin zum Doping. Im Ring ebenso: wieviele Fouls und unerlaubte Schläge bleiben vor allem bei den Profis ungeahndet vom Ref. bzw, führen manchmal sogar noch zum Rundengewinn.
Fans und Medien tragen da ebf. eine gewisse Schuld mit sich, in dem ein Kampf ala Fury gegen Wilder III als Spektakel gefeiert wird oder viele Kos im Kampfrekord bejubelt werden. Wie oft wird Kämpferherz gefordert, alles riskieren, ... geht ja schließlich um einen Meistertitel, da kann man bisschen "War" wohl erwarten.
Kämpfer, die jedoch darauf bedacht sind, möglichst wenig Kopfverletzungen zu bekommen oder entsprechend "taktisch-vorsichtiger" boxen, werden im Gegenzug häufig negativ tituliert.
Klar, kann man sagen, wird keiner direkt zum Boxen gezwungen oder ein Brawl ist einfach unterhaltsamer, geht mir manchmal ähnlich und mache ich mich nicht frei davon, dennoch vermisse ich diese kleinen Schritte zu ein Stückchen mehr Sicherheit, Schutz, Sportlichkeit und Fairness, die sofort und ohne Aufwand einiges dazu beitragen könnten, dass es im Boxen mehr Nachwuchs gibt, Boxen ein sportliches Vorbild erfährt bzw. geben kann oder eine gewisse gesellschaftliche Anerkennung.
Im Grunde braucht es keine großen Reformen, sondern vielen wäre schon geholfen, wenn z.B. Trainer und Boxer besser ausgebildet sind, auf die Einhaltung der Boxregeln strenger geachtet wird, Medien sachlicher und objektiver berichten oder Fans ihre Erwartungen hinsichtlich o.g. Punkte realistischer bzw. kritischer sehen, den Boxern Zeit gegeben wird nach Ringschlachten, die sich nicht immer vermeiden lassen, gebe ich zu.
Dann bräuchte es vermutlich weniger solcher RIPs oder Beileidsthreads fürs Gewissen bei solchen Fällen, wobei die Dunkelziffer in Sachen Hirnschädigungen und Langzeitfolgen leider viel höher ist und ohnehin nicht so bekannt wie jene öffentlichen Einzelschicksale.
 

El Demoledor

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Seien wir mal ehrlich: Der menschliche Kopf ist nicht dazu gemacht, um ständigen oder zumindest häufig auftretenden Schlägen/Stößen/Drücken ausgesetzt zu sein.
Wenn man sieht, wie die Gehirnmasse bei einem Schlag oder auch bei einem Kopfball erschüttert und durcheinander gewirbelt wird, ist das schon beängstigend.
Nun sind Skelett und Anatomie auch eine individuelle Sache, so dass manche Athleten mehr gefährdet sind als andere.

Jeder, der sich darauf einlässt, sollte sich des Risikos bewusst sein, aber die Veranstalter und das Umfeld sind einfach auch in der Verantwortung, hier alles zu tun, um die Wahrscheinlichkeit solch schlimmer Ereignisse zumindest soweit wie möglich zu minimieren.
Dazu gehört eine optimale medizinische Betreuung am Ring und danach (z. B. regelmäßiges Screening und nach einem Fight sofort ins Krankenhaus und Überwachung die nächsten 24-36 h), verantwortungsbewusstes Verhalten der Ecke und Offiziellen (Ahnden von Hinterkopfschlägen, Kopfstößen, Ellenbögen), gute ausgeglichene Kampfansetzungen und auch Verständnis der Fans, die scheinbar voreiliges Beenden eines Kampfes häufig mit Pfiffen und Buhrufen begleiten.
 

thebody

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Warum muss man immer schwarz weiß bild nehmen , ich dachte erst , sie ist verstorben .

Meißt war es bei der Tagesschau im so , das wenn jemand verstorben ist , immer ein Schwarz weiß foto im hintergrund gezeigt worden ist vom verstorbenen
 
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