O-Scoring: Tyson Fury vs. Deontay Wilder 3 | inkl. Undercard (Ajagba-Sanchez, Helenius-Kownacki usw.) und Nachbesprechung. DAZN


Franz

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fury hatte kurz keine beine mehr. er war klar angeknocked- kassiert einen 2.knockdown- die runde ist zu ende - er erholt sich. man sieht sein eigenes erstaunen förmlich, als ihm die beine kurz weg waren- ich denke, der schlag hätte manchen schlafen gelegt. aber eben nicht fury.
ja, das wilder nur luft für 6,7 runden hat, sah man schnell. aber in diesen runden war er klar im kampf. ich sehe es auch so, dass das gewicht drauf packen eher kontraproduktiv war. der kann den "bulk" nicht länger schleppen und mit sauerstoff versorgen, verbrannte zudem viele "nervöse energie", da er ständig am limit war. der relaxte ortiz2 wilder war da nicht zu sehen, aber es war eben fury, nicht ortiz.
ich bin beileibe kein wilder fan, liebe eher die wirklich "sweete" science, aber er hat, so raw wie er ist, fury im 1. und im 3.kampf, wenn nicht am rande, aber dann in der nähe einer k.o. niederlage. fury bleibt cool, auch wenn er angeschlagen ist, der zeigt nix, aber er war sehr wobbly in der 4, vor allem nach dem ersten niederschlag, nach der kombi, da muss er tiefdurchatmen, nimmt sich die sekunden, da sieht man schön in seinem gesicht, wie er kurz "wow" denkt. dann kommt er hoch. dann ist wilder viel zu wild, aber so isser halt.
Bald am Limit ist auch deshalb, weil er fast alles mit vollem Druck und pressen und verkrampfen schlägt. Mich berührt das merkwürdig, denn an sich ist das ein Anfängerfehler, auf den einen der Trainer schon in der Ausbildung immer wieder aufmerksam macht, "schlag locker, und mit Speed, nicht drücken und pressen, das nimmt dir die Luft, ein KO muss sich ergeben, nicht erzwungen werden".....
 

Francois

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Bekommt er einen Ringrichter, der dies wirklich unterbindet und Fury auch Punkte abzieht, dann könnte es klappen.
Clinchen ist teil von Boxen. Völliger nonsens da "Punktabzug" zu erwarten. Es ist der passive Clinch der nicht erlaubt ist aber Fury hat im Clinch uppercuts etc gebracht das ist völlig legitim. Wenn jemand den Clinch nicht unterbinden kann muss er eben daran arbeiten oder im Clinch besser werden. Duran hat halbe Kämpfe im Clinch verbracht und das waren geile Boxkämpfe. Wilder war hilflos da er keine defensive Beinarbeit hat und den infight/Clinch nicht beherrscht.

Das Wilder sich nach dem Kampf darüber beschwert und seine Fanboys Punktabzug oder DQ erwarten war abzusehen und kann man in seiner Enzyklopädie der Ausreden abheften, aber das war schlicht Boxen.
 
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GrimReaper

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Fury und Usyk sind mit Boxen aufgewachsen und leben den Sport. AJ und Wilder sind fantastische Athleten und haben Boxen schnell gelernt, werden aber niemals das technische und taktische Niveau der beiden anderen erreichen. Bin mir sicher ein Fury kennt jeden wichtigen Boxkampf der Geschichte samt aller Finessen etc.
 

Franz

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Clinchen ist teil von Boxen. Völliger nonsens da "Punktabzug" zu erwarten. Es ist der passive Clinch der nicht erlaubt ist aber Fury hat im Clinch uppercuts etc gebracht das ist völlig legitim. Wenn jemand den Clinch nicht unterbinden kann muss er eben daran arbeiten oder im Clinch besser werden. Duran hat halbe Kämpfe im Clinch verbracht und das waren geile Boxkämpfe. Wilder war hilflos da er keine defensive Beinarbeit hat und den infight/Clinch nicht beherrscht.

Das Wilder sich nach dem Kampf darüber beschwert und seine Fanboys Punktabzug oder DQ erwarten war abzusehen und kann man in seiner Enzyklopädie der Ausreden abheften, aber das war schlicht Boxen.
So ist es, allerdings sollte es nicht in eine Umwandlung des Boxsportes in Boxringen entarten wie von Waldi praktiziert ;)
 
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Brummsel

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Bald am Limit ist auch deshalb, weil er fast alles mit vollem Druck und pressen und verkrampfen schlägt. Mich berührt das merkwürdig, denn an sich ist das ein Anfängerfehler, auf den einen der Trainer schon in der Ausbildung immer wieder aufmerksam macht, "schlag locker, und mit Speed, nicht drücken und pressen, das nimmt dir die Luft, ein KO muss sich ergeben, nicht erzwungen werden".....
Diese Art zu Boxen kennen wir doch schon immer von Wilder, ohne dass man Sorge um seine Kondition haben musste.
Die voll durchgezogene Links/Rechts ist halt seine einzige Waffe und die muss er so schlagen, sonst ist nicht genug Power dahinter.

Und wenn er Fury derart anklingelt, dass der schon den chicken-dance macht, ist es doch auch nachvollziehbar, dass Wilder erst Recht alles gibt, um den Kampf zu beenden.
Die andere Variante wäre das, was Klitschko gegen AJ gemacht, nachdem er ihn am Boden hatte und das hat auch nix gebracht, wie wir wissen.
 

KRAFT&HERZ

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Diese Art zu Boxen kennen wir doch schon immer von Wilder, ohne dass man Sorge um seine Kondition haben musste.
Die voll durchgezogene Links/Rechts ist halt seine einzige Waffe und die muss er so schlagen, sonst ist nicht genug Power dahinter.
mich erinnert das immer mehr an marco huck.

der hat dann irgendwann den aufwärtshaken ins repertoire aufgenommen.

wilder viel zu eindimensional, kaum ein uppercut oder wenigstens als saubere "überhand" ala haye gegen einen größeren gegner.

wilder war mit malik scott (oder umgekehrt) nicht gut bedient, um einen raffinierten gameplan gegen fury zu erarbeiten.

plan b. gab es sowieso nicht.
 

Granitkinn

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Ein Kampf AJ gegen Wilder wäre einfach das Beste, was beide bekommen könnten und sollten. Der Sieger wäre wieder schnell auf der Gewinnerstraße. Cash können beide auch machen. Und psychsisch wäre ein Sieg für beide Balsam nach diesen Niederlagen.
 

KRAFT&HERZ

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Ein Kampf AJ gegen Wilder wäre einfach das Beste, was beide bekommen könnten und sollten. Der Sieger wäre wieder schnell auf der Gewinnerstraße. Cash können beide auch machen. Und psychsisch wäre ein Sieg für beide Balsam nach diesen Niederlagen.
das ist für beide viel zu gefährlich... weil einer danach einpacken könnte.

deshalb glaube ich nicht, dass das so schnell kommt.

im regelfall kommt die nächste niederlage nicht "eau bloc", sondern erst nachdem nochmal "kleingeld" und rekordpolitur gemacht wurde.

wenn wilder 3 niederlagen in folge hätte, wäre es doch schier aus.
 

Drago

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Kann nicht sagen was dran ist. Aber man hörte gestern Abend auch schon so was aus England.

Eine Sache sollte man bedenken: Ali und Frazier waren nach ihrem 3. Fight beide erledigt. Auch Bowe war nach dem 3. Holyfield Kampf fast durch.

Rummy s Corner hat ein Video zu Fury Wilder 3 gemacht. Und er selbst vermutet, dass weder Wilder noch Fury nach diesem Kampf noch die selben sind.


Es könnte natürlich sein. Solche Fights hinterlassen etwas.
 

thesweetscience

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Naja Fury wurde zwei mal hart getroffen und ansonsten war der Kampf jetzt nicht sonderlich brutal für ihn. Da haben andere wesentlich mehr abbekommen und haben danach stark weiter gemacht. Bei Wilder wird es sich zeigen, das war schon um einiges schlimmer.
 

Lärche

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Fury und Usyk sind mit Boxen aufgewachsen und leben den Sport. AJ und Wilder sind fantastische Athleten und haben Boxen schnell gelernt, werden aber niemals das technische und taktische Niveau der beiden anderen erreichen. Bin mir sicher ein Fury kennt jeden wichtigen Boxkampf der Geschichte samt aller Finessen etc.
da sehe ich ähnlich und gehe sogar noch weiter...
Im Boxen auf diesem Niveau läuft vieles instinktiv, das situationsbedingte "Erahnen", das "Erkennen von Chancen", das "Erfassen von Situationen" etc. sind Dinge, die man nicht erlernen kann sondern die man sich fast nur aneignen kann, wenn man eine sehr gute und lange Ausbildung hat und am Besten schon in der Kindheit mit dem Sport anfängt.
Ich glaube aber noch nicht mal, dass Usyk das Non plus ultra sein wird, sondern sehe da sogar noch Luft nach oben... Usyk kam mit 14 Jahren zum Boxen, es gibt aber Boxer die mit 8 Jahren anfangen und stark gefördert und aufgebaut werden.

Das soll Wilder und AJ keinesfalls schmälern, vor dem Hintergrund dass die Beiden, aber auch Joyce, Quereinsteiger sind, haben sie sehr viel erreicht.
 

timeout4u

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Ich glaube aber noch nicht mal, dass Usyk das Non plus ultra sein wird, sondern sehe da sogar noch Luft nach oben... Usyk kam mit 14 Jahren zum Boxen, es gibt aber Boxer die mit 8 Jahren anfangen und stark gefördert und aufgebaut werden.
Wobei das Einstiegsalter ins Boxen eher eine untergeordnete Rolle spielt. Wichtiger ist die Qualität der Ausbildung und vor allem beim Aufbau eine langfristige, vernünftige Zielführung. Leider führen die meisten Förderungen im frühen Alter eher zum Verschleiss und vor allem zum Verheizen. Spitzenleistungen auf dem jeweils höchsten Level haben nur eine begrenzte Zeit und wer z.B. mit 8 anfängt, sollte einkalkulieren, dass es mit 28 vielleicht schon bergab geht, in der Breite gesehen.
 

Franz

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Wobei das Einstiegsalter ins Boxen eher eine untergeordnete Rolle spielt. Wichtiger ist die Qualität der Ausbildung und vor allem beim Aufbau eine langfristige, vernünftige Zielführung. Leider führen die meisten Förderungen im frühen Alter eher zum Verschleiss und vor allem zum Verheizen. Spitzenleistungen auf dem jeweils höchsten Level haben nur eine begrenzte Zeit und wer z.B. mit 8 anfängt, sollte einkalkulieren, dass es mit 28 vielleicht schon bergab geht, in der Breite gesehen.
Wirklich überragende Begabungen im Verein mit einem Spitzentrainer schaffen es auch ohne 300 Amateurkämpfe auf aller höchstes Niveau: Canelo 46 Amateurkämpfe James Toney 35, zwei boxerische Allzeitgrößen.

Ray Robinson soll einen 85:0 Amateur Rekord, mit 40 Ersrunden KO gehabt haben.

Und Bubi Scholz gewiss auch ein hervorragender Boxer hatte gar keinen Amateur Kampf.
 

Lärche

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Canelo hat mit 15 Jahren seine ersten Profikämpfe gemacht und seine Familie hat einen boxerischen Hintergrund.
Mehr geht fast nicht.
 

Lärche

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Wobei das Einstiegsalter ins Boxen eher eine untergeordnete Rolle spielt. Wichtiger ist die Qualität der Ausbildung und vor allem beim Aufbau eine langfristige, vernünftige Zielführung. Leider führen die meisten Förderungen im frühen Alter eher zum Verschleiss und vor allem zum Verheizen. Spitzenleistungen auf dem jeweils höchsten Level haben nur eine begrenzte Zeit und wer z.B. mit 8 anfängt, sollte einkalkulieren, dass es mit 28 vielleicht schon bergab geht, in der Breite gesehen.
deshalb schrieb ich ja:"es gibt aber Boxer die mit 8 Jahren anfangen und stark gefördert und aufgebaut werden. "

Mit stark gefördert meine ich, dass sie professionell aufgebaut werden/wurden. Bei einem Jared Anderson habe ich z.B. ein gutes Gefühl, bzw. dass er mit 28 Jahren nicht verheizt sein wird, sondern dass er dann erst richtig loslegt.
 

thesweetscience

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Hat Kopkins nicht erst mit Mittel/Ende 20 angefangen und einen Stil entwickelt der technisch so überlegen war dass er noch mit fast 50 Weltmeister war? Also Ausnahmebegabte gibts immer.
 

timeout4u

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Hopkins hat auch schon in der Jugend mit dem Boxen angefangen und eine entsprechende Amateurkarriere vorzuweisen. Wie gesagt: die Kampfanzahl oder die Jahre als Olympischer Boxer können förderlich oder weniger förderlich sein. Wichtiger sind z.B. wo und wie man das Boxen lernt, der boxerische Hintergrund, die Infrastruktur, das Gym, die Boxconnections usw. Sog. Ausnahmebegabungen gibt's eigentlich wie in jeder Sportart genug oder immer wieder. Kommt aber natürlich auch darauf an, wie man jetzt solche Talente bzw. Ausnahmebegabungen definieren will. Was dem einen sein Prospect, ist dem anderen sein Hype.
 

Lärche

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trotzdem ist das Einstiegsalter mit entscheident.
Ich glaube, dass im Boxsport noch viel Luft nach oben ist, weil es kein Breitensport ist.
Das aktuelle Boxen sehe ich auf dem Niveau wie Fußball in den 70ern und Anfang der 80er Jahre.
Das war ein ganz anderer Fußball als der heutige.

Fußball ist allerdings Breitensport, das bedeutet eine immense Konkurrenz, da hätte niemand eine Chance in eine starken ersten Liga (England, Spanien, Italien, Deutschland) zu spielen, der erst mit 20 Jahren anfängt Fußball zu spielen.
In Amerika gibt es wahrscheinlich viele mit einer Dynamik und Statur wie Wilder (der wie gesagt erst mit 20 Jahren zum Boxen kam).
Würden da genausoviele in jungen Jahren anfangen zu boxen wie z.B. Basketball spielen, dann wäre das Niveau in der Weltspitze wahrscheinlich ein völlig anderes.
 
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