In der führenden japanischen Sportzeitschrift "Sports Graphic Number" (meist nur "Number" genannt) gibt es ein langes Interview mit Funaki Kazuyoshi, das auch online in vier Teilen zu lesen ist.
Es geht um seine damalige aktive Zeit, aber auch darum, was er jetzt macht.
In gut einem Monat wird er 50.

Fotos: Jiji und Sato Wataru
Er erzählt, wie er ausgebuht wurde.
„In Europa gibt es bei Wettkämpfen mehrere zehntausend Zuschauer, auch wenn es nicht so viele sind, sind es immer noch zehntausend, von denen ich dann einstimmig ausgebuht wurde.“
Für die mächtigen Länder ist es eine Sportart, die sie sehr ausgeprägt als ihr Eigentum wahrnehmen und auf die sie stolz sind. Das Ausbuhen eines Springers, der als Nichteuropäer dabei ist, ist ein Beweis dafür, dass man sein Können anerkannte.
„Als Reaktion darauf wollte ich noch mehr ausgebuht werden, es war so eine provokante Einstellung, die ich annahm. Ich dachte, wenn die alle buhen, dann steigt die Temperatur und es käme Thermik auf, was positiv für mich ist. Es ist eine Tatsache, dass Springer weiter springen, wenn es laut ist. Auch wenn in meinem Fall nur Buhrufe waren, dachte ich: ‚Macht noch mehr davon!‘“
Er spricht über ein „Auswärtsgefühl“, das er hatte.
„Ich habe das gespürt, seit ich das erste Mal im Ausland war. Es war so, als wollte man dort nicht, dass ein Asiat gewinnt. In Japan wird jemand genauso angefeuert, wenn er kein Japaner ist, z. B. ein Yokozuna beim Sumô. Im Ausland nimmt man kein Blatt vor den Mund. Bei Ländern, die in ihrer Geschichte einmal Krieg gegeneinander geführt haben, ist das richtig schlimm.“
„Aus der Überzeugung heraus, dass Europa die Heimat dieses Sports ist, kommt es unweigerlich dazu, dass starke Athleten aus anderen Regionen nicht willkommen sind. Das betrifft nicht nur Skispringer, auch andere Sportler haben berichtet, diese Erfahrung gemacht zu haben.“
Er nennt ein Beispiel.
„Während die europäischen Springer in Fünfsternehotels übernachteten, waren wir in billigen Quartieren untergebracht. Man wies uns fünf- bis sechsstöckige Häuser ohne Aufzug zu. Wie es heutzutage ist, weiß ich nicht, aber damals war das fürchterlich. Es gab allerdings auch Springer anderer Länder, die noch schlimmere Quartiere hatten als wir.“
Außerdem geht um Regeländerungen, die er damals selbst erlebt hat und die nachteilig für Japan waren. Zuerst natürlich die 146 Prozent-Regel, mit der körperlich große Springer einen Vorteil bekamen, aber auch so etwas, dass der Abstand der beiden Rillen in der Anlaufspur ebenfalls auf große Springer ausgerichtet war und kleinere Schwierigkeiten damit hatten, weil die Kraftübertragung schlechter war.
Für ihn ebenfalls nachteilig war, dass er dadurch, dass die Flughaltung nicht mehr wie zuvor in die Haltungsnoten einfloss, Punkte einbüßte. Vorher hatte er immer über die Haltungsnote viele Punkte holen können (bestes Beispiel 5 mal 20 in Nagano).
Es kam auch vor, dass Japan über Regeländerungen erst informiert wurde, wenn die neue Saison begann und sich die Springer dann an Ort und Stelle umstellen mussten, während die Europäer bereits seit Monaten mit dem neuen Material trainierten.
Beispiel:
„Auf den Anzügen für die Olympischen Spiele in Turin 2006 war eine japanische Flagge und das Wort JAPAN aufgedruckt. Das war unter Hitze aufgepresst worden, wodurch an dieser Stelle die Luftdurchlässigkeit geringer war. Man war davon ausgegangen, dass diese Stelle nicht Gegenstand der Kontrolle wäre. Jedoch wurde bei einem Weltcup vor den Spielen, an dem Japan nicht teilnahm, erklärt, dass auch diese Stellen der Kontrolle unterlägen. Somit hatte Japan davon keine Kenntnis.
Man hat nun in aller Eile mit einer Nähmaschine Löcher in diese Stellen gemacht. Fast wäre es dazu gekommen, dass man disqualifiziert wird.“
Er sieht aber auch Versäumnisse in Japan, weil, aufgrund dessen, dass im Skispringen auf Deutsch kommuniziert wird, erst alle Informationen genau übersetzt werden müssen, bevor sie an die Sportler weitergegeben werden. Und das dauerte zu lange.
Er wurde nur einmal disqualifiziert. Das war im Sommer, als Schweiß in den Anzug eingedrungen ist und ihn verhärtet hat, so dass die Luftdurchlässigkeit nicht passte. Danach hat man die Regel geändert und im Sommer die Luftdurchlässigkeit nicht mehr nachgemessen.
„Ich gehörte als Mitarbeiter dem Firmenteam des Herstellers Descente an, da kam eine Disqualifikation überhaupt nicht in Frage. Es wäre unverzeihlich gewesen, den eigenen Ausrüster mit Dreck zu bewerfen. Auch mein Trainer Yagi hätte das keinesfalls durchgehen lassen, und so habe ich, um die Kontrolle zu bestehen, eher etwas kleinere und kürzere Anzüge benutzt. Ich kann Springer verstehen, die es riskieren, bis an die Grenzen zu gehen, aber bei mir wog die Zugehörigkeit zu meiner Herstellerfirma mehr.“
Er bewunderte Ryôyû, als der anfing zu siegen, weil er sich gut vorstellen konnte, was er an Unangenehmem erlebt hatte. „Trotzdem so locker Resultate zu bringen, das ist wirklich fantastisch.“ Ein anderer, den er lobt, ist Adam Małysz, der auch viel durchgemacht hat. „Ich fand toll, wie er anhaltend siegte.“
Über sein heutiges Leben:
Er springt aus mehreren Gründen weiter, obwohl es aufgrund nur weniger Sponsoren finanziell schwierig ist, einmal, weil ihn seine Fans nach wie vor unterstützen und weil er in seiner Firma junge Springer hat. Um diese anzuleiten muss er selbst springen, um die sich immerzu ändernden Regeln anzueignen. Außerdem hat er noch immer den Ehrgeiz, sich nicht allzu weit abhängen zu lassen.
Mit dem Vertrieb von Apple Pie und Cherry Pie hat er begonnen, als er von einer Lebensmittelfirma das Angebot bekam, ein Verkaufsrecht für Gyôza (gefüllte Teigtaschen) zu bekommen und den Gewinn zu behalten. Die Früchte liefern ihm Bauern aus seiner Heimatstadt Yoichi.
Mit seinem Verkaufserlös unterstützt er die Ausbildung junger Springer und wenn er mit seinen Verkaufsaktionen im Land unterwegs ist, spricht mit vielen Leuten, um Werbung für das Skispringen zu machen.
全国各地の百貨店で人気なのは北海道物産展だ。折々に開かれる物産展の店頭で、懸命に商品を売るアスリートの姿がみられる。ノルディックスキー・ジャンパーの船木和喜だ。競技生活をおくる一方で、自身が手がける食品の販売店を出店し、毎年全国を巡回してきた
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