Zudem muss auch in der Bevölkerung Doping geächtet und nicht als Kavaliersdelikt angesehen werden.
Ergänzend möchte ich dazu bemerken, dass es auch hilfreich sein könnte zu ergründen, warum die Sportler überhaupt zu Doping greifen. Die wenigsten Sportler dopen freiwillig, zumindest nach meiner Erfahrung. Viele versuchen so lange wie möglich "sauber" zu bleiben, denn sie wissen ja, dass sie sich und ihrem Körper langfristig damit nichts Gutes antun.
Problem ist nur, dass Zuschauer, Medien, Sponsoren etc. immer mehr Leistung, immer mehr Spektakel erwarten. Je höher man kommt, desto mehr Druck lastet auf einen. Ganz zu schweigen, dass viele Profisportler kaum mehr Zeit zur Regeneration bekommen und Verletzungen, Erkrankungen sowie mentale Schwächen ohnehin von der Mehrheit als müde Ausrede belächelt werden. Und der Grat von Schmerzlinderung zur Leistungssteigerung ist ohnehin ein schmaler, ganz abgesehen vom besagten Teufelskreis.
Sportler sind nunmal keine Maschinen, doch sowohl Zuschauer als auch Medien gestatten nur selten Fehler oder schleche Leistungen. Die Gesellschaft müsste auch manchmal umdenken, etwas "menschlicher" werden. Erfolg um jeden Preis ist nicht immer machbar und nicht immer das Wichtigste, um es kurz zu sagen. Natürlich kann man diesen Aspekt auf jeden Beruf und den Alltag ummünzen, keine Frage, denn im Grunde ist es schon fast überall so, dass schlechte Phasen, Tagesform, Verletzungen, Fehler, Schwächen und was weiß ich nicht alles
nicht als Entschuldigung herhalten dürfen. Wer Geld bekommt, hat zu funktionieren, egal wie! Ausnahme bildet paradoxerweise die Täter-Opferrolle in der Justiz, wobei wir da ja meist schon wieder beim "vielgewünschten" Spektakel wären
