und dennoch stehen seit dem gustavo und rafinha im kader.... also gibt es doch kein generelles nein zu südamerikanern, sondern eben nur an direktimporte.
Leute, nicht ausrasten. Das ist eine Praxis, die in Europa zur Zeit stärker um sich greift. Bayer Leverkusen hat das Brasilienscouting (das in der Vergangenheit wirklich großartig war) so ziemlich eingestellt.
«Der brasilianische Markt ist tot, da macht es keinen Sinn mehr», berichtete Holzhäuser.
Ähnliches gilt für viele andere Bundesligisten.
Die Probleme in Südamerika liegen dabei in der extremen Kommerzialisierung in der Spielervermittlung. Rechte an einem Spieler sind inzwischen fast regelmäßig auf eine Vielzahl von Parteien verteilt, die alle verdienen wollen. Das treibt die Preise, erhöht die Verhandlungskosten und lässt Transferverhandlungen zu wochenlangen Hängepartien werden. Zumal häufig Unklarheit über die Rechtearten und - Verteilung besteht.
Außerdem ist in Südamerika teilweise eine Entwicklung wie in Mexiko zu beobachten, was die finanziellen Abstände zwischen südam. Ligen und Europa zumindest für die Topleute stärker einebnet.
Ein weiteres Problem, das aber nicht so einfach quantifizierbar ist, soll darin bestehen, dass wohl eine Reihe europäischer Vereine den Eindruck haben, dass gerade in Brasilien und Argentinien die taktische und athletische Ausbildung des Nachwuchses den Anforderungen des Vereinsfussballes in Europa nicht mehr gerecht wird. Lange Anpassungszeiten und hohe Fehleinkaufgefahr scheinen da abzuschrecken. Rein vom Gefühl her würde ich diesem Urteil zustimmen.
Deshalb überlässt man den Markt vielleicht auch ein Stück freiwillig den Russen (wenns um überteuerte Talente geht) und den Trüffelschweinen (zB aus Portugal), die mehr Zeit und bessere Bedingungen haben, vergleichsweise günstige Spieler aus Südamerika in Europa zu sozialisieren.