Nun, der Olympische Wettkampf von der Großschanze ist ja nicht der einzige, bei dem der Wind eher auf der Seite der Japaner war. Viel ausgemacht haben dürfte der Wind zwar nicht, weil die extremeren Werte hauptsächlich bei den Springern aufgetaucht sind, die mit den Podestplätzen nichts zu tun hatten - aber gerade der Unterschied beispielsweise zwischen Kasai und Prevc, der im Endklassement nur knapp hinter Kasai lag, ist doch sichtbar.
Auch auf der Normalschanze sieht man nach kurzem Überfliegen, dass gerade Kasai fast als einziger Windstille hatte, während insgesamt doch eher ein leichter Rückenwind herrschte.
Bei der Vierschanzentournee sind ebenfalls die Windwerte ausgerechnet worden - und auch da gehörte Kasai eher zu denen, die es gut hatten.
Die mittlerweile vielzitierten schlechten Bedingungen von Bad Mitterndorf sind zwar Realität - aber was haben sie Kasai denn wirklich gekostet? Man vergleiche beispielsweise die ersten Sprünge von Severin Freund und Stefan Kraft mit den zweiten Sprüngen von Juri Tepes - hier waren die Bedingungen relativ ähnlich, aber Kasais Sprung war mit Abstand der kürzeste. Und Peter Prevc hatte es in der Summe ähnlich schlecht wie Kasai - deshalb glaube ich nicht, dass Kasai da weiter vorn gelandet wäre.
Das gleiche gilt für das Teamspringen von Zakopane: Es stimmt zwar, dass die Japaner insgesamt die höchsten Windgutschriften bekommen haben (101,1). Aber der Windunterschied zu Polen (95,5) vor ihnen war marginal. Und die übrigen Teams ab Norwegen waren bereits so viel besser als die Japaner, dass da ebenfalls äußerst unwahrscheinlich ist, dass die Japaner weiter vorn gelandet wären.
Und deswegen halte ich die Behauptung, Kasai und die anderen Japaner seien seit einer Ewigkeit nur vom Pech verfolgt, einfach für falsch.
Hier übrigens noch ein Wettkampf, bei dem derjenige Springer, der in der Summe die schlechtesten Bedingungen hatte, dennoch mit großem Abstand gewonnen hat:
http://data.fis-ski.com/pdf/2014/JP/3733/2014JP3733RL.pdf