Pepe wurde ja auch lange mit Bayern in Verbindung gebracht und gibt sicherlich auch eine Menge Beiträge hier im Bayern-Forum zu ihm. War ja auch kein komplettes One-Hit-Wonder, sondern hatte schon 17/18 mit 18 Scorern eine gute Saison, getoppt dann von 18/19 mit 22 Buden und 11 Assists in der Ligue 1. Allerdings konnte man anhand des Spielstils schon erkennen, dass er speziell ist und mutmaßlich sehr von der Kontertaktik von Lille profitierte. Die meisten gefährlichen Aktionen entstanden ja daraus, dass er mit Tempo über die rechte Seite kam und dann nach innen zog. Für die zuerst kolportierten 40-45 Mio wäre das auch jetzt noch kein schlechter Deal gewesen. Er hat kein schlechtes Skillset und gute Winger sind teuer. Aber wie es Lille dann schaffte, den Preis zu verdoppeln, ist immer noch völlig irre.
Rückblickend strotz das Sommertransferfenster in 2019 wirklich mit heftigen Deals, u.a.:
- Griezmann 120 Mio (passt nicht richtig ins Spielsystem)
- Hazard 115 Mio (bisher 35 Spiele in mehr als 1,5 Jahren)
- Hernandez 80 Mio (nur Edel-Backup)
- Jovic 63 Mio (2 Tore in 1,5 Jahren...)
- Militao 50 Mio (nur Backup oder verletzt)
- Joelinton 40 Mio (3 PL-Tore in 58 Spielen...)
Pepe ist in dem Sinn auch kein absoluter Transferflop. Da hat Arsenal schon andere rausgehauen. Aber mir scheint, dass es – nachdem sich Bayern vom Transfer distanziert hat – keine weiteren wirklichen Interessenten für Pepe gab. Und insofern hat ihn Arsenal mMn komplett überbezahlt. Selbst wenn man die französische Liga gleich stark wie die Bundesliga sehen würde – ich stufe die Bundesliga im Schnitt etwas stärker ein – ist Pepe von den Voraussetzungen (Stärke der Liga, Stärke des Vereins innerhalb der Liga, Rolle des Spielers innerhalb des Vereins) nicht höher anzusiedeln als Jovic. Ich persönlich würde ihn eher dahinter sehen, aber darüber kann man streiten. Natürlich hat Jovic auch nicht bei Real eingeschlagen, aber er hat nun mal auch 17 Mio weniger gekostet.
Arsenal vernichtet seit Jahren Geld und das nicht in kleinen Mengen. Die letzte Saison, in der man kein Transferminus erwirtschaftet hat, war 17/18. Das + dort war aber deutlich geringer, als das -, das man sonst macht. Davor die Saison 12/13 (IMO auch die letzte mit mehreren wirklich vernünftigen Transfers). Man hat im Winter jetzt Özil, Sokratis und Mustafi alle ablösefrei abgegeben. Finde ich so okay, da die dem Team nichts bringen. Aber die drei haben zusammen 104 Mio € gekostet. Selbst wenn ich bei den Ablösen von Özil und Sokratis zum damaligen Zeitpunkt beide Augen zudrücken kann (Ö: 47 Mio, S: 16 Mio), hat Mustafi immer noch 41 Millionen (!!) gekostet.
Ich kenne ja Arsenals Budget nicht, aber der Zusammenhang zwischen diesem Geldverbrennen und der Tatsache, dass die Neuzugänge qualitativ immer mehr in Richtung "naja" gehen, lässt sich schon vermuten. Zumal die Spieler, die kommen, auch nicht für sportlichen Erfolg sorgen, der irgendwie mehr Geld in die Kassen spülen würde. Ich befürchte, dass man sich in den nächsten Jahren darauf einstellen muss, dass ein rümdübeln um den 10. Rang das höchste der Gefühle ist.
Interessant find ich dabei, dass man fast alles schon vorher hätte wissen können. Joelinton war ein One-Hit-Wonder, Jovic ist ein guter Spieler, aber dass für Real nicht reichen wird war wahrscheinlich. Bei Hernandez konnte man unabhängig vom Preis Zweifel an der Qualität haben und das Griezmann nicht so wirklich zu Barca passt kam jetzt auch nicht wirklich aus heiterem Himmel.
Nur bei Hazard und Militao kam das für mich überraschend, aber auch da waren die Preise natürlich heftig.
Sehe ich absolut genauso

Hernandez, Jovic und Joelinton waren preislich definitiv drüber. Griezmann, Hazard und Militao konnte man anhand ihrer Leistungen damals schon ungefähr so einordnen. Griezmann war für Barcelona aber a) kein Teamneed und b) passt er auch nicht wirklich ins System. Dass Hazard und Militao sich so entwickeln, konnte man nicht ahnen. Aber die Preise erscheinen mir eher gerechtfertigt, als die 80 Mio für Pepe.