Am Samstag dann drehte Rangnick vor dem Spiel gegen Mainz (1:0) eine Ehrenrunde vor den Fans, die ihm zujubelten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt "sahen wir uns zum Handeln gezwungen", meinte Müller nach der Entlassung.
Für Rangnick nur ein Vorwand. "Dass dies als Provokation interpretiert wurde, bestätigt meine Entscheidung vom Freitag", erläuterte er.
"Mein Co-Trainer Mirko Slomka ist zu mir gekommen und hat mir dann mitgeteilt, dass die Fans seit einer Viertelstunde lautstark verlangen, dass sie den Trainer sehen wollen. Da bin ich Richtung Nordkurve gelaufen, da hat die ganze Nordkurve skandiert. Als ich da dann lang lief, stand plötzlich die Gegengerade auch auf."
Rangnick gab aber auch zu: "Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen. Aber ich konnte nicht anders."
Nach Aussagen der Schalker Führung habe die Mannschaft das Verhalten des Trainers ebenfalls missbilligt, was Müller als Zeichen eines gestörten Verhältnisses bewertete: "Das ist nicht auf große Liebe bei der Mannschaft gestoßen. Ich habe in die Augen der Spieler geschaut und ihre Reaktionen gesehen."
Das bestätigten die Spieler. "Die Entscheidung kam zu Recht", sagte Kapitän Ebbe Sand. Und Frank Rost erklärte: "Er hat sich gegen uns entschieden. Wenn ich mit einer Mannschaft zusammenarbeiten will, kämpfe ich dafür."
"Große Bedenken"
Ohnehin, so der Sportdirektor, sei die Skepsis der Schalker Führung gegenüber Rangnick fast ausschließlich auf sportliche Gründe zurückzuführen. "Bereits in der letzten Saison haben wir nach den Sieg gegen Bayern München nicht mehr so doll gespielt", sagte Müller.
"Wenn man dann im Pokal mit 0:6 in Frankfurt ausscheidet, denkt man doch, da stimmt was nicht. Auch ich bin daher zu dem Schluss gekommen, dass wir große Bedenken haben."
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