Was Wegner anschließend, nach dem Kampf, im ARD-Interview meinte, dass "Huk taktisch falsch eingestellt" war, ist eigentlich nur mehr oder weniger ne Ausrede.
Eigentlich ist es nur die vornehme Art auszudrücken, dass man so tun möchte, als hätte der eigene Boxer den Kampf genausogut gewinnen können, nur eben wären kleine Fehlerchen drin gewesen oder sowas.
Letztenendes ist des aber mehr oder weniger Quatsch. Es ist gewissermaßen das Unwollen, einzugestehen, dass der eigene Boxer einfach zu schlecht war.
Denn egal wo geboxt worden wäre, ob nun in Bielefeld, Castrup-Rauxel, im MGM, oder sonstwo ... egal ob Huck nervös gewesen wäre oder nicht ... Huck hätte am Samstag so oder so gegen Cunningham verloren.
Genauso die Taktik ... egal ob Huck mit Volldampf in den Kampf gestartet wäre, oder ob er abgewartet hätte, oder ob ers aktiv oder passiv versucht hätte, ob nun Konterboxen oder Angriff auf Brechstange ... egal ... Huck hätte am Samstag so oder so verloren.
Denn was einfach nicht passte, war Hucks Boxtechnik ... vor allem passte sie nicht zu Cunninghams Boxtechnik.
"Er war taktisch falsch eingestellt", ist sowas wie ... "Ich verschweig lieber, dass er technisch falsch eingestellt war".
Bei Valuev-Chagaev ne Ähnliche Geschichte ... da kam man von Sauerland-Seite auch mit "taktisch falsch eingestellt". Naja ... vielleicht hätte es für Valuev besser aus gehen können, wenn er dies und das anders gemacht hätte (aggresiver boxen oder so). Aber das hätte nichts daran geändert, dass Valuev Probleme mit Rechtsauslegern und derer linken Haken hat.