Der war bestimmt auch ein sehr guter Schachspieler. Aber unter den ersten 3en seh ich ihn nicht. Da wären imo Morphy, Aljechin, Tal, Karpow und Capablanca noch eher zu nennen.
glaube, von den meisten "Schachexperten" würden Carlsen, Kasparow und Fischer als beste 3 genannt, obwohl man da wie gesagt auch andere Namen nennen kann.
- für Fischer spricht, dass er sozusagen als "Einzelkämpfer" ein ganzes Schachsystem besiegt hat. Er gilt als Autodidakt, der sich grösstenteils mit (sowjetischer) Schachliteratur weitergebildet hat und enorm innovativ war. Zudem waren Kurzremisen seine Sache nicht.
- für Kasparow spricht seine relativ lange Dominanz und ein Schachverständnis am allerobersten level. Er hatte imo den leicht spektakuläreren Schachstil als Fischer, hat aber sehr von früher staatlicher Förderung und auch schon von Compis profitiert.
- Carlsen ist noch am Spielen, weshalb hier ein abschliessendes Urteil nicht erfolgen kann. Vermutlich ist er der kompletteste von allen. Hier fliesst auch die Compihilfe deutlich stärker mit rein als bei Kasparow. Fischer hatte keine Compihilfe, der hat die Züge noch selber gefunden.
- Lasker war ein grosser Schachweltmeister, keine Frage.
Er hat den grossen Steinitz abgelöst und die Krone sehr lange verteidigt. Hat auch viele Turnier gewonnen. Ihm hängt einfach der Makel an, dass er partout nicht gegen Capablanca (und auch nicht gegen Akiba Rubinstein) spielen wollte. Sein Schach gilt nicht als übermässig spektakulär war aber grundsolide, war ein Verteidigungskünstler und im Endspiel hat er bleibendes hinterlassen. ihm hängt auch das lt. Hübner eher unbewiesene Vorurteil an, gegen Gegner bewusst schwächere, aber für diesen unbequeme Züge gewählt zu haben. Nicht selten hatte Lasker auch ganz einfach Glück, man schaue sich nur die entscheidende Partie gegen Schlechter an. Die Schachhistoriker können sich bis heute nicht einigen, ob Schlechter 2 Punkte Vorsprung haben musste oder nicht. Jedenfalls hatte er einen Punkt Vorsprung vor der 10. und letzten Partie, stand auf Gewinn, verdarb ihn, konnte dann auch ein klares remis nicht retten und verlor, worauf das match 5:5 ausging. Zu der damaligen Zeit war das wie gesagt noch möglich, einen Herausforderer jahrelang zu ducken (später hat das auch Aljechin mit Capablanca abgezogen, nachdem er von ihm den Titel eher überraschend stiebitzen konnte.)
also morphy würde ich, da 19.jhrd, NICHT in die top 3 setzen, das Schach war damals noch quasi in den Kinderschuhen, bestimmte Erkenntnisse setzten sich erst später durch, es gab weniger flächendeckende spielstärke, die meisten, so auch Andersen, hatten berufe etc.
Fischer an 1, da lässt sich mmn wenig dann deuteln. diese Dominanz innerhalb weniger Jahre, als er alle schlug und zum teil deklassierte, war beeindruckend und so noch nie dagesessen. ein aljechin rang einen Casablanca nach hartem Kampf nieder, gab ihm nie ein rematch, verlor nach dem wm noch etliche mal in turnierpartien gg ihn, verlor gg euwe den Titel etc. dennoch einer der allergrößten, ein Genie.
an 2 mmn kasparow, weil ein begnadeter Angriffsspieler, ein absoluter knockouter und anders als der genialische tal, spekulierte er wenig und baute seine angriffe auf absoluter stellungskontrolle auf.
an 3 würde ich heute noch karpow setzen. absoluter Techniker und brillanter positionsspieler, lange wm, mit kasparow auf Augenhöhe bis 90 (siehe das unentschieden im 87er match, wo er karpow in der letzten Partie besiegt und den Titel rettet).
Carlsen ist bärenstark, aber ich halte ihn für überschätzt, was seine rolle im ATG Bereich angeht. er findet einen weg, die Gegner in teils ausgeglichenen Stellungen so lange zu "kneten", bis er irgendwie einen mini Vorteil rausgequetscht hat und dann gewinnt. Carlsen hat dieses Jahr einige krachende Niederlagen erlitten und ich glaube, dass sowohl ein caruana als auch ein Devon aronjan (dem die zeit davonläuft) ihn in einem match schlagen könnten
ps noch zu schlechter: doch man ist sich heute einig, dass es keine 2 punkte waren, sondern nur einer! schlechter wollte aber beweisen, dass er den Titel verdient gewinnt und nicht nur durch einen Zufallstreffer, da ja alle anderen Partien Unentschieden ausgingen. in der 10. stand er aber nicht wirklich auf gewinn, aber ein unentschieden konnte er, bis er alle Brücken hinter sich abbrach und dann noch einen schweren Fehler beging, immer erreichen durch ein dauerschwach. (als quelle ein band von kasparow aus seiner Serie "meine großen Vorkämpfer" wo er sich eigehend mit dem match beschäftigt und der letzten Partie)