Oleksandr Usyk vs Anthony Joshua 2, WBA(Super)-,IBF-,WBO-WM Schwergewicht 20.08.2022, Jeddah, Saudi-Arabien | DAZN Live


Wie geht das Rematch aus ?

  • Usyk KO/TKO

  • Usyk UD/MD/SD

  • Draw

  • Joshua KO/TKO

  • Joshua UD/MD/SD

  • wird noch abgesagt


Die Ergebnisse sind erst nach der Abstimmung sichtbar.

KRAFT&HERZ

old member
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AJ´s einzigster sichtbarer Nachteil ist die Muskelmasse (m) die er mit Sauerstoff versorgen muß.

Siehe den Kampf gegen Klitschko.
Einmal im anaeroben Bereich wird es gefährlich für ihn.
Er kann das Tempo immer nur kurz anziehen, sonst gehen die Arme runter und die Konzentration schwindet sichtbar.

Gott sei Dank hat er ein gutes Kinn und zudem ist er ein guter und fairer Boxer.

Schluuußfolgerung:

Einteilung der autonomen Reserven, um durch einen Kampf zu kommen ist sein erstes Gebot,
was wohl auch kein neuer Trainer und Staff ändern werden.

Ein ist nicht änderbarer Fakt, der zu 100% seinen Style ausmacht.

Bodybuliding hat seine Vorteile, aber auch einen sauerstoffsatten Preis.

Usyk hingegen kann schier ohne Reibungsverluste und Pumpen wie ein Duracellhase 12 Runden Schwergewicht gehen und dabei tanzen.

Bei guter Kondition und Fokus bzw. Konzentration auf die 12 Runden wird Usyk nur durch einen Lucky Punch verlieren,
ansonsten tänzelt er AJ aus.

Fly like a butterfly, sting like a bee.

Sollte Usyk verlieren können wir uns auf Teil 3 freuen.
 
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Tyson2fastFury

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Beschreibe bitte mal seine boxerische Limitierung.
bitte richtig zitieren. ich schreibe , im gegensatz zu usyk ist AJ boxerisch limitiert. warum? für mich zählen zu einem boxerischen gesamtpaket unter anderem aspekte wie jab, variabilität, ring IQ, defensive, adaptionsfähigkeit … - und da ist er usyk halt klar unterlegen. seine vorteile liegen in der physis und in der schlaghärte. die muss er nutzen, sonst ist er ähnlich unterlegen wie im ersten kampf.
 

timeout4u

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Um scheinbare Vorteile wie Schlaghärte und Physis ausspielen zu können, braucht es aber umgekehrt genauso entsprechend gute Boxfähigkeiten, das ist ja die Kunst im Boxen ab einem gewissen Level. Ohne Führhand oder RingIQ z.B. erreicht man in der Regel keine Schlaghärte, die den Gegner sofort umhaut. Von dem her passen solche einfachen Vergleiche nicht unbedingt in Auseinandersetzungen zwischen Eliteboxern, wenn man beiden Seiten boxerisch gerecht werden will. Wenn AJs Boxfähigkeiten gegenüber Usyks Können derart unterlegen wären, bräuchte Usyk sich nicht lange mit der Trainingsvorbereitung beschäftigen oder aufhalten.
 

MGM-GRAND

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Um scheinbare Vorteile wie Schlaghärte und Physis ausspielen zu können, braucht es aber umgekehrt genauso entsprechend gute Boxfähigkeiten, das ist ja die Kunst im Boxen ab einem gewissen Level. Ohne Führhand oder RingIQ z.B. erreicht man in der Regel keine Schlaghärte, die den Gegner sofort umhaut. Von dem her passen solche einfachen Vergleiche nicht unbedingt in Auseinandersetzungen zwischen Eliteboxern, wenn man beiden Seiten boxerisch gerecht werden will. Wenn AJs Boxfähigkeiten gegenüber Usyks Können derart unterlegen wären, bräuchte Usyk sich nicht lange mit der Trainingsvorbereitung beschäftigen oder aufhalten.
Weiß doch jeder was gemeint wenn hier jemand sagt Usyk hat die besseren Boxerfähigkeiten oder wie man es nennen will. Müssen hier doch nicht so kleinlich sein.
 

WalkTheLine

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Einen Rückkampf hätte es für mich nicht gebraucht! Im ersten Kampf hat Usyk Joshua über 12 Runden klar via UD geschlagen. Wieso also überhaupt dieser Rückkampf, obwohl der 1. Kampf weder durch lucky Punch noch durch Verletzung entschieden wurde?! Welche Fragen sind da überhaupt offen geblieben?! Diese verfluchten Rückkampfklauseln der heutigen Boxwelt, was soll das?!
Joshua hätte sich wieder mit 2-3 Kämpfen im Jahr hinten anstellen müssen, attraktiv für den Zuschauer und für Joshua mit Sicherheit auch ne gute Erfahrung neben der mittlerweile gelebten "1 Kampf pro Jahr" Mentalität der heutigen Boxwelt....
Awo, direkt wieder ohne Mühen um alle Gürtel mit dem Versprechen "back to the roots" kämpfen "Abrissbirne reloaded"
Im 1. Kampf merkte er ja ziemlich schnell das er nicht ungestüm draufhauen konnte weil er sich sonst den Konter gefangen hätte,
wieso das also nun im 2. Kampf der Schlüssel zum Sieg sein soll bleibt mir fern?! Völliger Kappes das ganze...
 
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hirschi

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Einen Rückkampf hätte es für mich nicht gebraucht! Im ersten Kampf hat Usyk Joshua über 12 Runden klar via UD geschlagen. Wieso also überhaupt dieser Rückkampf, obwohl der 1. Kampf weder durch lucky Punch noch durch Verletzung entschieden wurde?! Welche Fragen sind da überhaupt offen geblieben?! Diese verfluchten Rückkampfklauseln der heutigen Boxwelt, was soll das?!
Joshua hätte sich wieder mit 2-3 Kämpfen im Jahr hinten anstellen müssen, attraktiv für den Zuschauer und für Joshua mit Sicherheit auch ne gute Erfahrung neben der mittlerweile gelebten "1 Kampf pro Jahr" Mentalität der heutigen Boxwelt....
Awo, direkt wieder ohne Mühen um alle Gürtel mit dem Versprechen "back to the roots" kämpfen "Abrissbirne reloaded"
Im 1. Kampf merkte er ja ziemlich schnell das er nicht ungestüm draufhauen konnte weil er sich sonst den Konter gefangen hätte,
wieso das also nun im 2. Kampf der Schlüssel zum Sieg sein soll bleibt mir fern?! Völliger Kappes das ganze...
Bin ich bei dir…
Ich sehe wie schon vor dem ersten Kampf wenig Hoffnung für AJ.
Vielleicht kommt er besser in den Kampf als beim ersten Duell.ist mMn nicht undenkbar…
Anderseits wird er gut genug wissen das wenn er usyk nicht recht zügig Platt macht selbst im roten Grenzgebiet seine Kondition ankommt.
In meinem Kopf würde er dann irgendwann stehen umkippen bzw. in der Ecke sitzen bleiben.
Egal wie …am Ende des Tages ist usyk einfach ein ungesundes Match…
 

Roberts

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bitte richtig zitieren. ich schreibe , im gegensatz zu usyk ist AJ boxerisch limitiert.
Ich habe gar nicht zitiert. Ich habe die von Dir angesprochene boxerische Limitierung nachgefragt. Zudem erscheint Dein Ausgangssatz im Hinblick auf Deine Aussageabsicht etwas unglücklich. Du meintest wohl
klar kann er boxen, aber im Vergleich zu Usyk ist AJ boxerisch einfach limitiert.
Zunächst einmal wäre zu klären, welche Aspekte zur boxerischen Befähigung zählen. @timeout4u hat eigentlich schon alles gesagt.

Wie von anderer Seite schon angemerkt wurde, hat Usysk einige Treffer wegstecken müssen und war nach dem Kampf klar gezeichnet. Demnach scheint Joshua so schlecht nicht unterwegs gewesen zu sein oder anders ausgedrückt, auch Usyk hat irgendwo sein Limit, was aber völlig normal ist. Beide Boxer haben ein Gefecht auf hohem boxerischen Niveau abgeliefert und ich finde, dass sich Joshua in den letzten Jahren boxerisch klar verbessert hat. Was man auch sehen kann, dass er sein Risiko etwas runter zu fahren versucht, was nach dem ersten Ruiz Jr.-Kampf nicht überrascht.

Wenn ich also von einem Gefecht auf recht hohem, aber natürlich (auf beiden Seiten) nicht fehlerfreien Niveau spreche (was es wohl auch kaum geben wird), so stelle ich z.B. fest, dass bei vielen boxerischen Aspekten das Niveau deutlich über dem Kampf von Wilder vs. Fury III lag, sprich wie limitiert waren/sind dann diese beiden Boxer?
 
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Tyson2fastFury

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Ich habe gar nicht zitiert. Ich habe die von Dir angesprochene boxerische Limitierung nachgefragt. Zudem erscheint Dein Ausgangssatz im Hinblick auf Deine Aussageabsicht etwas unglücklich. Du meintest wohl

Zunächst einmal wäre zu klären, welche Aspekte zur boxerischen Befähigung zählen. @timeout4u hat eigentlich schon alles gesagt.

Wie von anderer Seite schon angemerkt wurde, hat Usysk einige Treffer wegstecken müssen und war nach dem Kampf klar gezeichnet. Demnach scheint Joshua so schlecht nicht unterwegs gewesen zu sein oder anders ausgedrückt, auch Usyk hat irgendwo sein Limit, was aber völlig normal ist. Beide Boxer haben ein Gefecht auf hohem boxerischen Niveau abgeliefert und ich finde, dass sich Joshua in den letzten Jahren boxerisch klar verbessert hat. Was man auch sehen kann, dass er sein Risiko etwas runter zu fahren versucht, was nach dem ersten Ruiz Jr.-Kampf nicht überrascht.

Wenn ich also von einem Gefecht auf recht hohem, aber natürlich (auf beiden Seiten) nicht fehlerfreien Niveau spreche (was es wohl auch kaum geben wird), so stelle ich z.B. fest, dass bei vielen boxerischen Aspekten das Niveau deutlich über dem Kampf von Wilder vs. Fury III lag, sprich wie limitiert waren/sind dann diese beiden Boxer?
(y) deswegen hatte ich ja auch aspekte wie adaptionsfähigkeit dazu geschrieben, das gehört für mich zu einem weltklasse boxer dazu. dass man plan B hat und diesen auch umsetzen kann, wenn es mal nicht so funktioniert wie gewünscht. da ist fury beispielsweise mit einer der besten, die es überhaupt gibt und AJ eben nicht. wenn AJ unterlegen ist, boxt er trotzdem seinen stiefel runter. ein boxer auf weltklasse-niveau findet da andere wege. trotzdem ist er natürlich ein guter boxer, aber eben nicht der beste.
 

Tyson2fastFury

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@Roberts und weil du fury- wilder III angesprochen hattest. in diesem kampf habe ich zwei boxer gesehen, die an diesem abend zugegebenermaßen nicht auf dem höchsten technischen niveau agiert haben, aber dafür mit willenskraft gegen alle widerstände angekämpft haben und sich auch angepasst haben. wilder hat zu beginn seinen stil etwas verändert, war sehr aggressiv und ist viel zum körper gegangen. nach ein paar runden und vielen harten treffern war die taktik dann zwar hinüber, aber er wusste, dass er den zweiten kampf verloren hat und hat sich entsprechend einen plan ausgedacht. das würde ich mir auch bei AJ wünschen. ich weiß aber nicht, ob er dazu in der lage ist. ob es dann funktioniert, dazu gehört natürlich auch immer der gegner. aber sich nochmal so langweilig über 12 runden ausboxen lassen, kann nicht der anspruch von AJ sein. da muss er auch mal risiko eingehen.
 

Dog Man

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Gyenesdias
Einen Rückkampf hätte es für mich nicht gebraucht! Im ersten Kampf hat Usyk Joshua über 12 Runden klar via UD geschlagen. Wieso also überhaupt dieser Rückkampf, obwohl der 1. Kampf weder durch lucky Punch noch durch Verletzung entschieden wurde?! Welche Fragen sind da überhaupt offen geblieben?! Diese verfluchten Rückkampfklauseln der heutigen Boxwelt, was soll das?!
Joshua hätte sich wieder mit 2-3 Kämpfen im Jahr hinten anstellen müssen, attraktiv für den Zuschauer und für Joshua mit Sicherheit auch ne gute Erfahrung neben der mittlerweile gelebten "1 Kampf pro Jahr" Mentalität der heutigen Boxwelt....
Awo, direkt wieder ohne Mühen um alle Gürtel mit dem Versprechen "back to the roots" kämpfen "Abrissbirne reloaded"
Im 1. Kampf merkte er ja ziemlich schnell das er nicht ungestüm draufhauen konnte weil er sich sonst den Konter gefangen hätte,
wieso das also nun im 2. Kampf der Schlüssel zum Sieg sein soll bleibt mir fern?! Völliger Kappes das ganze...
Das sehe ich völlig anders! Bei zwei auf Augenhöhe befindlichen Boxern kann ein Kampf alleine selten den wahren Leistungsstand aufzeigen. Dazu wirken, wie in beinahe allen Sportarten, Tagesform, Umgebung, Trainingsabläufe und vieles andere beim Abrufen der Leistung eine Rolle. Meines Erachtens hat ein Rückkampf immer einen Sinn. Wohlgemerkt, bei zwei Boxern auf ähnlichem Level.
 

LeZ

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Joshua hat, wenn man das mal von der Optik her mit Klitschkos last hurrah vergleicht, gegen Usyk extrem zögerlich geboxt. Auch in den Situationen, in denen er nicht unter Druck stand. Insofern war das kein erzwungener Verlauf, sondern einer der von einem komischen Gameplan und Joshuas Zögerlichkeit begünstigt wurde. Ob Joshua diese Furcht aus dem Ruiz-Kampf noch mal los wird, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Usyk ist schließlich kein Puncher, der ihn mit einem Volltreffer niederschlagen kann.
 

timeout4u

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(y) das gehört für mich zu einem weltklasse boxer dazu. dass man plan B hat und diesen auch umsetzen kann, wenn es mal nicht so funktioniert wie gewünscht. da ist fury beispielsweise mit einer der besten, die es überhaupt gibt und AJ eben nicht. wenn AJ unterlegen ist, boxt er trotzdem seinen stiefel runter. ein boxer auf weltklasse-niveau findet da andere wege. trotzdem ist er natürlich ein guter boxer, aber eben nicht der beste.

Rein interessehalber und zum besseren Verständnis: in welchem Kampf hat Fury den jemals einen Plan B gezeigt? Bzw. mir ist eigentlich überhaupt kein Boxer bekannt, der in einem Kampf plötzlich ganz anders boxte als in den Runden vorher, weil es nicht läuft? Es sei denn, Plan B meint einfach: bedingungslosen Angriff uä.?
Weil im Boxen hat man eigentlich grundsätzlich nur die Wahl zwischen Angriff und Verteidigung in Sachen Plan und meist erfolgt der Wechsel aus der Not heraus; z.B. mehr klammern, weil man nicht mehr kann, angreifen, weil man zurückliegt usw., wobei ich das nicht mehr als Plan bezeichnen würde, eher Notlösung, Verzweiflung etc. Insoweit müsste man Canelo dann auch das Weltklasse-Niveau aberkennen, weil er so einen Plan B gegen Bivol nicht gezeigt hat.
Die Sache mit Plan A, B oder C ist aber eher so, dass sie von außen nicht einfach erkennbar sind und wie Canelo gegen Bivol hat auch AJ im Kampf gegen Usyk schon versucht verschiedene Planänderungen und Anpassungen vorzunehmen. Im Boxen finden diese Planänderungen/Anpassungen jedoch oft im Kleinen statt, in dem man z.B. die Faust bei der Führhand senkrecht treffen lässt und den Abstand der Führhanddeckung zum eigenen Kopf etwas vergrößert, wenn man merkt, dass die Führhand nicht wie gewohnt/geplant trifft und man darum mit dieser Technik darauf zielt, das Tempo der Führhand einen Tick schneller zu machen.
Soll keine Kritik sein, sondern nur sagen, dass man den Boxern leider oft Unrecht tut, wenn man ihnen vorwirft, dass sie keinen anderen Plan boxen wenn es nicht läuft. Die tun und versuchen das nämlich sehr wohl, doch diese Änderungen und Anpassungen sind sehr vielfältig und finden die ganze Zeit statt, sind aber einfach schwer zu deuten und zu erkennen, weil es zig solcher sog. Pläne gibt.
Wenn man das aus diesen Blickwinkel betrachtet, kommt man nicht drumherum auch AJ gute Anpassungsfähigkeiten zuschreiben zu müssen, denn sonst wäre er nie Olympiasieger, Weltmeister geworden.
 

Tyson2fastFury

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Rein interessehalber und zum besseren Verständnis: in welchem Kampf hat Fury den jemals einen Plan B gezeigt? Bzw. mir ist eigentlich überhaupt kein Boxer bekannt, der in einem Kampf plötzlich ganz anders boxte als in den Runden vorher, weil es nicht läuft? Es sei denn, Plan B meint einfach: bedingungslosen Angriff uä.?
Weil im Boxen hat man eigentlich grundsätzlich nur die Wahl zwischen Angriff und Verteidigung in Sachen Plan und meist erfolgt der Wechsel aus der Not heraus; z.B. mehr klammern, weil man nicht mehr kann, angreifen, weil man zurückliegt usw., wobei ich das nicht mehr als Plan bezeichnen würde, eher Notlösung, Verzweiflung etc. Insoweit müsste man Canelo dann auch das Weltklasse-Niveau aberkennen, weil er so einen Plan B gegen Bivol nicht gezeigt hat.
Die Sache mit Plan A, B oder C ist aber eher so, dass sie von außen nicht einfach erkennbar sind und wie Canelo gegen Bivol hat auch AJ im Kampf gegen Usyk schon versucht verschiedene Planänderungen und Anpassungen vorzunehmen. Im Boxen finden diese Planänderungen/Anpassungen jedoch oft im Kleinen statt, in dem man z.B. die Faust bei der Führhand senkrecht treffen lässt und den Abstand der Führhanddeckung zum eigenen Kopf etwas vergrößert, wenn man merkt, dass die Führhand nicht wie gewohnt/geplant trifft und man darum mit dieser Technik darauf zielt, das Tempo der Führhand einen Tick schneller zu machen.
Soll keine Kritik sein, sondern nur sagen, dass man den Boxern leider oft Unrecht tut, wenn man ihnen vorwirft, dass sie keinen anderen Plan boxen wenn es nicht läuft. Die tun und versuchen das nämlich sehr wohl, doch diese Änderungen und Anpassungen sind sehr vielfältig und finden die ganze Zeit statt, sind aber einfach schwer zu deuten und zu erkennen, weil es zig solcher sog. Pläne gibt.
Wenn man das aus diesen Blickwinkel betrachtet, kommt man nicht drumherum auch AJ gute Anpassungsfähigkeiten zuschreiben zu müssen, denn sonst wäre er nie Olympiasieger, Weltmeister geworden.
ich verstehe, was du meinst, aber: die goldmedaille von AJ - naja, die hat er halt in london gewonnen. das finale hätte er unter normalen umständen (wohl) nicht gewonnen.

im wallin-kampf hat fury beispielsweise plan B gezeigt. er hat auf der langen distanz nicht gut in den kampf gefunden, hatte einen großen cut und hat dann offensiver agiert, den kampf physisch gemacht und wallin stück für stück erdrückt. dazu die anpassung von wilder 1 zu wilder 2. alle haben ihn belächelt, als er sagte, dass er offensiver boxen wird. gesagt, getan. der ausgang ist bekannt. aber fury soll hier ja auch gar nicht das thema sein, war nur ein vergleich.

dass es nicht immer funktioniert, ist auch logisch, hängt natürlich mit dem gegner zusammen. aber meiner meinung nach muss AJ jetzt den willen zeigen, den kampf unbedingt gewinnen zu wollen. und dazu gehört eben auch, dass er seine taktik ändert.
 

Harman

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Bananenstaat
Rein interessehalber und zum besseren Verständnis: in welchem Kampf hat Fury den jemals einen Plan B gezeigt? Bzw. mir ist eigentlich überhaupt kein Boxer bekannt, der in einem Kampf plötzlich ganz anders boxte als in den Runden vorher, weil es nicht läuft? Es sei denn, Plan B meint einfach: bedingungslosen Angriff uä.?

Ali beim Rumble in the Jungle.. Der einzige der mir einfällt
 

Sakaro

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Eine Frage:
Ist der Kampf bei euch bei DAZN schon gelistet? Der Kampf ist doch schon am 20. August und bei mir hält sich DAZN bedeckt. Habt ihr mehr Infos gefunden?
 

Roberts

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@Roberts und weil du fury- wilder III angesprochen hattest. in diesem kampf habe ich zwei boxer gesehen, die an diesem abend zugegebenermaßen nicht auf dem höchsten technischen niveau agiert haben, aber dafür mit willenskraft gegen alle widerstände angekämpft haben und sich auch angepasst haben. wilder hat zu beginn seinen stil etwas verändert, war sehr aggressiv und ist viel zum körper gegangen. nach ein paar runden und vielen harten treffern war die taktik dann zwar hinüber, aber er wusste, dass er den zweiten kampf verloren hat und hat sich entsprechend einen plan ausgedacht. das würde ich mir auch bei AJ wünschen. ich weiß aber nicht, ob er dazu in der lage ist. ob es dann funktioniert, dazu gehört natürlich auch immer der gegner. aber sich nochmal so langweilig über 12 runden ausboxen lassen, kann nicht der anspruch von AJ sein. da muss er auch mal risiko eingehen.
Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen: wie Du einen Kampf siehst, wie Du die Leistung eines Boxers beurteilst, das entscheidest Du alleine und definitiv nicht ich.
Aber, unsere Meinungen könnten kaum weiter auseinandergehen. Wilder hat einen Gameplan mitbekommen, der Fury neutralisieren sollte und der war gut. Fury kam mit der gleichen Taktik in den Ring wie im zweiten Kampf: Wenn Wilder brawlt, in die Aktion reinschlagen und den Kinn-/Recovery-Vergleich erneut gewinnen. Gegen den Jab von Wilder und die langen Geraden zum Körper ist ihm außer dieser Taktik nur Distanz wahren als boxerisches Mittel eingefallen. Boxerische Anpassungen habe ich in der Phase nicht wahrgenommen. Taktisch hat Fury - wie ich schon mal geschrieben habe - seinen Gewichtsvorteil eingesetzt und den Clinch gesucht, um zu ringen und schieben. Boxerisch bewerte ich das als arm, für die Siegchancen natürlich clever, mit Boxen hat das m.E. aber nur begrenzt etwas zu tun. Wilder kann in der Folge durch zunehmende Ermüdung die ursprünglich gute Taktik nicht durchhalten, die gelegentlich treffenden Haken von Fury tun ihr übriges. In der Folge kassiert Wilder den ersten harten Uppercut und muss runter. Der dann staksige Wilder ist im Grunde bereits erledigt, was Fury merkt und der dann in der Folge unaufmerksam = überheblich wird. Wilder erzielt dann den ersten Niederschlag und versucht in der Folge daraus mit der Brechstange Kapital zu schlagen, eher ein Akt der Verzweiflung, denn der Willenskraft. Fury weiß, dass die Messe gelesen ist und er die entscheidenden Körner mehr im Tank hat. Als Fury-Fan, der dann auch die Legacy des Boxers zu bewahren trachtet, wertest Du die Ereignisse durch gezielte Weglassung wichtiger Aspekte (Dirty Tactics, Furys eigene boxerische und konditionelle Probleme) wie oben zu lesen ist anders. Ich finde @timeout4u Analyse hier aber sehr bestechend.

Das Du das technisch und boxerisch intensiv geführte Duell zwischen Joshua und Usyk als "sich langweilig über 12 Runden ausboxen lassen" erachtest, entspricht Deinem völlig legitimen Boxverständnis. Ich wiederum konnte dem technikarmen Gebrawle mit starker Dirty Tactics-Einlage seitens von Fury boxerisch wenig abgewinnen. Dass es unbestreitbar eine intensiv geführte Nummer zwischen Wilder und Fury war, die Betrachter begeistern kann, räume ich selbstverständlich ein. Trotzdem sehe ich den Kampf Joshua vs. Usyk als das boxerisch wesentlich bessere Gefecht an, bei dem sich beide Boxer auf nahezu rein boxerischer Ebene duelliert haben und Joshua im Rahmen seiner Möglichkeiten es immer wieder versucht hat, Usyk boxerisch beizukommen als den größeren Beweis von Willenskraft (und boxerischer Fairness) an.
 
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