Gute Beschreibung von LF und
zur momentanen Lage der Bayern. Nur bei obigem Punkt möchte ich intervenieren, denn das Dortmunder Wunder beruht nicht auf der unglaublichen Weisheit von Watzke und Co., sondern eher auf dem Fallbeil des Gerichtsvollziehers, weil dort jahrelang unverantwortlich sauer verdientes Geld zum Fenster rausgeschmissen wurde, da sind Uli und Konsorten schon ein ganz anderes Kaliber (in positiver Hinsicht).
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Es stimmt zwar, dass der Auslöser der finanzielle Kollaps war, aber die außergewöhnlich gute Arbeit im Nachhinein ist ja nicht vom Himmel gefallen. Man hat den richtigen Trainer verpflichtet, der das richtige System auf dem Spielfeld entwickelte (glaube auch, dass Bombe das eher meinte), ihm dabei Zeit gegeben (es war nicht immer alles rosarot), die gute Jugenarbeit fortgesetzt und eine exzellente Scoutingabteilung installiert. Dazu kam auch das Quentchen Glück dazu, so dass heute jedes Rädchen ineinander greift.
Über Jahre gesehen sind Hoeneß und Co. sich ein anderes Kaliber. Aber das sind sie in jedem Vergleich mit allen Bundesligaverantwortlichen. Es ist jedoch unstrittig, dass diese Aussage mittlerweile in die Vergangenheitsform geschickt worden ist. In den letzten Jahre wurde nicht alles, aber doch sehr vieles falsch gemacht.
1. Trainer-Verpflichtungen wie Klinsmann oder Heynckes. Durch die ständigen Trainerwechsel kein modernes System erkennbar, oft nicht mal elementare Dinge wie Gegenwehr und Laufbereitschaft.
2. Ständiges Unruhestiften bei der kleinsten Krise. Kontinuität oder Vertrauen sind im Fußball wohl Begrifflichkeiten, die eher der Post- Facebook-Generation sowie der Facebook-Generation bekannt sind. Zumindest Hoeneß kennt sie nicht.
3. Nerlinger, dem Hoeneß hinter den Kulissen immer noch reinredet und mit dem man zusammen den Kader ungleichmäßig zusammengestellt hat.
4. 15 Millionen für Gustavo, aber keinen Kreativgeist auf der 6, die Verteidigung ist erst spät etwas verbessert worden, dazu setzt man auf Glasknochen die auf 30 zugehen und eine Position spielen, bei der mit 31/32 der Zenit durchschritten sein wird.
5. Ständiges öffentliches Palaver. Heutzutage so angesagt wie eine Schreibmaschine.
Hoeneß und Co. sind nicht mehr die Führungsriege unter den Führungsriegen. Schon lange nicht mehr. Man lebt von der herausragenden Arbeit vergangener Tage. So war es möglich, Robben, der die Bayern 09/10 im Alleingang nach oben schoß, zu verpflichten. Aber es war kein Plan oder ein System. Man handelt je nach Tagesaktualität. Wie die Fahne im Wind. Dass es dann irgendwann vorne und hinten nicht mehr passt, ist doch klar. Glaube nicht mehr, dass Heynckes sich seinen Nachfolger selbst aussuchen darf.
Heynckes ist daher auch nur ein Fehler von vielen in der Matrix. Er hat kein System entwickelt, das auf die Mannschaft zu geschnitten ist und er hat nicht mehr die Ausstrahlung, eine Mannschaft, die unten ist, mental aufzurichten. Es ist ja ein Mix aus System- und Mentalitäsproblemen. Vielleicht wurde im Kontext damit ein bisschen zu wenig auf Charakter geachtet.
Wird der Kurs so fortgesetzt, wird der ein oder andere Titel dabei rausspringen. Mit den Anlagen kann man ja kaum noch aus der Spitzengruppe der Bundesliga fliegen. Aber ein Angriff auf die Fußballspitze in Europa und eine Fortsetzung der Bundesligadominanz werden sich so sehr schwierig gestalten.