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Winterfell Die finale Staffel nähert sich dem ersten großen Kampf gegen die Armee der Untoten. Wir haben uns Gedanken gemacht, was uns erwarten wird – und wer sterben wird.
Langsam wurden die Figuren in Position gebracht. Und die Serie gab uns die Möglichkeit zum Abschied. In traurigen Reminiszenzen, witzigen Dialogen und innigen Momenten. Doch nun steht die große Schlacht bei Winterfell bevor. Und wir haben eine Vermutung, wie sie ausgehen wird.
Wie geht die Schlacht aus?
Es wird episch werden, es wird tragisch werden. Und es wird Erinnerungen wecken an die große Schlacht von Helms Klamm in „Die zwei Türme“ aus der Herr-der-Ringe-Filmtrilogie von Peter Jackson. Aber: Die wäre verloren gegangen, wenn nicht im letzten Moment Gandalf mit den Rohirrim gekommen wäre.
Auf ein solches Ende müssen wir in Game of Thrones nicht hoffen. Die Weißen Wanderer werden siegen. Die Überlebenden werden sich auf die Eiseninseln retten und dort über ihr weiteres Vorgehen beraten. Denn eine wichtige Figur fehlt noch: die rote Priesterin Melisandre. Sie wird der Schlüssel sein, um den Nachtkönig vielleicht in Folge 4 zu bezwingen. Zumal sie und die mit anderen Priester des Herrn des Lichts uns einige Antworten schulden: Wer ist nun der Auserwählte, der die Dunkelheit besiegt? Jon oder Daenerys oder beide? Oder jemand anders?
Und wir kennen jetzt zwar das Ziel des Nachtkönigs, aber warum kommt er gerade jetzt? In einer Zeit, in der Westeros zerrissen wird von Kriegen? Das alleine kann nicht der Grund sein: Er hätte dann auch während der Rebellion von Robert Baratheon auftreten können. Oder während der Eroberung von Westeros durch die Targaryen mit drei Drachen vor knapp 300 Jahren.
Wir denken allerdings, dass die Antwort darauf uns bereits präsentiert worden ist. Wir erinnern uns: In der dritten Staffel sagt Varys, dass ein Zauberer seine Genitalien in ein Feuer warf – und eine unheimliche Stimme habe geantwortet. Wir denken, dass es der Nachtkönig war. Er wurde durch ein Ritual aufgeweckt oder erneut auf die Menschen gehetzt. Zumal Varys sagt, dass die Stimme aus einer blauen Flamme sprach. Ein Blau wie in den Augen des Nachtkönigs?
In der sechsten Staffel konfrontiert ihn die rote Priesterin Kinvara in Meereen außerdem erneut mit der Geschichte. Sie sagt aber: Schreckliche Dinge passieren aus einem Grund – so wie seine „Verstümmelung“ durch die Hand eines zweitklassigen Zauberers. Doch nur so könne der Herr des Lichts die Welt nun erleuchten. Dann fragt sie ihn, ob er wissen wolle, wer damals gesprochen und was die Stimme gesagt habe. Varys ist zu erschreckt, um überhaupt zu antworten. Wir indes sind uns sicher: Es war der Nachtkönig. Es gibt eine Verbindung zwischen dem Ritual, der Entmannung von Varys und den roten Priestern als Anhängern des Herrn des Lichts – die den Kampf mit dem Nachtkönig zu suchen scheinen. Zumal Melisandre sehr viel älter ist, als sie scheint. Sie hat einige dunkle Geheimnisse, die sie indes vor Bran nicht mehr länger verbergen kann. Und sie hat selbst gesagt, dass sie nach Westeros zurückkehren und dort sterben wird. So wie Varys. Aber wer ist er dann in Wirklichkeit?
Und wo ist der Nachtkönig?
Zum Ende der zweiten Folge haben wir zwar viele Weiße Wanderer gesehen, aber nicht den Nachtkönig. Auch da haben wir eine Vermutung, warum der Plan von Bran nicht aufgehen wird. Er kann eben nicht in die Zukunft sehen, sondern ist als dreiäugiger Rabe das Gedächtnis der Welt. Er weiß, was passiert ist – nicht, was passieren wird.
Und wenn der Nachtkönig tatsächlich die Menschen samt aller Erinnerungen an sie auslöschen möchte, gibt es für ihn nur zwei Ziele: Neben Bran ist das die Zitadelle, in der Maester ausgebildet werden und sich die größte Bibliothek von Westeros befindet. Und die will der Nachtkönig mit seinem Eisdrachen vernichten, während seine Truppen bei Winterfell kämpfen. Dann bleibt nur noch Bran, den er töten muss.
Wer wird in Winterfell sterben?
Brienne wird den Kampf nicht überleben. Ihr großer Traum wurde wahr, als sie zur Ritterin geworden ist. Noch einmal zieht sie in die Schlacht, um zu sterben. Wenn sie vor den Augen von Jaime dann wiederaufersteht und er sie verbrennen muss, wird es das letzte Band zwischen ihm und Cersei zerstören. Er wird seiner Schwester vorwerfen, dass alles anders geworden wäre – wenn sie ihr Versprechen gehalten und Truppen geschickt hätte.
Das heißt aber auch: Wir gehen nicht davon aus, das Jaime stirbt. Eher noch wird er Brienne das Schwert „Eidbewahrer“ abnehmen – und Cersei damit und mit seiner Waffe „Witwenklage“ töten. Beide Schwerter wurden aus dem großen Zweihänder geschmiedet, mit dem Ned Stark Todesurteile vollstreckt hat. Wenn Jaime also Cersei mit beiden Waffen tötet, wird er so quasi selbst zum rechtschaffenden Ned Stark.
Tormund Riesentod indes wird sterben. Schon in der ersten Folge der achten Staffel hätte ihn Ed von der Nachtwache fast für einen Untoten gehalten, weil er blaue Augen hat. Das sehen wir als Omen an. Zumal er in Staffel 7 fast von Untoten abgeschlachtet worden wäre, wenn ihn nicht Sandor Clegane gerettet hätte. Der wiederum kann nicht sterben – bis er nicht mit seinen Bruder gekämpft hat. Und der hält sich in Königsmund auf. Ja, wir warten alle auf den „Clegane-Bowl“, wenn sie gegeneinander antreten werden.
Ed von der Nachtwache indes wird nicht überleben. Er, Jon und Sam haben sich gegenseitig versprochen, ihre Leichen zu verbrennen – bevor sie zu Untoten werden. Einen von ihnen muss es treffen. Und weil wir glauben, dass Jon und Sam ein anderes Schicksal erwartet, kann es nur Ed sein. Podrick dagegen wird überleben. Jemand, der so voller Überraschungen steckt, wird auch gegen die Weißen Wanderer bestehen. Ebenso wie Arya, die im Kampf gegen Cersei noch eine Rolle spielen wird.
Wenn ihr also etwas im Trailer Angst gemacht hat, dann Gendry – der vor ihren Augen stirbt und sie dann als Untoter mit blauen Augen verfolgt. Schließlich hatte sie nur wenige Stunden zuvor mit ihm zum ersten Mal Sex. Auch wenn ihr das nicht das erhoffte Gefühl gegeben hat, lebendig zu sein. Nachdem sie von den „Gesichtslosen Männern“ ausgebildet worden ist, wirkt sie emotionslos und unlebendig. Als ob etwas in ihr gestorben ist. Sie hatte vielleicht gedacht, dass sie zu ihrem alten Selbst findet – wenn sie mit Gendry schläft. Tatsächlich wird erst sein Anblick als Untoter Angst und Menschliches in ihr wecken.
Werden die Starks wiederauferstehen?
Die Starks in der Krypta bestehen nur noch aus Knochen. Wir glauben nicht, dass sich irgendwelche Stark-Gerippe ohne Wiedererkennungswert durch den Untergrund bewegen werden. Erst recht nicht bekannte Figuren: Ned Starks Knochen befinden sich zwar in Winterfell, sein Kopf aber wurde abgehackt und als Trophäe aufgespießt. Es sähe zu lächerlich aus, wenn ein Skelett mit einem Schädel unterm Arm sich auf die Jagd macht. Außerdem: Wenn der Schauspieler Sean Bean sich auch nur auf 100 Kilometer den Drehorten von „Game of Thrones“ genähert hätte, wären Twitter und Instagram explodiert. Das taten die sozialen Netzwerke nicht, also glauben wir das nicht.
Catelyn Starks Leiche wurde nach ihrer Ermordung in den Fluss geworfen. So sagt es Sansa in der ersten Folge von Staffel 4. Sie ist also nicht in Winterfell begraben. Und Robb Starks Kopf wurden abgeschnitten, um den Schädel seines Schattenwolfs auf die Leiche zu nähen. Dann setzte man die auf ein Pferd und trieb sie durch das zerstörte Lager der Soldaten des Nordens. Wir denken nicht, dass jemand aus Höflichkeit daran dachte, die Überreste samt Kopf in die Krypta nach Winterfell zu bringen. Darum: Wir sehen keine wiederauferstandenen Starks in der Gruft.
Was passiert dann in der Gruft?
Während vor den Toren Winterfells die Schlacht tobt, werden einige Weiße Wanderer eine Horde Untoter über einen versteckten Gang in die Gruft führen. Sie stecken eben voller Überraschungen. Die Frauen, Kinder und jene, die nicht kämpfen können, werden in Gefahr sein. Und Jon wird sich entscheiden müssen: Kämpft er in der Schlacht oder rettet er sie? Das wird vielleicht sogar der Grund sein, warum sie verloren geht.
Und was ist mit Jon und Daenerys?
Romantiker glauben, dass die beiden einen Weg finden, zusammen zu regieren oder dass Jon seine Ansprüche aufgibt. Wir denken aber, dass Daenerys keinen Thronfolger neben sich akzeptieren kann. Schon jetzt entgleitet ihr mit jeder Folge die Macht. Und Sansa hat mehr als deutlich gemacht, dass sie und der Norden sich ihr nicht beugen werden.
Seit Daenerys denken kann, kennt sie aber von ihrem Bruder keine andere Geschichte als die Rückeroberung des Throns. Dann hat sie alles verloren – außer ihren Drachen und den Glauben an ihre Herrschaft. Sie wird das nicht einfach aufgeben oder sich einem Mann unterordnen. Zumal sie jemand vor allen anderen geprägt hat: Khal Drogo. Jon sei erst ihre zweite große Liebe. Der andere sei größer gewesen. Das sagt Daenerys in der zweiten Folge. Wir hielten das zunächst für eine ironische Anspielung auf die Körpergröße von Jons Darsteller Kit Harrington. Es kann aber auch heißen, dass Drogo immer noch in ihrem Herzen ist – und seine Lebensweise. Rivalen aber werden in der Welt der Dothraki vor allem eins: getötet. Früher oder später wird Daenerys Jon verraten. Vielleicht nicht in der Schlacht gegen die Untoten. Aber danach folgt noch der Kampf gegen Cersei in Königsmund.