Itauma muss lernen mit seiner Verletzlichkeit umzugehen. Er wurde von jetzt auf gleich auf den Boden der Tatsachen gebracht. Das wird für diesen jungen Menschen, der sich praktisch selbst schon als the next big Thing in Boxing gesehen hat, nicht einfach werden. Jetzt ist viel Fingerspitzengefühl bei der Aufbauarbeit gefragt. Frank Warren und Queensberry tragen, durch das auf Itauma zugeschnittene Matchmaking und das Schüren der hohen Erwartungen, eine große Mitschuld an dieser schwierigen Situation. Leider befürchte ich das sie Itaumas Ego streicheln werden und ihn die falschen Schlüsse aus dieser Niederlage ziehen lassen könnten.
Itauma ist ein typischer Konterboxer. Seine Aktionen sind darauf aus, seine Gegner zu locken und in eine wie auch immer geartete, explosive Gegenattacke zu locken. Das ist das aufregende an seinem Boxstil. Kommt noch hinzu, dass je mehr der Jab eingesetzt wird, desto mehr Bewegungsenergie wird verbraucht und Itauma hat eh schon nicht die beste Stamina.
Es werden einige simple aber dennoch für Itauma schwierige Fragen zu beantworten sein. Vor allem wird sich Itauma entscheiden müssen, in wie weit er sich von den Speichelleckern in seinem direkten Umfeld trennen will. Hier geht es tatsächlich um sein persönliches professionelles Umfeld, dass für seine sportliche Entwicklung essentiell ist. Queensberry hat als Promoter beim Matchmaking viel falsch gemacht. Durch die von ihnen angebotenen Kämpfe ohne sportliches Entwicklungspotenzial, glaubte Itauma ein unfehlbares KO Ungeheuer zu sein. Ben Davidson ist offenbar nicht der richtige Trainer um ihn als Sportler anzuleiten und weiter zu entwickeln. Sein Management hatte, wie es oft bei von Gier getriebenen Personen üblich, nicht die Weitsicht ihn am Boden zu halten und ihm Aufbaukämpfe zu bestehen, die gezielt auf Itaumas Schwächen zugeschnitten sind, um diese Schritt für Schritt auszumerzen. Das war unteranderem mein persönlicher Kritikpunkt an Itaumas Uprising als Sportler. Er macht noch sehr viele Fehler, die von seinem Team nicht angegangen werden.
Itauma steht jetzt mit 21 Jahren, praktisch ohne Not, am Scheideweg seiner Lebensplanung für seine Zukunft. Das ist imo hauptsächlich die Schuld von Queensberry, Frank Warren, der Sport Journaille und der britischen Öffentlichkeit. Ich hoffe für ihn, dass er genug Menschen in seinem privaten Umfeld hat, die ihn Auffangen und ihm als noch sehr junger Mensch den Halt geben, damit er mit klaren Blick, zusammen mit den für ihn wichtigen Menschen, die richtigen Entscheidungen treffen kann. Dann wir er gestärkt aus dieser Niederlage hervorgehen.