Ich habe keine Ahnung ob ihm nach dem Sprung nochmal explizit jemand auf die Materialkontrolle angesprochen hat...dazu wird er sich aber sicher nochmal persönlich äußern.
Letztendlich ist es aber auch nur eine Materialkontrolle...eine von Hunderten wenn nicht Tausenden im Skisprungleben.
Der war sicher schon öfter mächtig angefressen und ist dennoch hingegangen.
Diesmal hat aber irgendetwas das Fass zum Überlaufen gebracht.
- die Enttäuschung, dass seit Jahren immer ein Schritt nach vorne und dann wieder zurück geht
- die nicht-Nominierung für die Tournee
- das unglückliche Aus am Bergisel
- die Tatsache, dass alle vier Sprünge davor in Bischofshofen gut war und der entscheidende wieder nichts war (wie so oft)
- die Tatsache, dass der Sprung extreme Auswirkungen auf die Saison hätte ( mit Punkten hätte es wohl mit Neustadt geschaft, so Stagnation im Training und COC)
- ein wohl erneut erschüttertes Selbstvertrauen
Das sind alles Punkte die da mitreinspielen.
Es muss ihn jemand angesprochen haben, denn erst durch diese Ansprache erfahren die Springer, dass sie zur Kontrolle müssen. Das wissen sie vor dem Sprung nicht. Also "vergessen" kann es nicht sein. Es wird schon ein bewusstes "Verweigern" gewesen sein, allerdings wohl nicht, weil er was zu verbergen hatte, sondern weil er aus den von dir genannten Gründen da absolut keinen Kopf für hatte. Ist verständlich, aber doch gegen die Regeln.
Selbst wenn einer 10 Mal mit Wingsuits daherkommt, wird er halt zehn mal disqualifiziert. Mehr passiert, soweit ich weiß, laut Reglement nicht. OK, vielleicht greift dann ein anderer Passus. Verhöhnung der Kotrolleure oder so.

Daher kann man dieses Verweigern auch nicht viel strenger bestrafen. Und mit Dopingvergehen kann man das wirklich nicht vergleichen, da schon die FIS beim Regelbruch bez. des Materials das alles in der Regel bei der Disqualifikation belässt.
Abgesehen davon, "unfair" ist das nicht. Wem hat er geschadet? Nur sich selbst. Er hat nicht mal versucht zu schwindeln, so wie es der eine oder andere schon gemacht hat bzw. das Reglement sehr stark auszureizen. Die "Neuvermessungen" der Springer hatten ja auch ihre Gründe, weil sich der eine oder andere ein bisserl größer gemacht hat. Er hat sich auch nicht wie Granerud über jemanden abschätzig geäußert. Sowas wäre dann eher mit dem Attribut "unfair" zu bezeichnen.
Die FIS wird da nichts machen, außer ihn zu disqualifizieren. Was der ÖSV da macht, wäre eine andere Sache. Aber die haben ja anscheinend ein Gespräch mit ihm geführt und damit ist die Sache dann auch erlegigt.
Ich habe das auch nicht mit einem Dopingvergehen verglichen, sondern lediglich aufzeigen wollen, dass Regeln eben Regeln sind, an die man sich halten muss, egal in welchem Bereich. Nur, weil es unterschiedliche Konsequenzen hat, darf man deswegen bei niedrigeren Konsequenzen ja nicht auf die Regeln pfeifen...
Hat denn hier jemand von unfair gesprochen? Das muss ich überlesen haben.
Es ging doch nur darum, dass man sich auch bei großem Frust an Regeln halten muss. Das ist beim Skispringen so und das ist in jedem anderen Job so. ich möchte mal meinen Chef sehen, wenn ich das nächste Mal, wenn ich mich aufrege, einfach nach Hause gehe oder aus Trotz eine Aufgabe nicht erledige. Das hätte auch Konsequenzen.
Genauso muss man eben auch im größten Frust aufpassen, was ich vor den Medien äußere und eben nicht über Konkurrenten, die Jury, den Trainer herziehen.
Ja, beides mögen menschliche Dinge sein und auch irgendwie verständlich, hat aber beides im Beruf nichts verloren. Von daher: ja, kann passieren, dann muss man aber auch ansprechen dürfen, dass das kein professionelles Verhalten ist.