Es war den meisten Usern ja schon vorher klar, dass Keller mit dieser Mammut-Aufgabe beim zweitunruhigsten Verein Deutschlands überfordert ist.
Aber irgendwie widerstrebt es mir, jetzt Keller als den Sündenbock für eigentlich längerfristige (also vor der Keller-Zeit) schlechte Entwicklungen im Schalker Kader verantwortlich zu machen. Vor einigen Monaten habe ich mir noch die Schalker bei Arsenal live angesehen, mit eines der besten deutschen Auftritte der letzten Jahrzehnte auf der Insel, der durch den gleichzeitigen Sieg des BVB gegen Real medial leider ein wenig untergegangen ist. Seit dem hatte sich die Mannschaft bis zur Winterpause personell nicht verändert, also müssen da intern Dinge vorgefallen sein, die den Mannschaftsgeist zerstört haben und diesen unglaublichen Leistungseinbruch seit zig Wochen begründen können, neben den ganzen Störgeräuschen durch Wechselgerüchte, Vertragsverhandlungen etc.
Hier scheint mir Heldt als Verantwortlicher das Ganze auch nicht konsequent aufgearbeitet zu haben, der hat nur zugesehen, dass er der unruhigen Öffentlichkeit eine (vermeintliche) Lösung präsentieren konnte, damit zumindest vordergründig Ruhe einkehrt. In dieser Situation tut mir Keller ehrlich gesagt eher leid, denn an dieser misslichen Gesamtlage tragen eigentlich eher andere Leute die Verantwortung, aber momentan ist Keller natürlich das leichteste Opfer, man sollte lieber mal die Rolle von Heldt hinterfragen, inwiefern er seinen Aufgaben gerecht geworden ist.
:thumb: Aus meiner Sicht sehr guter Post und damit gut zusammengefasst:
Ich kann nicht verstehen, dass man einen keller in dieser situation geholt hat.
Was würde Udo L. zur Schalker Situation sagen? "Ich weiß es nicht, ich kann es nicht beurteilen, ich bin zu weit weg, aber irgendwas MUSS da vorgefallen sein."
Heldt sah die Lösung scheinbar darin, Stevens zu entlassen. So, entweder liegt es an Stevens, dann braucht man zumindest einen Motivator, einen - überspitzt gesagt - gute Laune Onkel, der das Team aufrüttelt und für den Rest der Saison nach vorne peitscht. Oder ich brauche einen anerkannten Fachmann, der das durch Autorität tut.
Liegt es nicht an Stevens, braucht es erst recht jemand mit hoher Anerkennung, der das Team souverän führt (mir fällt da Jupp bei Bayern ein).
Dann einen Jens Keller zu installieren, ist schlicht blind oder blöd oder beides. Keller ist durch seine VfB-Zeit medial verbrannt, das sieht man ja an den Reaktionen hier im Forum oder draußen. Zudem ist er sicherlich nicht der Typ Klopp, der sein Team alleine schon durch die Motivationsgabe und die Ausstrahlung antreiben kann. Und als anerkannter Fachmann kann er gar nicht gelten.
Egal wie gut oder schlecht Keller als Trainer ist, er hat doch schon seit dem verlorenen Pokalspiel und der Testspiel-Niederlage gegen Bayern keine Chance mehr. Ist natürlich unfair, denn gerade fürs Pokalaus kann er wenig.
Ich selbst habe arge Zweifel an Keller und seinen Fähigkeiten, aber das ist nicht das Thema. Heldt hätte sehen müssen, was passiert, wenn das Team nicht eine Siegesserie hinlegt und dass diese Serie sehr unwahrscheinlich ist.
Keller selbst täte gut daran, nach seiner Schalker Zeit irgendwo in der 3. Liga als Trainer anzuheuern. Wenn er Qualität hat, dann kann er sich hochdienen. Im Grunde kann man doch Kellers Qualität gar nicht wirklich beurteilen, er kam zweimal zu Clubs in einem üblen Zustand. Sein eigentlicher Makel sind die blöden Sprüche nach der Installation in Stuttgart. Ohne diese würde er mMn nicht mal halb so kritisch beurteilt werden.