Coach K hatte jedenfalls selbst schon genug Angebote aus der NBA. Insofern genießt er ausreichendes Ansehen aus der Liga. Sein Fachwissen braucht man auch nicht in Frage zu stellen - das ist schon einer der absoluten Topcoaches der Welt. Das wusste man auch schon 1992 zu schätzen, als er als Assistant dabei war.
Außerdem kann man sich fragen, ob die Spieler außerhalb von San Antonio in gewohnter Form auf Popovic hören. Bei den Spurs ist das eine andere Geschichte mit Tim Duncan als absolutem Topstar an der Spitze, der die gleiche Philosophie vertritt. Alle anderen stehen sowieso in der Rangordnung weiter unten und fügen sich. Ob das aber bei einem Starsammelsurium wie dem Team USA auch so funktioniert?
Olympia 2004 war bekanntermaßen mit Bronze ein Flop für die USA, mit Larry Brown (einer der erfolgreichsten NBA- und College-Coaches) als Headcoach und... Gregg Popovich als Assistant Coach! Und Pop war auch 2002 bei der katastrophalen Heim-WM als Assistant Coach unter George Karl dabei...
Bei Phil Jackson wäre die Frage, ob seine Philosophie überhaupt kurzfristig zum Erfolg führt. Um Stars unter einen Hut zu bekommen (seine große Stärke) braucht es schließlich etwas Zeit. Und hat er überhaupt ein anderes Ass im Ärmel als die TPO? Im Gegensatz zu all seinen Meisterschaftsteams seit Jordan gibt es in der aktuellen amerikanischen Nationalmannschaft keinen herausragenden Center, der in der Lage ist, dieses System ordentlich zu spielen.
Doc Rivers mag mit den Celtics einen Titel gewonnen und gezeigt haben, dass er ebenfalls mit einer Staransammlung gut umgehen kann, aber seine Teams leben vor allem von der Defense (wenn man einige Jahre zurückgeht, galt er vielen noch als recht durchschnittlicher Coach...). Da wäre man vermutlich wieder an dem Punkt, dass die Spieler die übliche All-Star Game-Offense spielen würden: Eben jeder nach seiner Stärke, und durch das überbordende Talent der Mannschaft schafft man das irgendwie schon. Nicht gerade ideal.