O-Scoring: Moses Itauma vs. Filip Hrgovic | IBF-Weltmeisterschaft im Schwergewicht | DAZN PPV


Itauma muss lernen mit seiner Verletzlichkeit umzugehen. Er wurde von jetzt auf gleich auf den Boden der Tatsachen gebracht. Das wird für diesen jungen Menschen, der sich praktisch selbst schon als the next big Thing in Boxing gesehen hat, nicht einfach werden. Jetzt ist viel Fingerspitzengefühl bei der Aufbauarbeit gefragt. Frank Warren und Queensberry tragen, durch das auf Itauma zugeschnittene Matchmaking und das Schüren der hohen Erwartungen, eine große Mitschuld an dieser schwierigen Situation. Leider befürchte ich das sie Itaumas Ego streicheln werden und ihn die falschen Schlüsse aus dieser Niederlage ziehen lassen könnten.


Itauma ist ein typischer Konterboxer. Seine Aktionen sind darauf aus, seine Gegner zu locken und in eine wie auch immer geartete, explosive Gegenattacke zu locken. Das ist das aufregende an seinem Boxstil. Kommt noch hinzu, dass je mehr der Jab eingesetzt wird, desto mehr Bewegungsenergie wird verbraucht und Itauma hat eh schon nicht die beste Stamina.


Es werden einige simple aber dennoch für Itauma schwierige Fragen zu beantworten sein. Vor allem wird sich Itauma entscheiden müssen, in wie weit er sich von den Speichelleckern in seinem direkten Umfeld trennen will. Hier geht es tatsächlich um sein persönliches professionelles Umfeld, dass für seine sportliche Entwicklung essentiell ist. Queensberry hat als Promoter beim Matchmaking viel falsch gemacht. Durch die von ihnen angebotenen Kämpfe ohne sportliches Entwicklungspotenzial, glaubte Itauma ein unfehlbares KO Ungeheuer zu sein. Ben Davidson ist offenbar nicht der richtige Trainer um ihn als Sportler anzuleiten und weiter zu entwickeln. Sein Management hatte, wie es oft bei von Gier getriebenen Personen üblich, nicht die Weitsicht ihn am Boden zu halten und ihm Aufbaukämpfe zu bestehen, die gezielt auf Itaumas Schwächen zugeschnitten sind, um diese Schritt für Schritt auszumerzen. Das war unteranderem mein persönlicher Kritikpunkt an Itaumas Uprising als Sportler. Er macht noch sehr viele Fehler, die von seinem Team nicht angegangen werden.


Itauma steht jetzt mit 21 Jahren, praktisch ohne Not, am Scheideweg seiner Lebensplanung für seine Zukunft. Das ist imo hauptsächlich die Schuld von Queensberry, Frank Warren, der Sport Journaille und der britischen Öffentlichkeit. Ich hoffe für ihn, dass er genug Menschen in seinem privaten Umfeld hat, die ihn Auffangen und ihm als noch sehr junger Mensch den Halt geben, damit er mit klaren Blick, zusammen mit den für ihn wichtigen Menschen, die richtigen Entscheidungen treffen kann. Dann wir er gestärkt aus dieser Niederlage hervorgehen.
Da er schon jüngster Weltmeister aller Zeiten werden sollte und man Usyk herausforderte, überrascht die jetzige Situation überhaupt nicht.
Auch für einen Dubois kam Joyce damals etwas zu früh. Da Itauma zweifelsohne talentiert ist, muss er jetzt mit dieser "Erfahrung" im Gepäck nochmal neu angreifen und das zumindest etwas behutsamer. Zu niedrig vom Niveau braucht man aber auch nicht zu gehen (ausser vlt. einem Aufbaukampf fürs Selbstvertrauen)
 
Ich halte überhaupt nichts davon, "für's Selbstvertrauen" ausgesuchte Fallobstgegner in den Ring zu stellen, die er nur einfach umhauen muss. Das erzeugt ein falsches Selbstbewusstsein. Ich würde ihm eher vermehrt Sparring gegen schwierige, resiliente Gegner verordnen, gegen die er auch mal eine saubere, gute Defensive braucht. Denen kann man ja einbläuen, halblang zu machen wenn sie ihn voll treffen und er in schlechte Muster fällt.

Wenn er gegen die dann gut bestehen kann, baut er von alleine entsprechendes realitätsbezogenes Selbstbewusstsein auf. Die Fähigkeit hat er ja. Schlechte Gegner stellt man einem Prospect in den Ring, wenn man glaubt, dass er gegen gute Gegner überhaupt nicht bestehen kann. Das wäre der völlig falsche Ansatz, ihm sowas zu signalisieren.

Das Ziel muss am Ende sein, dass er gegen solche guten Gegner dann auch 30-40-Schläge-Runden abspulen kann und die Runden gewinnt, dann aber auch 12 Runden problemlos gehen kann. Wenn der KO kommt, gut, wenn nicht, auch gut. Aber bloß nie erzwingen, auch nicht, wenn der Gegner angeschlagen erscheint. Maximal 5 Sekunden, und wenn das nicht reicht, resetten und Energie sparen.
 
Ist halt auch so, dass das auch bei dem jungen Itauma ein hammer Impact auf sein "unfertiges" Gehirn war.

Ohne Doppeldeckung, im roten Bereich und mächtig am pumpen einige kroatische Volltreffer am Ende kassiert.

Das Gehirn ist erst mit 25 etwa fertig entwickelt, als letztes "formt" sich der Bereich unter der Stirn, zuständig für vorausschauendes Denken, Risikoeinschätzung und Emotionsregulation.

Das Kopfballspiel von jungen Fussballern reicht ja schon aus, dass das Demenzrisiko steigt, lt. schottischer Studie von 8000 Personen.
Selbst Daniel "ich mag es mich auf dem Ringboden rumzulümmeln" Dubois ging von einer noch größeren Vielzahl an Hrgo-Volltreffern runter. Fipsi sieht nur so aus als würde er imens hart schlagen :D
 
Ich würde ihm eher vermehrt Sparring gegen schwierige, resiliente Gegner verordnen, gegen die er auch mal eine saubere, gute Defensive braucht. Denen kann man ja einbläuen, halblang zu machen wenn sie ihn voll treffen und er in schlechte Muster fällt.

An sich Zustimmung, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das alles bei Itauma nicht gemacht wurde bei dem Backround, den Ressourcen.
Bedingtes Sparring, Aufgabensparring, gute Sparringspartner im Wechsel, Teamtraining, Videostudium von sich selbst, Umgang mit Stauerstoffschuld usw. - das alles ist heute im Grunde Standard bei höherwertigen Gyms. Glaube auch nicht, dass die Ursache unbedingt hier liegt, weil inzwischen die Trainingsmethoden im Kern ähnlich sind und da es technisch/taktisch gesehen nicht mehr viel Neues zu entdecken gibt ausser andere Formen, Varianten, andere Motivation vielleicht uä.
Am ehesten hakt es leider immer noch am sport-sozialen Umfeld, dem ehrlichen Umgang mit der mentalen Seite, mit der Akzeptanz/Toleranz von Schwächen, Ängsten, Mentalität etc. Trotz Aufklärung, besseren Wissens steht am Ende doch wieder nur typisches Boxmacho-Getue, Phrasendrescherei, Ego-Schiene, Vergleiche mit früher/anderen usw.
Und letztendlich hängt es nicht unwesentlich am Kampfverlauf, den "kleinen" Fehlern, die jedem Boxer im Ring unterlaufen und wo man dann eben auf etwas Glück angewiesen ist oder den Gegner, der daraus kein Kapital schlägt usw.
Nicht zuletzt: jeder Gegner ab einem gewissen Level hat sich ähnlich vorbereitet, Kampferfahrung gesammelt, ein Team hinter sich, ein gewisses Boxkönnen und und und. Fällt seltsamerweise aber oft unter den Tisch bei Schuldzuweisungen, Ursachenforschung.
 
Habe mal versucht, die Anweisungen von Itaumas Ecke herauszuschreiben, aber bin mit meinem Englisch da ziemlich kläglich gescheitert. Die Hintergrundgeräusche und der Dialekt haben mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Fragte mal @Himmelsstern an, ob sie da evtl. aushelfen kann. Sie wird sich das als Muttersprachlerin mal anhören und uns wenn sie Zeit hat je nachdem aushelfen.

Dankeschön in jedem Fall @Himmelsstern :wavey:.
 
Das Perfide ist ja, dass Warren zugegeben hat, dass er Itauma gewinnen sehen wollte und wie Hrgovic im Vorfeld schon gesagt hat, dass Warren ihm den Kampf gegeben hat, damit er den verliert. Die gleiche Nummer hat Warren gegen Dubois und Parker im Hinblick auf Wardley abgezogen und beides Mal ging die Nummer (im Grunde genommen) schief, wobei bei Parker auch noch unfair nachgeholfen wurde.

Das ist aber normal. Bei jeder Ansetzung hat der Promoter und Matchmaker eine klare Idee davon, weshalb der Kampf kommen soll. Bei einem Stallduell umso mehr.
Ein Moses Itauma wäre der nächste Big Star im Boxen gewesen, wenn er mit 21 Jahren jüngster Weltmeister nach Mike Tyson geworden wäre. Das hätte einen Hype entfacht, das kann man sich kaum vorstellen. Auf den anderen Seite hat man einen älteren Kroaten, der schwer vermarktbar ist auf der Insel. Es ist doch vollkommen klar, dass der britische Promoter seinen jungen Schützling vorne sehen möchte, weil er daraus mehr Kapital schlagen würde.

Am Ende braucht sich Hrgovic aber nicht beschweren. Er hat sicherlich gut verdient und bekam die WM-Chance. Dass die Engländer dann ihn gerne verlieren sehen wollten, das war ihm bewusst und interessierte nicht.

Jeder kann ja mal raten, warum Kabayel jetzt als Joshua-Ersatz gegen Fury ins Spiel kommt und was den Schmierlapp Warren dabei umtreibt.

Tatsächlich ist Warren nicht die Hauptperson, da er lediglich Agits Promoter ist. Spencer Brown und Goldstar sind die Manager von Agit. Bei Goldstar ist auch Fury-Vater John, der verhandelt und entscheidet. Da hat Warren nicht viel mit zu tun, der richtet am Ende die Entscheidungen einfach aus unter dem Queensberry-Schild.
 
@Young Kaelin🥊 Du könntest es mal mit einer guten KI-Transkribierung versuchen, die sind zum Teil wirklich gut.
Danke für den Hinweis. Ich probiers mal interessehalber aus, aber ich habe bezüglich KI meine Vorbehalte und laufe immer mal wieder in einen KI-Hammer :saint::D:LOL: .

Möchte hier keinen Quark erzählen und überlass das lieber Leuten, welche wirklich Expertise haben.

Hatte auch über KI eine Mitschrift gesucht, aber zur Antwort erhalten, dass es die bislang nirgendwo gibt. Ob das richtig ist? Who knows?
 
Ich meinte, eine KI mit dem Video füttern und sich eine Textabschrift der Dialoge geben lassen. Ich kenne mich da bezüglich der Produkte auch nicht aus, das macht bei unseren Videokonferenzen Co-Pilot automatisch.
 
Ich meinte, eine KI mit dem Video füttern und sich eine Textabschrift der Dialoge geben lassen. Ich kenne mich da bezüglich der Produkte auch nicht aus, das macht bei unseren Videokonferenzen Co-Pilot automatisch.
Ich mag Deinen Input sehr.

Habe das noch nie gemacht und bin selber neugierig, ob ich das schaffe und was dabei rauskommt.

Danke dafür, dass Du mich definitiv besser machst. :wavey:
 
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