Jetzt kann man natürlich fragen, ob man etwa ernsthaft auf Götze und Lewandowski hätte verzichten sollen. mMn würden unsere Erfolgschancen mit Eriksen (nur als Beispiel) statt Götze nicht soooviel schlechter stehen und für die "Hygiene" der Bundesliga wäre es vermutlich besser. Einen Lewandowski-Transfer muss man, wenn man mit Mandzukic vorne einen Spieler hat, der bewiesen hat, wichtige Stammkraft des CL-Siegers sein zu können, eher unter Luxus, statt dringend benötigt, einordnen. Einen richtigen Vorwurf kann man den Verantwortlichen natürlich nicht ernsthaft machen, aber mich beunruhigt die generelle Entwicklung innerhalb der Bundesliga in den letzten zwei Jahren und ich sehe, dass sich diese eher noch verstärken wird. Finde ich suboptimal.
Da gehe ich zum Teil mit. Bei Götze nicht unbedingt, weil man da mMn das Gesamtpaket sehen muss. Junger, deutscher Spieler mit absolutem Weltklassepotential auf dem Platz
und als Marke. Wenn man den für einen vergleichsweise "günstigen" Preis kriegen kann, muss man als FCB zuschlagen - denn so, wie Götze und umzu zu ticken scheinen, wäre der spätestens ein Jahr später eh gegangen, nur dann halt nach Madrid oder sonstwo.
Den Lewandowskideal dagegen hätte cih auch nicht haben müssen. Wir selbst sind allemal gut genug besetzt und da er auch aus Dortmund kommt, nehmen wir uns selbst ein Stück weit die Konkurrenz im Alltag - was
für uns m.E. einfach nicht gut ist. Je stärker die Konkurrenz, desto stärker ist auch der FCB, leichte Meisterschaften tun unserer Entwicklung einfach nicht gut. Das Verhältnis zum BVB ist mir dabei völlig egal, aber die Liga ist einfach nicht gut genug, um sich zu viele Abgänge gen München leisten zu können. Ist erstmal nicht unser Problem, kann aber ohne echte Not zu einem für uns werden.Zumal unsere internationalen Chancen durch Lewandowski zusätzlich zu Mandzu (der ja bleiben soll) nicht signifikant steigen.
Übrigens hätte ich null Probleme damit, wenn man gegen Real ausscheiden würde. Aber momentan hab ich das Gefühl, dass ein Ausscheiden mehr mit der eigenen Einstellung und einigen (mir nicht einleuchtenden) Personalentscheidungen (Martinez nicht als gesetzter Sechser) zu tun hätte, als mit der Stärke des Gegners. Das regt mich einfach auf. Genauso würde mich eine "verlorene" Meisterschaft oder ein Pokalspiel gegen Dortmund/Schalke, usw. nicht sonderlich aufregen. Vorraussetzung ist dafür, dass ich das Gefühl hätte, das alles versucht wurde und der Gegner an dem Tag/in dem Jahr einfach besser und konstanter war. Lässt man sich aber kampflos abschlachten und/oder vergeigt aufgrund einer Larifari-Einstellung, dann kotzt mich das einfach an.
Wenn das so wäre, würde ich zustimmen. Ich habe aber heute keinerlei Einstellungsdefizite gesehen. Kreativität und geistige Frische kann man nicht verordnen oder herbeitrainieren. Nach der schwierigen Verarbeitung der Saison 2011/12 mit anschließend fast komplett fehlender Sommerpause (EM) für alle Leistungsträgere und dem direkt anschließendem Dauerritt am absoluten Weltklasselimit von August 2012 bis März 2014 musste ein solches Tief einfach mal kommen. Diese Dauerleistung war auf dem Niveau onehin schon beinahe unmenschlich, bei einem Kader von gerade mal 20 Feldspielern. Das Tief kommt jetzt eher ungelegen, aber irgendwann kommt es halt. Roboter...Menschen und so.
Das sah man ja auch z.B. beim BVB nach den zwei Meisterschaften. Irgendwann fällt es nunmal schwerer, immer wieder voll fokussiert zu sein und wenn man dann noch durch die Öffentlichkeit einen Unbesiegbarkeitsnimbus zugesprochen kriegt und durch die Vereinsführung einen kleinen "ihr könnt auch mal ein paar Spiele runterschalten" Freibrief - ja, dann kann doch kein normaler Mensch nach gut 1 1/2 Jahren Dauerweltklasse am Limit anders. Da halte ich "den Arsch hochkriegen" einfach für übertrieben, die Mannschaft war einfach nach der Meisterschaft mental überreizt.
Sicher soll und muss sie sich jetzt wieder auf 110 % bringen, weil wir die für das Erreichen des Finals nunmal brauchen - aber das so etwas sauschwer ist, kann ich mir schon vorstellen (im Kleinen kennt das ja auch jeder aus dem eigenen Leben) und es sind am Ende eben echte Menschen, es braucht ja nicht nur den Willen jedes Einzelnen, sondern auch der positiven Gruppendynamik mit Allem, was dazugehört. Das ist eben nicht: Ribery, an dem
musst du aber vorbeikommen, du bist doch eigentlich schneller als der.
Der kann eben auch ein bisschen was, der macht das ja auch hauptberuflich, und wenn man dann einfach müde ist, reichen Grundvoraussetzungen, Können und Wille eben nicht. Die letzten paar Prozent sind reine Psychologie und das ist bei einer Mannschaft mit diesem gegangenem Weg nicht einfach, mit fehlender Einstellung hat das für mich nichts zu tun.
Da bitte ich sozusagen als Fan für die Mannschaft einfach um etwas mehr Verständnis. Denn diese Mannschaft hat uns so undendlich viel geschenkt, dass sie aus reinen Helden besteht - egal, ob sie es nun erneut gegen Real packen oder nicht. Und, btw, sie werden es packen.