Usyk war bisher für alle immer ein Vollprofi in seiner Vorbereitung. Es ist nicht auszuschließen, dass er Verhoeven auf die leichte Schulter genommen hat, ich glaube aber nicht daran. Boxen und Boxer sind nun Mal nicht linear. Schon Nuancen der Änderungen bei einem Boxer oder der Art wie der Gegner boxt, mögen einen Kampf ganz anders verlaufen lassen, als von allen Experten erwartet (und oftmals sogar gefordert) wird. Verhoeven trainiert seit Jahren unter Peter Fury - wahrlich kein unbeschriebenes Trainerblatt im Boxen. Offenkundig sind da ein für Usyk unorthodoxer Stil, eine hervorragende taktische Marschroute, die der Gegner auch noch umsetzen konnte und eigenes Nachlassen zusammengekommen. Der Kampf ist ein deutliches Plädoyer dafür, im Boxen nicht immer in Schulbladen und einseitigen Einordnungen und Beurteilungen zu denken, wie es
@timeout4u immer wieder offenkundig zu Recht fordert, sondern sich klar zu machen, dass im Boxen sehr viele Faktoren ein Gesamtbild ergeben, das mit Schwarz-Weiß-Denken nicht beurteilt werden kann. Ich habe diesen Kampf vorher als Witzkampf betrachtet und wieder einmal geirrt. Langsam sollte ich es lernen.
Tragisch und entwertend für einen solchen Kampf ist dann aber das Agieren des Ringrichters im Hinblick auf den Abbruch.