Vielleicht kann Fachexperte Roberts mal ausführen, welcher deutscher Sportler seiner Meinung nach wo "verkackt" hat.
Persönlich glaube ich ja das sowohl wir Amis als auch unsere Kumpels von Down Under und unsere Nachbarn im Norden im durchschnitt einfach physich und mental tougher sind als der durchschnittliche Mitteleuropäer.
Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Stipendien und die Sportler müssen gleichermassen Leistung im Sport und im Unterricht bringen. Durchgewunken wird da keiner, es sei denn er/sie ist ein kommender Star, dann wird vllt hier und da ein Auge zugedrückt. Aber das ist mehr Ausnahme als Regel. Ansonsten ist das Studium extrem hart für die Sportler. Was aber gleichzeitig extrem vorteilhaft ist, du bekommst in der Regel zu einer fast schon professionellen sportlichen Ausbildung, einen hochwertigen schulischen Abschluss, das ohne deinen Sport zu vernachlässigen. Das ist bei uns, vor allem in Randsportarten kaum möglich. Entweder du setzt auf die Karte Sport und stehst irgendwann vllt nur mit einem Realschulabschluss ohne Berufsausbildung da, oder du machst Schule, Ausbildung/Studium und hast einfach nicht die Zeit 5-6 mal in der Woche zu trainieren. Um die Finanzierung von Sport und Schule brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen.Das System der USA finde ich persönlich gut für den Sport aber weniger gut für die Gesellschaft: "Bildung gegen Bares oder sportliche Leistung" tönt gut, um den Spitzensport zu fördern, aber viel weniger, um die Aufstiegs- und Bildungschancen von unsportlichen "Ghettokindern" zu begünstigen. Der intelligente Jugendliche aus Ferguson sollte an die Uni und nicht sein relativ dämlicher Nachbar, der einfach 2.10m gross ist und ein grosses Basketballtalent ist... aber eigentlich überhaupt nicht an eine Uni gehört, sondern aufs Basketballfeld.
Übrigens habe ich eine spannende Grafik gesehen (suche noch den Link...) bei dem gezeigt wird, was der bestbezahlte Staatsangestellte in jedem US-Staat macht: Gefühlt 2/3 waren Uni-Footballtrainer, die anderen Uni-Basketballtrainer und ganz wenige entweder Richter oder Uni-Rektoren oder so.
Sehe mich nicht als Fachexperte. Trotzdem: Man braucht nicht lange suchen: Auf unsere Schwimmer ist Verlass. Da wird gerade - und wiederholt - im Kollektiv verkackt. Nur ein Beispiel, es lassen sich - wie so oft - einige Mentalzwerge finden...
@RightyRight: Genau das meine ich doch: Für den Sport(ler) ist dieses System grossartig, daran lässt sich nicht zweifeln. Jetzt mein ABER: Es gibt ganz viele intelligente Unterschichtsjugendliche, die auch eine gute Ausbildung verdient hätten (und vielleicht sogar nötiger als ein zukünftiger Spitzensportler), aber die keine Chance darauf haben. Ganz einfach, weil sie nicht (genügend) sportlich sind. Sie haben keine Chance auf ein Stipendium, da weder genügend sporttalentiert noch genügend intelligent (die potenziellen Superhirne kriegen ihr Stipendium schon), obwohl sie objektiv gesehen durchaus an eine Uni "gehören" und dort einen guten Abschluss machen würden.
DAS ist es was ich kritisiere, nicht die grossartige Sportförderung... aber die geht in meinen Augen ein bisschen auf Kosten der Förderung der breiten Masse.
Das mag für die Footballer und evtl. die Basketballer gelten, die "lohnen" sich tatsächlich für die Uni, inklusive der hohen Coach-Gehälter. Aber ob das bei den Schwimmern, Leichtathletinnen oder Turnern auch so ist, wage ich zu bezweifeln... kann es aber natürlich nicht belegenNur würden diese Stipendien ja nicht automatisch umverteilt sondern eher ersatzlos gestrichen. Es gibt sie ja nur, da die Sportler im Endeffekt die Ausgaben refinanzieren für die Uni.
Das mag für die Footballer und evtl. die Basketballer gelten, die "lohnen" sich tatsächlich für die Uni, inklusive der hohen Coach-Gehälter. Aber ob das bei den Schwimmern, Leichtathletinnen oder Turnern auch so ist, wage ich zu bezweifeln... kann es aber natürlich nicht belegen![]()
Verkacken interpretiere ich anders. Keiner der deutschen Schwimmer ging als Favorit ins Rennen. Bei Koch oder Biedermann war/besteht eine geringe Hoffnung auf eine Medaille.
Die Frage ist eher grundsätzlich, ob man getreu dem olympischen Motto quasi chancenlose Touristen auf Staatskosten hinschicken möchte oder knallhart auf Medaillen geht. Ich finde den gewählten deutschen Weg grundsätzlich ganz okay.
Tony Martin![]()
Sehe mich nicht als Fachexperte. Trotzdem: Man braucht nicht lange suchen: Auf unsere Schwimmer ist Verlass. Da wird gerade - und wiederholt - im Kollektiv verkackt. Nur ein Beispiel, es lassen sich - wie so oft - einige Mentalzwerge finden...