Jedes halbwegs gute Team hat mindestens einen Co-Star, der was taugt. Ich will LO nix böses, aber der konstate 20 PPG-Scorer ist er nicht, Fakt. Aber es braucht nunmal mehr Scoringoptionen in einem Team und nicht nur einen. Dieser eine ist zwar schon fast unmenschlich, aber alleine gehts trotzdem nicht.
Role Player sind mMn die, die genau wissen, was sie zu tun haben und auch genau das, was von ihnen verlangt wird, tun, und zwar mit einer gewissen Konstanz. Davon gibt es bei den Lakers leider nicht allzu viele. Es stimmt wohl, dass unter optimalen Bedingungen, also dass die anderen Lakers außer Kobe ihre Leistung konstant so bringen, wie man es erwartet, auch so für ein Contender-Team reichen könnte. Aber die Realtität sagt nunmal aus, dass in LA ein 20 PPG Mann fehlt, und zwar am Brett, denn da gibts keinen in LA.
Brauchen die Lakers wirklich diesen 20 PPG-Scorer am Brett? Wieviel davon gibt es in der NBA? Wieviel davon sind erhältlich, ohne einen kompletten Umbau machen zu müssen? Ich halte dieses Gerede vom 20 PPG-Brett-Scorer, den die Lakers so unbedingt brauchen, für groben Unfug. Natürlich täte er gut, welchem Team denn nicht?
Und wenn ich dann lese "Lamar wird erst nächsten Mai wieder so ein Spiel machen", dann geht mir die Galle hoch, ehrlich. Lamar hat ein sehr, sehr gutes Jahr hinter sich. Er hat zwischendurch mies gespielt, als er nach der Knieverletzung zu früh angefangen hat, aber sonst? Er hat mehr Würfe am Brett genommen als ein Jermaine O'Neal. Er hat den Ball verteilt, meist gute Defense gespielt und Rebounds geholt. Wo war der der dominante Brettscorer der Chicago Bulls bei den letzten drei Ringen?
Das Problem der Lakers ist ein ganz anderes. Man spielte zwei Jahre mit einem Smush Parker als Starting-PG, der meist miese Defense spielte, in der Offense mehr Schatten als Licht hatte und ein Headcase vor dem Herrn ist. Backup-PF war ein eindimensionaler, zu groß geratener Shooting-Guard. Luke Walton ist ein guter Passer, aber nicht eben eine große offensive Gefahr oder ein guter Defender, außerdem oft verletzt. Kwame Brown war ebenfalls oft verletzt, dazu offensiv öfter mal ein non-factor. Andrew Bynum ist einfach brutal jung, er wäre jetzt eigentlich erst Rookie. Ronny Turiaf musste erst mal durch diese Herz-OP, hat jetzt nicht gerade eine tragende Rolle von Phil bekommen. Sasha Vujacic humpelt den Ansprüchen hinterher, Chris Mihm, ein verlässlicher Post-Scorer, fehlt über ein Jahr, McKie erweist sich als praktisch invalid, Radmanovic verletzt sich an der Wurfhand. Trotzdem schaffte man zum Ende des letzten Jahres einen sehr guten Run und kegelte fast die Suns raus. Trotzdem stand man dieses Jahr bei 23-11.
Kobe muss sich seine Punkte viel zu hart verdienen. Man konnte ihn locker mit 2-3 Mann verteidigen. Dies liegt aber nicht an Lamar, sondern an der mangelnden Konstanz der anderen Spieler. Mit einem wurffähigen Radmanovic am Perimeter und einem Bynum unter dem Korb, der sich sehr gut entwickelt und gezeigt hat, dass er ein Postscorer sein kann, dazu ein verlässlicher Guard an Kobes Seite und einem Lamar, der den Ball verteilt, hat Kobe wesentlich mehr Freiheiten. Weil er bessere, variabere Mitspieler hat. Der Rookie Jordan Farmar hat gezeigt, dass es insgesamt besser lief, wenn er statt Smush drauf war. Weil er seine Rolle erfüllt hat, ohne groß zu glänzen.
Aber wer meint, mit einem J'O oder Kidd werde alles besser - bitte schön. Leider kann man im realen Leben keine parallelen Szenarien laufen lassen...
