Alter was hier für Ansprüche an einen fucking Sportler (und an seinen Dad

) gestellt werden

Schon einmal überlegt, dass er eventuell nicht unter den gleichen Umständen wie hier in Deutschland aufgewachsen ist? Krieg und Armut miterlebt hat... eventuell keinen Zugang zu Bildung hatte wie wir es hier kennen? Bzw. aufgrund genannter Umstände auch keinen grossen wert darauf gelegt hat und lieber durch den Sport der Armut entfliehen wollte? Ich weiss es nicht. Ich finde es nur absurd, die Ansprüche die man an einen Kiefer beispielsweise haben könnte (könnte, weil in meinen Augen es immer noch Sportler und keine Politiker sind), nicht 1 zu 1 auf Novak übertragen muss? Dazu hat Serbien an sich andere Corona Massnahmen getroffen... das Turnier war nunmal schlicht legal und vollkommen akzeptabel in seinem Land. Oder geht's nur darum, dass er ne öffentliche Person mit zich Millionen Fans ist? Wird hier auch so ein Aufstand gemacht, wenn Boxer irgend nen Stuss erzählen? Wenn ein Mike Tyson, der hundertmal bekannter ist als Novak je sein wird, von Kinder auffressen und dergleichen redet? Oder ist es okay, da Boxen halt Strasse und Tennis Privilegiertensport ist? Ansonsten ist das mit nationalistisch eingestellt eher bullshit, da Novak gerade in der Richtung immer vergleichsweise offen rüberkam. Dass er nunmal Serbe ist und lebt wo er lebt und sich nicht einfach zu allem was sein Land bewegt konträr positionieren kann, kann man auch einfach mal akzeptieren ohne ihn als Nazi abzustempeln...
Grundsätzlich stimme ich zu, dass man an Sportler nicht unbedingt den Anspruch stellen kann, Vorbilder, Botschafter etc. zu sein. Aber faktisch hat Djokovic nun mal eine sehr grosse Reichweite und nutzt diese auch, um Botschaften zu verbreiten. Da ist es doch nur gut und recht, auf diese auch einzugehen und sie gegebenenfalls zu kritisieren
Nur weil er Sportler und vielleicht ungebildet ist (obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass er speziell ungebildet ist), heisst das noch lange nicht, dass er nicht kritisiert werden darf, wenn er die Öffentlichkeit sucht.
Ganz offensichtlich ist er als Präsident des Spielerrats nicht wirklich geeignet, wie die Corona-Krise zeigt. Er war nicht in der Lage, die Risiken richtig einzuschätzen, sei es aus mangelnder Informierung oder Verblendung. Es ist wirklich wie mit dem Kind, welches erst auf den Kopf fallen muss, bis es die Notwendigkeit des Helms versteht. Jetzt ist er, und auch viele andere, auf den Kopf gefallen und es bleibt zu hoffen, dass er daraus lernt. Aber ich als Spieler würde mich nicht von einem Kind vertreten lassen wollen.
Was die nationalistischen Äusserungen anbelangt, muss mab sicher mitberücksichtigen, dass er als Serbe in einer etwas schwierigen Lage ist. Aber auch da stünde es ihm offen, sich nicht politisch zu äussern. Tut er es doch, muss er auch mit der Kritik leben können.
Alles in allem ist er für mich ein verwirrter Typ, dessen Ansichten ich nicht teile. Es ist sein gutes Recht, seine kruden Ansichten zu äussern. Aber weder er noch seine Fans sollen schmollen, wenn kritische und ungläubige Reaktionen folgen.