SPOX: Kommen wir zu Ihrer Roten Karte. Können Sie die entscheidenden Sekunden vor dem Platzverweis noch einmal für uns rekapitulieren?
Wörns: Es kam ein langer Ball auf Matthäus, der ihn zu mir zurück spielen wollte. Sein Pass war aber deutlich zu kurz. Ich wollte das Ding dann einfach nur wegbolzen. Ich habe gemerkt, dass ich einen Tick zu spät komme und wollte noch etwas zurückziehen. Auch wenn es dynamisch aussah, habe ich ihn nur leicht getroffen. Was Davor Suker daraus gemacht hat, war natürlich großes Kino. Das hat den Schiedsrichter schwer beeindruckt.
SPOX: Dass es ein Foul war haben Sie aber schon kurz danach bemerkt?
Wörns: Klar, aber ich fand die Rote Karte übertrieben. Ich denke nicht, dass er Schmerzen gehabt hat. Ich dachte halt, ich bekomme Gelb und fertig. Ich war sehr überrascht.
SPOX: Was dachten Sie, als Sie die andere Farbe gesehen haben?
Wörns: Ich war fix und fertig. Es war ein K.o.-Spiel und mit zehn gegen elf war das quasi schon spielentscheidend. Ich saß danach in der Kabine und habe mir das Spiel angeguckt.
SPOX: Haben Sie sich jemals über das schlampige Abspiel von Matthäus aufgeregt?
Wörns: Nein, so etwas passiert halt. Ich habe mich mehr über die tolle schauspielerische Einlage von Suker geärgert.
SPOX: Suker sagte, der Schiri hätte Ihnen drei Rote Karten geben müssen...
Wörns: Als er bei 1860 München gespielt hat, ließ er einmal durchblicken, dass es nicht so schlimm war. Wenn sich einer drei- oder viermal überschlägt, kann man davon ausgehen, dass es Schauspielerei ist.