Betrug ist Betrug, ein bisschen oder massiv.
Das ist richtig. Aber bei weitem nicht alles, was im Skispringen zu DSQ führt(e), ist Betrug.
Betrug im rechtlichen Sinne liegt vor, wenn mit VORSATZ, also mit ABSICHT jemand anderer geschädigt wird.
Es kann passieren, dass jemand für seine Skier ein paar Gramm zu leicht ist, dass der Anzug an einer Stelle etwas ausgeleiert ist oder durch Einwirkung von Nässe die Luftdurchlässigkeit nicht mehr passt und diese Dinge bei der Selbstkontrolle durch den Springer nicht bemerkt werden.
Da liegt aber keine ABSICHT vor. Somit passt das Wort Betrug nicht.
Ich würde das nicht differenziert sehen.
Musst Du ja auch nicht. Andere tun es aber.
Es sollte alles gleich betrachtet und bestraft werden und zwar hart. Eine einzelne Disqualifikationen ist lächerlich.
Sehe ich ganz anders. Einen kleinen unabsichtlichen Verstoß gegen die Materialvorschriften könnte man z. B. mit Punktabzug ahnden. Es wird bekannt sein oder lässt sich ermitteln, welchen Vorteil in gesprungenen Metern ein 100 g zu leichter Springer hat, ein 2 cm zu weiter Anzug, eine zu wenig luftdurchlässige Stelle im Anzug etc. Dafür könnte man die entsprechenden Punkte plus einer Summe von Strafpunkten abziehen. Man könnte auch/dazu eine Geldstrafe aussprechen, Weltcuppunkte abziehen. Leute vom Fach haben sicher noch mehr Ideen. Und schon hätte man die irre hohe Zahl von DSQs reduziert, die dem Sport nicht guttun.
Wer dagegen VORSÄTZLICH das Material manipuliert, also im rechtlichen Sinne betrügt, der gehört hart betraft, da bin ich dabei.